Sting wird 75 und steht an seinem Geburtstag auf der Bühne

Symbolbild: Mikrofon auf einer Bühne
Lestat (Jan Mehlich), CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

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Sting feiert am Freitag, 2. Oktober 2026, seinen 75. Geburtstag nicht im musikalischen Ruhestand, sondern mitten in einer außergewöhnlich arbeitsreichen Phase. Der britische Musiker, der am 2. Oktober 1951 als Gordon Matthew Thomas Sumner im nordenglischen Wallsend geboren wurde, steht derzeit in London selbst auf der Bühne. Am Abend seines Geburtstags ist im Theatre Royal Drury Lane eine Vorstellung seines Musicals „The Last Ship“ angesetzt. Sting spielt darin die Rolle des Werftvorarbeiters Jackie White. Die Londoner Spielzeit läuft noch bis zum 3. Oktober.

Der 75. Geburtstag von Sting fällt damit in eine Phase, in der der Sänger gleichzeitig als Schauspieler, Komponist und Tourmusiker aktiv ist. „The Last Ship“ war 2026 bereits in Amsterdam, Paris, Brisbane und New York zu sehen. Für die überarbeitete Produktion wurde das Buch neu bearbeitet, Sting übernahm bei den internationalen Aufführungen selbst eine Hauptrolle.

Nach London geht die Sting 3.0 Tour weiter

Nur wenige Tage nach dem Ende der Londoner Musicalserie setzt Sting seine „Sting 3.0“-Tour fort. Dabei tritt er in einer bewusst reduzierten Besetzung auf, gemeinsam mit seinem langjährigen Gitarristen Dominic Miller und Schlagzeuger Chris Maas. Das Trio konzentriert sich auf Stücke aus Stings Solokarriere und dem Repertoire von The Police.

Die nächste Etappe beginnt am 5. und 6. Oktober mit zwei Abenden im Queen Elizabeth Theatre in Vancouver. Es folgen unter anderem Auftritte am 8. und 9. Oktober in der Benaroya Hall in Seattle, am 13. und 14. Oktober im Orpheum Theatre in Minneapolis sowie weitere Termine in den USA und Kanada. Für November sind mehrere Konzerte im Brooklyn Paramount in New York angekündigt. Erst am 28. September kamen dort weitere Shows für den 20. und 21. November hinzu.

Neue Deutschlandkonzerte sind derzeit nicht angekündigt. Ticketmaster Deutschland führt Anfang Oktober 2026 keine bevorstehenden Auftritte des Musikers in Deutschland. Damit unterscheidet sich die aktuelle Tourplanung von 2025, als „Sting 3.0“ unter anderem nach Köln, München und Berlin führte.

Neues Livealbum aus dem Rijksmuseum

Auch auf Tonträgern blieb Sting zuletzt präsent. Am 26. Juni 2026 erschien „The Night Watch: Live at the Rijksmuseum“. Die zwölf Stücke umfassende Aufnahme entstand im Rijksmuseum in Amsterdam im Umfeld der ARTE-Reihe „Sounds Like Art“. Sting spielte dort gemeinsam mit Dominic Miller Stücke aus unterschiedlichen Phasen seiner Karriere sowie Material aus „The Last Ship“. Das Album erschien bei A&M Records.

Zuvor hatte er am 3. April die EP „Desert Rose Reimagined“ veröffentlicht. Darauf finden sich neue Bearbeitungen des Stücks von Bedouin, Zakes Bantwini und Darque sowie längere Mixfassungen. Im März erschien außerdem zum 30. Jahrestag des Albums „Mercury Falling“ eine digital erweiterte Ausgabe mit 19 zusätzlichen Titeln.

Das Rijksmuseum-Album erreichte im Vereinigten Königreich auch mehrere spezialisierte Ranglisten der Official Charts Company. Dort kam es unter anderem bis auf Platz 30 einer Albumwertung und war jeweils eine Woche notiert. Bereits „Sting 3.0 Live“, veröffentlicht im April 2025, hatte sich in mehreren britischen Teilcharts platziert.

Von The Police zur jahrzehntelangen Solokarriere

Stings internationale Karriere begann Ende der 1970er Jahre mit The Police. Gemeinsam mit Stewart Copeland und schließlich Andy Summers entwickelte sich die Band zu einer der erfolgreichsten britischen Gruppen ihrer Zeit. Zwischen 1978 und 1983 erschienen fünf Studioalben. Das letzte davon, „Synchronicity“, brachte der Band 1983 auch einen Nummer-eins-Hit auf beiden Seiten des Atlantiks.

1985 begann Sting mit „The Dream of the Blue Turtles“ seine Solokarriere. Es folgten unter anderem „…Nothing Like the Sun“, „The Soul Cages“, „Ten Summoner’s Tales“, „Mercury Falling“, „Brand New Day“, „Sacred Love“, „The Last Ship“, „57th & 9th“ und zuletzt das Studioalbum „The Bridge“ von 2021. Seine Musik bewegte sich dabei zwischen Rock, Pop, Jazz, Weltmusik und klassischen Projekten.

Nach Angaben der Recording Academy stehen für Sting inzwischen 17 Grammy-Siege bei 45 Nominierungen zu Buche. Darin enthalten sind Auszeichnungen aus seiner Zeit bei The Police und seiner Solokarriere. Sein erster Grammy kam mit The Police, später gewann er unter anderem für „Brand New Day“ und gemeinsam mit Shaggy für das Album „44/876“.

Seine offizielle Website nennt unter Verweis auf ein PBS-Porträt von 2026 mehr als 100 Millionen verkaufte Tonträger aus seiner Karriere mit The Police und als Solokünstler. Universal Music Deutschland verwendet für die Größenordnung die Formulierung von mehr als 100 Millionen verkauften Alben.

Streit zwischen Sting, Summers und Copeland vor Gericht

Musikalisch ist The Police seit der großen Reunion-Tour von 2007 und 2008 nicht wieder dauerhaft als Band aktiv geworden. Zuletzt rückten die drei Mitglieder jedoch wegen eines finanziellen Konflikts wieder gemeinsam in die Öffentlichkeit. Andy Summers und Stewart Copeland verlangen zusätzliche Zahlungen von Sting und dessen Unternehmen Magnetic Publishing. Im Kern geht es um die Frage, wie frühere Vereinbarungen über sogenannte Arranger’s Fees auf Einnahmen aus Downloads und Musikstreaming anzuwenden sind.

Bei einer Anhörung vor dem High Court in London im Januar 2026 wurde bekannt, dass Sting nach Beginn des Rechtsstreits bereits mehr als 595.000 Pfund für bestimmte historische Unterzahlungen gezahlt hatte. Summers und Copeland machen darüber hinaus weitere Ansprüche geltend. Stings Seite weist die weitergehende Auslegung zurück und vertritt die Position, dass die entsprechende Regelung nicht in der von den beiden früheren Bandkollegen verlangten Weise auf Streaming-Einnahmen anzuwenden sei. Eine abschließende Entscheidung über diese Forderungen lag zunächst nicht vor.

Mit 75 zwischen Musical und Welttournee

Der Geburtstag fällt damit weniger in eine Phase des Rückblicks als in eine laufende Arbeitsperiode. Noch am 2. Oktober steht Sting für „The Last Ship“ in London auf der Bühne, drei Tage später beginnt in Vancouver der nächste Abschnitt seiner Trio-Tour. Die 2024 gestartete „Sting 3.0“-Reihe wurde inzwischen über Europa, Nordamerika, Asien, Afrika und Südamerika geführt und läuft auch im Herbst 2026 weiter.

Bei der Vorstellung der Londoner Besetzung von „The Last Ship“ sagte Sting im August, er freue sich darauf, mit der neuen und zurückkehrenden Besetzung zu arbeiten und das Stück schließlich dem Publikum im Theatre Royal Drury Lane zu zeigen. Am Tag seines 75. Geburtstags steht genau dort die nächste Vorstellung auf dem Programm.

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