
Münster. Wer mit Kinderwagen durch die Innenstadt navigiert, weiß, wie schnell ein Cafébesuch zur logistischen Herausforderung werden kann. Zu eng, zu laut, zu wenig Platz zum Wickeln, genervte Blicke, wenn ein Kleinkind quengelt. Genau hier setzt ein neues Projekt in Münster an. Im März 2026 eröffnet in der Münzstraße 38, zwischen Buddenturm und Schlossplatz, das Kuckuck und Esel – ein Familiencafé mit klarer Haltung.
Initiatorin ist die 32-jährige Unternehmensjuristin Jana Baackmann. Sie versteht das Café als bewusste Aufwertung von Care-Arbeit. Menschen, die sich täglich um Kinder kümmern, so ihre Überzeugung, erhalten gesellschaftlich zu wenig Sichtbarkeit und Wertschätzung. Das neue Café soll deshalb mehr sein als ein Ort für Kaffee und Kuchen. Es soll ein Raum sein, der den Alltag junger Familien leichter macht.
Baackmann plant das Café aus eigener Erfahrung heraus. Sie ist Mutter eines einjährigen Kindes und weiß, wie schnell ein geplanter Ausflug kippen kann. Deshalb wurde das Konzept konsequent aus Elternperspektive gedacht.
Kinderwagen sollen ausreichend Platz finden. Wickelmöglichkeiten sind selbstverständlich. Kinder dürfen mit auf die Toilette genommen werden. Gezahlt und bestellt wird am Tresen, damit sich Familien frei im Raum und im Außenbereich bewegen können. Niemand soll das Gefühl haben, andere Gäste zu stören, wenn ein Kind laut wird.
Die Grundidee lautet: Mehrere Kinder gemeinsam sind glücklicher als allein. Das Café versteht sich daher auch als sozialer Treffpunkt, an dem Begegnung ausdrücklich gewünscht ist.
Im Innenraum wird ein gestalterisches Detail besonders ins Auge fallen. Eine Miniaturwelt, angelehnt an den Prinzipalmarkt, zieht sich durch das Café. Kleine Häuser greifen unterschiedliche Themen auf und laden zum Entdecken ein.
Ein Bereich widmet sich dem Bauen, ein anderer dem Thema Schuhe. Weitere Stationen beschäftigen sich mit dem Uhrenlesen oder dem Perlenflechten. Mehrere Unternehmen aus Münster und dem Münsterland unterstützen diese Themenhäuser als Sponsoren. So verbindet das Café Spiel, Bildung und regionale Verankerung.
Auch der Außenbereich ist integraler Bestandteil des Konzepts. Geplant ist ein Sinnesgarten mit großer Sandfläche und Klettergerüst. Eine Rutsche soll folgen.
Das Café befindet sich im Gebäude des Mathildenstifts, in dem auch Seniorinnen und Senioren leben. Die generationenübergreifende Nähe ist ausdrücklich gewollt. Nach Angaben der Initiatorin freuen sich viele Bewohnerinnen und Bewohner auf das junge Leben im Haus und im Garten. Das Projekt setzt damit auch ein Zeichen für lebendige Nachbarschaft.
Kulinarisch setzt das Kuckuck und Esel auf handwerkliche Qualität. Zwei Hobbybäckerinnen, eine davon selbst Mutter, backen hausgemachte Kuchen. Perspektivisch sollen warme Speisen hinzukommen.
Neben klassischen Kaffeespezialitäten gibt es bewusst ausgewählte Bohnen, koffeinfreien Kaffee sowie zuckerfreie Snacks wie Bananenwaffeln oder Laugengebäck ohne Salz. Das Angebot richtet sich gleichermaßen an Erwachsene wie an Kinder.
Zwölf Mitarbeitende sollen den Betrieb tragen. Die Struktur ist so angelegt, dass der Laden auch dann reibungslos läuft, wenn Baackmann selbst nicht vor Ort sein kann. Als Mutter weiß sie, dass Betreuungssituationen kurzfristig wechseln können.
Mit der Eröffnung im März 2026 bekommt Münster einen Ort, der das Thema Familie nicht als Nische begreift, sondern als gesellschaftlichen Kern. Das Kuckuck und Esef will zeigen, dass Care-Arbeit Sichtbarkeit verdient – und dass ein Cafébesuch mit Kind nicht zur Herausforderung werden muss.
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