Neue Räume, kaum Kinder: Münsteraner Spielgruppe in Sorge

Zu wenige Kinder, zu viele Kita-Plätze: Münster plant Schließungen, Gruppenabbau und Finanzhilfen für Träger. Entscheidung im März.
Foto: La-Rel Easter auf Unsplash

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Münster. Erst musste sie ihr bisheriges Zuhause verlassen, jetzt fehlt es an Kindern: Die Spielgruppe Benno Kunterbunt in Münster ist nach ihrem Umzug an die Hammer Straße nur zur Hälfte belegt. Vier der insgesamt acht Plätze sind nach Angaben der Elterninitiative derzeit frei. Damit wird ausgerechnet die Nachfrage zum Problem für eine Betreuungsform, die in Münster in den vergangenen Jahren immer seltener geworden ist.

Benno Kunterbunt musste im Sommer umziehen

Seit August 2026 befindet sich Benno Kunterbunt in Räumen an der Hammer Straße 166. Zuvor war die Spielgruppe im Bennohaus an der Bennostraße untergebracht. Dass der Standortwechsel tatsächlich erfolgt ist, bestätigt auch der Münsteraner Dachverband DAFFKE, der Elterninitiativen fachlich begleitet. Die Gruppe trug früher den Namen „Max und Mauritz“.

Am neuen Standort werden bis zu acht Kinder betreut. Das Angebot findet dienstags, mittwochs und donnerstags am Vormittag statt. Nach Angaben des Dachverbandes sind zwei Fachkräfte für die Gruppe tätig. Anders als bei einer klassischen Kita handelt es sich um ein kleines, von Eltern getragenes Betreuungsmodell. Die Kinder sollen dabei erste Erfahrungen in einer festen Gruppe sammeln und sich schrittweise an eine Betreuung ohne ihre Eltern gewöhnen.

Genau deshalb werden solche Angebote teilweise auch als Loslöse- oder Lösegruppen bezeichnet. Sie ersetzen allerdings keine reguläre Ganztagsbetreuung: Mit wenigen Stunden an mehreren Vormittagen richten sie sich vielmehr an Familien, die für ihr Kind vor dem Kita-Einstieg eine kleinere Betreuungsform suchen.

Spielgruppen sind in Münster selten geworden

Die aktuelle Situation von Benno Kunterbunt bekommt durch die Entwicklung der vergangenen Jahre eine größere Bedeutung. Bereits 2023 stellte die Stadt Münster fest, dass sich viele der früher vorhandenen Spielgruppen mit der Zeit aufgelöst hatten. Zu diesem Zeitpunkt existierten nach Angaben der Verwaltung stadtweit nur noch vier bis fünf solcher Angebote. Üblich waren auch damals drei Vormittage pro Woche mit einer pädagogischen Fachkraft und Unterstützung durch Eltern.

Die Stadt wollte diese Betreuungsform deshalb ausdrücklich erhalten und ausbauen. Der Rat beschloss, Fachkraftstunden für bestehende und neue Spielgruppen zu finanzieren. Rund 80.000 Euro jährlich waren nach damaliger Darstellung für die Personalkosten vorgesehen. Hintergrund waren der Fachkräftemangel in Kitas und Familien, die keinen passenden Betreuungsplatz gefunden hatten. Die Stadt bezeichnete Spielgruppen als Ergänzung zur klassischen Kindertagesbetreuung.

Wie klein das Angebot inzwischen ist, zeigt auch die aktuelle Übersicht des Dachverbandes DAFFKE. Dort werden in Münster drei Mitgliedsspielgruppen aufgeführt: Benno Kunterbunt an der Hammer Straße, die „Glückskinder“ in Handorf und die „Gievenbecker Knirpse“ in Gievenbeck. Hinzu kommt mit den „Krabbelkäfern“ im Kreuzviertel eine Eltern-Kind-Gruppe, bei der es sich um eine andere Betreuungsform handelt. Die Übersicht lässt allerdings nicht den Schluss zu, dass darüber hinaus im gesamten Stadtgebiet keine weiteren unabhängigen Spielgruppen existieren.

Vier der acht Plätze sind derzeit frei

Benno Kunterbunt hat nach dem schwierigen Standortwechsel damit ein Problem, das zunächst überraschend wirkt: Nicht Räume oder Betreuungspersonal fehlen, sondern Kinder. Nach Angaben der Elterninitiative sind aktuell lediglich vier der acht Plätze besetzt.

Bereits Anfang August suchte die Gruppe öffentlich nach neuen Familien für den Start im September. Damals wurden ebenfalls maximal acht Plätze sowie eine Betreuung an drei Vormittagen genannt. Eltern übernehmen innerhalb der Initiative organisatorische Aufgaben.

Bleibt die Gruppe dauerhaft nur zur Hälfte besetzt, könnte das Folgen für ihren Fortbestand haben. Nach Angaben der Initiative stehen bei einer zu geringen Auslastung auch die Arbeitsplätze der beiden Betreuungskräfte auf dem Spiel. Unabhängig bestätigen lässt sich diese konkrete wirtschaftliche Einschätzung derzeit nicht.

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