Millionen für Waldatmosphäre im Tunnel: Steuerzahlerbund kritisiert Münster

Millionen für Waldoptik im Tunnel: Steuerzahlerbund kritisiert Münster
STBR, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

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Münster. Der Bund der Steuerzahler stellt am Donnerstag, 1. Oktober 2026, sein neues Schwarzbuch zur öffentlichen Verschwendung vor. Auch in Nordrhein-Westfalen geht es erneut um Projekte, bei denen der Verband einen problematischen Umgang mit Steuergeld sieht. In Münster sorgte bereits die vorige Ausgabe für besondere Aufmerksamkeit: Der geplante Umbau des Hamburger Tunnels am Hauptbahnhof wurde wegen der hohen Kosten und der aufwendigen Gestaltung kritisiert.

Hamburger Tunnel in Münster kostete Kritik ein

Der Bund der Steuerzahler NRW hatte den Hamburger Tunnel im Schwarzbuch 2025/26 als Fall drohender Steuergeldverschwendung aufgeführt. Die Stadt wollte die Unterführung zwischen der West- und Ostseite des Hauptbahnhofs deutlich aufwerten. Der damalige Siegerentwurf sah unter anderem hinterleuchtete Glasflächen mit Waldmotiven sowie eine akustische Untermalung mit Waldgeräuschen vor. Gleichzeitig sollten die Wege für Radfahrer und Fußgänger neu geordnet und die Beleuchtung verbessert werden.

Für die eigentliche Tunnelgestaltung wurden damals knapp drei Millionen Euro genannt. Die Stadt hatte das Gesamtprojekt einschließlich weiterer Maßnahmen zeitweise mit rund 3,6 Millionen Euro veranschlagt. Ein Teil der Kosten sollte über Städtebaufördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert werden. Der Steuerzahlerbund hielt das Konzept angesichts der angespannten Finanzlage Münsters für zu aufwendig und forderte eine einfachere Lösung.

Stadt sollte günstigere Variante prüfen

Schon nach der Kritik war klar, dass nicht zwingend der ursprüngliche Entwurf umgesetzt werden sollte. Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler hatte die Stadt zugesagt, zusätzlich eine kostengünstigere Variante auszuarbeiten und beide Lösungen miteinander zu vergleichen. Ursprünglich war eine politische Entscheidung dazu für die erste Hälfte des Jahres 2026 vorgesehen.

Auch in aktuellen Unterlagen der Stadt bleibt die Aufwertung des Hamburger Tunnels grundsätzlich Bestandteil der Innenstadtplanung. Ziel sind unter anderem eine bessere Verbindung zwischen Innenstadt und Bahnhofs-Ostseite, mehr Sicherheit sowie eine attraktivere Gestaltung der Unterführung. Einen belastbaren aktuellen Beschluss zur Umsetzung der ursprünglich vorgesehenen Waldgestaltung mit Glaswänden und Vogelgeräuschen gibt es in den derzeit öffentlich auffindbaren Unterlagen jedoch nicht.

Borkener Pendlerparkplatz bleibt weiteres Beispiel

Auch im Münsterland hatte der Bund der Steuerzahler einen weiteren Fall mehrfach aufgegriffen. In Borken kritisiert der Verband einen Pendlerparkplatz mit mehr als 200 Stellplätzen, der nach seiner Eröffnung nur schwach genutzt wurde. Das Projekt kostete nach Angaben des Steuerzahlerbunds rund 1,43 Millionen Euro, davon etwa 800.000 Euro aus dem Haushalt der Stadt.

Inzwischen befindet sich auf einem Teil der Fläche ein Schnellladepark mit zwölf Ladepunkten. Er wurde von einem privaten Betreiber errichtet, der der Stadt eine Pacht zahlt. Gleichzeitig muss Borken nach Angaben des Bundes der Steuerzahler 100.000 Euro aus einer früheren Förderung zurückzahlen. Auch nach dieser Erweiterung sieht der Verband das ursprüngliche Problem des weitgehend ungenutzten Parkplatzes nicht als gelöst an.

Neues Schwarzbuch wird heute vorgestellt

Die Ausgabe 2026/27 des Schwarzbuchs erscheint an diesem Donnerstag. Bundesweit umfasst sie erneut 100 Fälle, mit denen der Bund der Steuerzahler aus seiner Sicht unnötige oder unwirtschaftliche Ausgaben dokumentiert. Die nordrhein-westfälischen Fälle sollen in Düsseldorf vorgestellt werden. Welche neuen Beispiele aus Münster oder dem Münsterland in der aktuellen Ausgabe enthalten sind, war am frühen Donnerstagmorgen auf den offiziellen NRW-Seiten noch nicht vollständig veröffentlicht.

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