Münster glättet Kopfsteinpflaster: Neues Verfahren soll Radfahrer schützen

Münster testet im Hansaviertel ein neues Schleifverfahren, das Kopfsteinpflaster ebener und sicherer machen soll.
Die Stadt Münster testet ein neues Verfahren, mit dem Kopfsteinpflaster geglättet wird. ©Fräsdienst E. Feind

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Münster. Die Stadt Münster testet ab Montag, 3. August 2026, ein neues Verfahren zur Bearbeitung von Kopfsteinpflaster. Mithilfe diamantbesetzter Schleifwalzen sollen Unebenheiten und Stolperkanten im Hansaviertel reduziert werden. Das historische Natursteinpflaster bleibt dabei erhalten. Die Arbeiten führen zu Straßensperrungen und dauern voraussichtlich fünf Tage.

Stadt Münster testet „Grinding“ auf zwei Straßen

Das sogenannte „Grinding“-Verfahren kommt in der Leerer Straße und auf einem Teilstück der Dortmunder Straße zum Einsatz. Insgesamt bearbeitet die Stadt eine rund 125 Meter lange Strecke. Während der Arbeiten werden die betroffenen Straßen für den Verkehr gesperrt. Fußgänger können die Baustelle weiterhin passieren.

Beim Grinding wird nicht das gesamte Kopfsteinpflaster ausgebaut. Stattdessen schleifen diamantbesetzte Walzen die vorhandenen Steine oberflächlich ab. Dadurch sollen abgesackte Stellen, Ausbrüche und störende Kanten ausgeglichen werden. Das Pflaster bleibt nach Angaben der Stadt leicht rau und soll deshalb auch bei Nässe ausreichend Halt bieten.

Kopfsteinpflaster soll sicherer und komfortabler werden

Historisches Natursteinpflaster gehört an vielen Stellen zum Stadtbild von Münster. Unebene Oberflächen können jedoch besonders für Radfahrer und Fußgänger zum Problem werden. Mit dem neuen Schleifverfahren will die Stadt die Verkehrssicherheit und den Fahrkomfort verbessern, ohne die Straßen zu asphaltieren oder ihren historischen Charakter grundlegend zu verändern.

Eine gleichmäßigere Oberfläche soll außerdem Lärm und Erschütterungen durch den Autoverkehr reduzieren. Die Stadt versucht damit, Denkmalschutz, Stadtgestaltung und die Anforderungen des heutigen Verkehrs miteinander zu verbinden. Ob das Verfahren unter den Bedingungen im Hansaviertel die erhofften Verbesserungen bringt, soll nach dem Abschluss der Arbeiten geprüft werden.

Grinding ist günstiger als eine vollständige Erneuerung

Die Kosten für das Pilotprojekt liegen bei rund 95.000 Euro. Eine konventionelle Erneuerung der betroffenen Straßenabschnitte würde nach aktuellen Schätzungen etwa 140.000 Euro kosten. Das Grinding wäre damit rund 45.000 Euro günstiger. Gleichzeitig fällt die Bauzeit kürzer aus, wodurch die Einschränkungen für Anwohner und Verkehrsteilnehmer begrenzt werden sollen.

Nach dem Test wertet die Stadt aus, wie gut das Schleifverfahren technisch funktioniert und wie sich die bearbeiteten Flächen im Alltag bewähren. Dabei dürfte unter anderem eine Rolle spielen, ob die Oberfläche dauerhaft eben bleibt und sich der Komfort für Radfahrer und Fußgänger tatsächlich verbessert.

Einsatz auch auf der Salzstraße möglich

Verläuft das Pilotprojekt erfolgreich, könnte das Verfahren künftig auf weiteren Straßen in Münster eingesetzt werden. Als mögliches Beispiel nennt die Stadt Teilbereiche der Salzstraße. Eine Entscheidung über weitere Standorte soll jedoch erst nach der Auswertung des Tests im Hansaviertel fallen.

Das Grinding-Verfahren wird bereits seit 2020 im Forschungsprojekt „NUDFA-Reallabor für interkommunale Radverkehrsförderung“ erprobt und weiterentwickelt. Erste Tests fanden in Brandenburg und Berlin statt. Münster gehört nun zu den ersten Kommunen, die das Verfahren unter eigenen Bedingungen anwenden.

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