
Münster gehört beim Ausbau der Photovoltaik zu den erfolgreichsten Großstädten in Deutschland. In einem aktuellen Vergleich der Deutschen Umwelthilfe erreicht die Stadt bundesweit Platz vier und liegt nach der Auswertung bei 174 Prozent des rechnerisch notwendigen Zubauziels. Damit befindet sich Münster deutlich im grünen Bereich. Untersucht wurden 82 deutsche Großstädte, von denen nur 17 nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe das notwendige Ausbauziel erreichen. Münster zählt damit zu einer kleinen Gruppe von Städten, die beim Solarausbau bereits deutlich schneller vorankommen als rechnerisch erforderlich.
Die Deutsche Umwelthilfe bewertet den Photovoltaik-Ausbau nach einer Ampellogik. Grün erhalten Städte, die mindestens 100 Prozent ihres rechnerischen Zielwerts erreichen. Münster liegt mit 174 Prozent klar darüber. Der durchschnittliche jährliche PV-Zubau in Münster lag 2024 und 2025 laut DUH bei 29.341 Kilowattpeak, während das rechnerische Soll 16.887 Kilowattpeak beträgt. Insgesamt sind in Münster demnach bereits 178.373 Kilowattpeak Photovoltaik-Leistung installiert. Bis 2040 wird für die Stadt ein Zielwert von 431.678 Kilowattpeak angenommen.
Die Grünen im Rat bewerten das Ergebnis als deutliches Signal für den Solarausbau in Münster. Leandra Praetzel, klima- und umweltpolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion, erklärt dazu: „Münster erfüllt die Zubau-Ziele der Bundesregierung nach aktuellem Stand zu 174 Prozent. Wenn wir dieses Tempo halten, kann Münster schon 2035 den Zielwert erreichen. Das ist insbesondere ein Verdienst der Hausbesitzenden und Firmeninhaber*innen, die auf ihren Dachflächen viele Module installiert haben.“
Immer mehr Privatpersonen und Unternehmen setzten auf sauberen Strom vom eigenen Dach, so Praetzel weiter. Dadurch machten sie sich unabhängiger von fossilen Brennstoffen und könnten mittel- und langfristig auch finanziell profitieren. „Von der ersten Sekunde an profitiert das Klima“, betont sie.
Für Eigentümerinnen und Eigentümer bietet die Stadt Münster ein Solarkataster an, mit dem sich prüfen lässt, welches Potenzial ein Dach für Photovoltaik bietet und welche Einsparmöglichkeiten bei Stromkosten und CO₂ bestehen. Der weitere Ausbau betrifft dabei nicht nur private Häuser und Unternehmensflächen. Auch auf städtischen Gebäuden soll künftig mehr Solarstrom erzeugt werden. Die Stadt hatte 2025 mitgeteilt, dass auf kommunalen Dächern nach damaliger Berechnung noch Platz für weitere Photovoltaikanlagen mit insgesamt rund 13.000 Kilowattpeak Leistung besteht.
Ein zentrales Thema bleibt der Ausbau in sensiblen Stadtbereichen, denn gerade in Münster spielen Denkmalschutz und Erhaltungssatzungen an vielen Stellen eine Rolle. Robin Korte verweist darauf, dass politisch daran gearbeitet werde, Photovoltaikanlagen auch dort zu ermöglichen, wo besondere bauliche Vorgaben gelten. Nach Darstellung der Grünen seien an vielen Stellen Kompromisse gelungen, sodass Solarstrom auch auf Dächern möglich werde, die früher schwieriger zu nutzen waren.
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