
Münster. Der Photovoltaik-Ausbau in Münster gehört bundesweit zu den positiven Beispielen unter den Großstädten. Ein aktueller Check der Deutschen Umwelthilfe sieht Münster unter den wenigen Städten, die beim Ausbau von Solaranlagen auf Kurs liegen. Noch deutlicher wird die Entwicklung beim Blick auf die lokalen Zahlen: Ende 2025 waren in Münster 13.428 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 173 Megawatt installiert.
Nach Angaben der Stadtnetze Münster wurden allein 2025 insgesamt 2.468 neue Photovoltaikanlagen an das Stromnetz angeschlossen. Bereits 2024 war der Ausbau mit 3.055 neuen Anlagen sehr stark. Damit zeigt sich, dass der Solarboom in Münster nicht auf ein einzelnes Rekordjahr beschränkt ist, sondern seit mehreren Jahren anhält.
Der bundesweite Vergleich der Deutschen Umwelthilfe ordnet diese Entwicklung ein. Von 82 untersuchten Großstädten erfüllen nur 17 die Anforderungen an den Photovoltaik-Ausbau. Münster gehört zu den Städten, die besonders gut abschneiden. Während viele Metropolen beim Solarausbau nach Einschätzung der Umwelthilfe nicht schnell genug vorankommen, liegt Münster deutlich besser im Rennen.
Der Ausbau beschränkt sich nicht mehr nur auf neue Solarmodule. Auch Batteriespeicher gewinnen in Münster stark an Bedeutung. Seit 2023 wurden nach Angaben der Stadtnetze 5.599 Speicheranlagen neu installiert. Allein 2025 kamen 1.668 Speicher hinzu. Die installierte Speicherkapazität lag Ende 2025 bei 53 Megawattstunden.
Damit verändert sich die Rolle der Photovoltaik im Alltag. Solarstrom kann häufiger dann genutzt werden, wenn er tatsächlich gebraucht wird. Für Haushalte und Unternehmen wird die eigene Stromerzeugung dadurch planbarer. Der Zuwachs bei den Speichern zeigt zugleich, dass viele Eigentümerinnen und Eigentümer Photovoltaik nicht mehr nur als Einspeiseanlage sehen, sondern als Teil einer umfassenderen Energielösung.
Neben privaten und gewerblichen Dachanlagen spielen größere Projekte eine wichtige Rolle. Ein Beispiel ist die Photovoltaikanlage auf der Zentraldeponie in Coerde. Nach ihrer Erweiterung produziert sie jährlich rund zwei Millionen Kilowattstunden Strom. Rechnerisch reicht das für etwa 550 Vier-Personen-Haushalte. Die Stadt beziffert die jährliche CO₂-Einsparung auf rund 1.050 Tonnen.
Solche Projekte zeigen, dass Solarenergie in Münster nicht nur auf klassischen Hausdächern entsteht. Auch frühere Deponieflächen, Gewerbeflächen oder andere bereits genutzte Areale können zur Stromerzeugung beitragen. Gerade in einer wachsenden Stadt ist das wichtig, weil neue Flächen knapp sind und Nutzungskonflikte möglichst gering bleiben sollen.
Trotz der starken Entwicklung ist das Potenzial in Münster längst nicht ausgeschöpft. Nach Angaben der Stadt sind 95 Prozent der möglichen Dachflächen für Photovoltaik und Solarthermie bisher noch ungenutzt. Der Spitzenplatz im bundesweiten Vergleich ist deshalb eher eine Zwischenbilanz als ein Endpunkt.
Das Solarkataster der Stadt soll Eigentümerinnen und Eigentümern eine erste Orientierung geben. Dort lässt sich prüfen, ob ein Dach für Solarenergie geeignet ist und welche wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu erwarten sind. Dadurch bekommt der Solarausbau auch einen praktischen Nutzen für Menschen, die über eine Anlage auf dem eigenen Gebäude nachdenken.
Zusätzliche Dynamik kann durch die Solarpflicht in Nordrhein-Westfalen entstehen. Seit dem 1. Januar 2026 gilt sie auch für Bestandsgebäude, wenn ein Dach umfassend saniert wird. Bei Neubauten ist sie bereits seit 2024 beziehungsweise 2025 schrittweise eingeführt worden.
Für Münster bedeutet das: Künftige Dachsanierungen dürften den Photovoltaik-Ausbau weiter stärken. Die Stadt liegt bereits weit vorn, doch die größten Reserven befinden sich weiterhin auf privaten, gewerblichen und öffentlichen Dächern. Der Solarboom in Münster ist damit keine abgeschlossene Erfolgsmeldung, sondern ein Prozess, der in den kommenden Jahren noch deutlich sichtbarer werden könnte.
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