Münster und Bologna starten gemeinsame Demokratie-Projekte

Münster und Bologna starten gemeinsame Demokratie-Projekte

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Münster und Bologna wollen ihre Zusammenarbeit in Europa vertiefen. Beide Städte haben dafür am Mittwoch, 10. Juni 2026, eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, wie die Stadt Münster mitteilt. Im Mittelpunkt steht das Projekt „PIE – People in Europe“, das den Austausch zwischen Menschen aus beiden Städten stärken soll.

Die Unterzeichnung fand beim Jahrestreffen des Städtenetzwerks Eurocities in Utrecht statt. Für Münster unterschrieb Bürgermeister Klaus Rosenau, für Bologna die Stadträtin Anna Lisa Boni. Damit erhält die seit 2020 bestehende Partnerschaft beider Städte eine neue Grundlage. Besonders wichtig sind dabei Demokratie, europäischer Austausch und der Umgang mit Desinformation.

Münster und Bologna wollen junge Menschen für Fake News sensibilisieren

Das Projekt „PIE – People in Europe“ soll Bürgerinnen und Bürger aus Münster und Bologna stärker miteinander verbinden. Dabei geht es nicht nur um Begegnungen zwischen beiden Städten, sondern auch um konkrete europäische Initiativen. Nach Angaben der Stadt Münster stehen vor allem Demokratie und Europa im Mittelpunkt. Ein Schwerpunkt liegt auf Angeboten für junge Erwachsene, die sich mit Fake News und Desinformation beschäftigen.

Geplant sind bereits in diesem Jahr verschiedene Formate. Dazu gehören digitale Workshops, Webinare, öffentliche Veranstaltungen und gegenseitige Besuche. Dadurch sollen Menschen aus beiden Städten miteinander ins Gespräch kommen. Gleichzeitig soll sichtbar werden, wie europäische Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene funktionieren kann. Die Stadt Münster knüpft damit an eine Kooperation an, die ursprünglich im Bereich Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung begonnen hatte. Seit 2020 arbeiten Münster und Bologna zusammen, inzwischen auch in europäischen Netzwerken wie Eurocities und der EU-Initiative „100 Climate Neutral Cities“.

People in Europe erhält Förderung aus Deutschland und Italien

Das Projekt „People in Europe“ wird gemeinsam vom deutschen Auswärtigen Amt und vom italienischen Außenministerium gefördert. Beide Seiten beteiligen sich nach Angaben der Stadt Münster zu gleichen Teilen. Die Umsetzung liegt beim Büro Internationales im Amt für Bürger- und Ratsservice der Stadt Münster sowie beim internationalen Büro in Bologna.

Für Münster und Bologna ist das Projekt auch deshalb bedeutsam, weil beide Städte 2025 mit dem Deutsch-Italienischen Partnerschaftspreis ausgezeichnet wurden. Dieser Preis wird seit 2021 alle zwei Jahre von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella verliehen. Er würdigt kommunale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien. Bürgermeister Klaus Rosenau ordnete die jetzt unterzeichnete Absichtserklärung laut Stadt Münster als vielversprechenden Start ein. Durch die Auszeichnung stehe zudem ein Startkapital für die weitere Zusammenarbeit zur Verfügung.

Eurocities-Treffen in Utrecht bildet den Rahmen für die Unterzeichnung

Die Unterzeichnung der Absichtserklärung fand nicht zufällig beim Jahrestreffen von Eurocities statt. Das Städtenetzwerk bringt europäische Großstädte mit mehr als 250.000 Einwohnerinnen und Einwohnern zusammen. Nach Angaben der Stadt Münster gehören mehr als 190 Städte aus rund 40 Ländern dazu. Eurocities versteht sich als Interessenvertretung europäischer Großstädte und pflegt seit seiner Gründung im Jahr 1986 Kontakte zu Institutionen der Europäischen Union.

Für Münster ist die Kooperation mit Bologna damit auch Teil einer größeren europäischen Vernetzung. Die Stadt arbeitet mit der italienischen Partnerstadt bereits seit mehreren Jahren zusammen, zunächst bei Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung. Mit dem neuen Projekt rücken nun stärker gesellschaftliche Fragen in den Vordergrund. Gerade der Umgang mit Desinformation hat für demokratische Debatten an Bedeutung gewonnen. Münster und Bologna setzen deshalb auf Austausch, Bildung und Begegnung, statt das Thema nur auf technischer oder politischer Ebene zu behandeln.

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