Preußen Münster erlebt Last-Minute-Drama: Fortuna schockt die Adlerträger

SC Preußen Münster äußert sich zu Vorfällen beim Spiel gegen Eintracht Braunschweig
Foto: SC Preußen Münster

Teilen:

Preußen Münster hat im Duell der Zweitliga-Absteiger gegen Fortuna Düsseldorf eine bittere Niederlage kassiert. Vor 13.945 Zuschauern im ausverkauften LVM-Preußenstadion unterlagen die Adlerträger am Mittwochabend mit 1:2 (0:0). Nach der Führung durch Felix Higl sah es lange nach einem erfolgreichen Heimabend aus. Doch erst glich Andreas Müller für die Gäste aus, dann versetzte Joker Eric Hottmann den Münsteranern in der dritten Minute der Nachspielzeit den entscheidenden Schlag. Ausgerechnet der frühere Preußen-Trainer Alexander Ende durfte bei seiner Rückkehr an die Hammer Straße jubeln.

Anzeige

Preußen Münster gegen Fortuna Düsseldorf: Ein bitteres Ende nach großem Kampf

Es waren nur noch wenige Augenblicke zu überstehen. Die Nachspielzeit lief, das 1:1 schien für Preußen Münster gegen Fortuna Düsseldorf zum Greifen nah. Doch dann genügte ein langer Ball, um die Hoffnungen der Gastgeber zu zerstören. Eric Hottmann setzte sich gegen Torge Paetow durch, lief allein auf Morten Behrens zu, umkurvte den Münsteraner Schlussmann und schob aus spitzem Winkel zum 2:1 für die Fortuna ein. Die 93. Minute wurde zum bitteren Wendepunkt eines Abends, an dem die Preußen lange um einen Punkt gekämpft hatten.

Dabei hatte das Spiel nach einer schwierigen ersten Halbzeit eine vielversprechende Wendung für die Mannschaft von Trainer Thomas Wörle genommen. Münster ging kurz nach Wiederanpfiff in Führung, musste anschließend aber immer mehr Druck überstehen. Dass Düsseldorf den Ausgleich erzielte, war angesichts der Spielanteile nicht überraschend. Der Zeitpunkt des Siegtreffers machte die Niederlage für die Gastgeber jedoch besonders schmerzhaft.

Für Fortuna-Trainer Alexander Ende hatte die Begegnung ohnehin eine besondere Bedeutung. Von Sommer 2025 bis März 2026 hatte er selbst an der Seitenlinie der Preußen gestanden. Nun kehrte er mit einem Düsseldorfer Team zurück, das seinen eigenen Ansprüchen in den ersten Saisonwochen hinterhergelaufen war. Nach dem jüngsten 2:2 gegen den SC Verl stand die Fortuna unter Zugzwang.

Anzeige

Düsseldorf kontrolliert die erste Halbzeit – Münster findet offensiv kaum statt

Die Gäste übernahmen vom Anpfiff an die Initiative. Düsseldorf ließ den Ball durch die eigenen Reihen laufen, presste früh und zwang Münster über weite Strecken zu einem Spiel ohne längere eigene Ballbesitzphasen. Die Adlerträger standen defensiv zwar kompakt, konnten sich aus der Umklammerung aber zunächst nur selten lösen.

Vor allem der ehemalige Münsteraner Jorrit Hendrix, der die Fortuna als Kapitän aufs Feld führte, und Philipp Förster waren im Düsseldorfer Aufbau präsent. Auf der linken Seite sorgte Anas Slimani wiederholt für Unruhe. Allerdings fehlte dem optisch überlegenen Gast zunächst die letzte Konsequenz im Abschluss.

Hendrix scheiterte in der 24. Minute mit einem zu zentralen Schuss an Behrens. Zehn Minuten später wurde es deutlich gefährlicher: Slimani trieb den Ball nach vorne und bediente Andreas Müller, dessen Abschluss aus der Distanz nur knapp am Winkel vorbeistrich. Kurz vor der Pause verfehlte auch Erik Wekesser mit einem Schuss aus rund 25 Metern das Münsteraner Tor nur knapp.

Münster blieb dagegen im Angriff auffällig harmlos. Montell Ndikom versuchte, über die Außenbahnen Tempo aufzunehmen, Felix Higl arbeitete als Zielspieler im Sturmzentrum. Doch echte Torchancen waren für die Gastgeber im ersten Durchgang Mangelware. Nach 45 Minuten stand ein 0:0, mit dem vor allem die Preußen zufrieden sein konnten.

Felix Higl lässt das Preußenstadion jubeln

Nach der Pause veränderte sich die Partie zunächst kaum. Alexander Ende brachte mit Marcel Benger einen weiteren ehemaligen Münsteraner für den bereits verwarnten Elias Arden. Doch den ersten großen Wirkungstreffer landeten die Gastgeber.

In der 53. Minute kombinierten sich die Preußen über die linke Seite nach vorne. Ndikom war an der Entstehung des Angriffs gleich mehrfach beteiligt, Niklas Varelmann und Rico Preißinger hielten die Aktion am Laufen. Schließlich brachte Ndikom den Ball in den Strafraum. Die Flanke wurde noch abgefälscht und landete bei Higl, der aus kurzer Distanz per Kopf zum 1:0 traf.

Das LVM-Preußenstadion explodierte vor Freude. Nach einer ersten Halbzeit, in der die Offensive kaum stattgefunden hatte, lag Münster plötzlich vorne. Und die Führung stellte die Partie auf den Kopf: Düsseldorf musste nun mehr riskieren, während die Gastgeber auf Räume für Gegenangriffe hoffen konnten.

Doch die Freude hielt nur zwölf Minuten.

Antonio Tikvic rettet spektakulär – dann schlägt Andreas Müller zu

Die Fortuna erhöhte nach dem Rückstand spürbar den Druck. Besonders Slimani wurde zum entscheidenden Faktor. Der 19-Jährige war über die linke Seite kaum zu bremsen und bereitete der Münsteraner Hintermannschaft zunehmend Probleme.

In der 63. Minute hätte Düsseldorf bereits ausgleichen müssen. Hendrix schickte Slimani in den Strafraum, dessen flache Hereingabe für höchste Gefahr sorgte. Unmittelbar vor der Torlinie warf sich Antonio Tikvic in den Abschluss und verhinderte mit einer herausragenden Rettungsaktion das 1:1.

Doch nur zwei Minuten später wiederholte sich die Szene beinahe. Erneut setzte sich Slimani links durch und spielte den Ball scharf und flach in die Mitte. Dieses Mal kam Andreas Müller an die Kugel und drückte sie aus kurzer Entfernung über die Linie. In der 65. Minute war der Ausgleich perfekt.

Die beiden Situationen zeigten das zentrale Problem im Münsteraner Defensivspiel nach der Führung: Düsseldorf gelang es wiederholt, über dieselbe Seite bis an die Grundlinie beziehungsweise tief in den Strafraum vorzudringen und gefährliche Pässe in die Mitte zu bringen. Einmal konnte Tikvic den Einschlag noch verhindern, beim zweiten Versuch war die Abwehr geschlagen.

Joshua Mees sorgt für Hoffnung – Düsseldorf drängt auf den Sieg

Wörle hatte bereits in der 60. Minute Joshua Mees für Charalambos Makridis gebracht. Der Offensivspieler sorgte tatsächlich für neue Impulse. In der 75. Minute zog Mees von links energisch nach innen und verschaffte sich eine gute Abschlussposition. Tim Oberdorf störte ihn jedoch entscheidend, sodass Fortuna-Torhüter Louis Lord im letzten Moment klären konnte.

Auf der Gegenseite blieb Düsseldorf die aktivere Mannschaft. Vor allem Slimani suchte immer wieder den Abschluss. Zwischen der 81. und 84. Minute erarbeiteten sich die Gäste mehrere Eckbälle und setzten Münster am eigenen Strafraum fest. Die Preußen warfen sich in die Schüsse, blockten Abschlüsse und versuchten, die gefährlichen Situationen gemeinsam zu überstehen.

Die Partie wurde zunehmend hektisch und körperbetont. Romario Rösch und Slimani sahen nach einer Auseinandersetzung in der 67. Minute Gelb. Später wurden auch Tikvic und der eingewechselte Yassine Bouchama verwarnt.

Mit fortschreitender Spielzeit deutete vieles auf eine Punkteteilung hin. Münster hatte sich nach der Pause offensiv gesteigert und verteidigte gegen die drängenden Gäste mit großem Einsatz. Düsseldorf hatte zwar die besseren Möglichkeiten, schien daraus aber keinen zweiten Treffer mehr machen zu können.

Dann kam die dritte Minute der Nachspielzeit.

Hottmann bestraft Münster in der 93. Minute

Mit einem einzigen langen Ball hebelte Fortuna Düsseldorf die Münsteraner Defensive aus. Der in der 58. Minute eingewechselte Eric Hottmann erkannte die Situation, legte sich den Ball per Kopf an Torge Paetow vorbei und hatte anschließend freie Bahn in Richtung Tor.

Preußen-Keeper Behrens kam heraus, doch Hottmann behielt die Übersicht. Der Düsseldorfer umkurvte den Torhüter und vollendete nach kurzem Zögern aus spitzem Winkel. 2:1 für die Fortuna, nur Sekunden vor dem Ende der regulär angezeigten Nachspielzeit.

Für die Münsteraner war es ein bitterer Defensivfehler im denkbar ungünstigsten Moment. Ausgerechnet in einer Phase, in der der Punktgewinn nur noch eine Frage der letzten überstandenen Sekunden zu sein schien, verlor die Hintermannschaft die entscheidende Absicherung.

Während die Düsseldorfer ihren späten Siegtreffer bejubelten, blieb den Gastgebern nur die Enttäuschung. Die Nachspielzeit hatte einen bis dahin hart erkämpften Punkt zunichtegemacht.

Erste Heimniederlage für Preußen Münster – Fortuna zieht vorbei

Für Preußen Münster ist das 1:2 ein empfindlicher Rückschlag. Die Mannschaft war in ihren ersten vier Heimspielen dieser Drittliga-Saison ungeschlagen geblieben und wollte diese Serie auch gegen Düsseldorf fortsetzen. Stattdessen steht nach dem neunten Spieltag die erste Heimniederlage.

Besonders ärgerlich aus Münsteraner Sicht: Nach dem 3:3 gegen Rot-Weiss Essen gelingt es erneut nicht, die eigene Führung über die Zeit zu bringen. Gegen Düsseldorf war die Entwicklung der Partie zwar eine andere, doch auch diesmal fehlen nach einem intensiven Kampf wichtige Punkte.

Die Fortuna verbessert sich durch den Auswärtssieg von elf auf 14 Zähler und zieht damit an Münster vorbei, das bei zwölf Punkten bleibt. Für Alexander Ende ist der Erfolg bei seinem früheren Verein zugleich ein wichtiges sportliches Signal nach den enttäuschenden Wochen zuvor.

Die Preußen müssen dagegen eine besonders schmerzhafte Niederlage verarbeiten. Ihre Reaktion nach der Pause, der Treffer von Higl und die kämpferische Leistung gegen einen spielstarken Gegner zeigten, dass die Mannschaft mithalten kann. Gleichzeitig offenbarte der Abend die entscheidenden Schwächen: zu wenig Entlastung in der ersten Halbzeit, wiederkehrende Probleme bei Düsseldorfs Angriffen über links und schließlich der folgenschwere Fehler in der Nachspielzeit.

Am Ende blieb den 13.945 Zuschauern ein Abend, der alles bot, was den Fußball ausmacht – Spannung, Leidenschaft, große Rettungstaten und einen dramatischen Siegtreffer. Nur aus Münsteraner Sicht hätte die Geschichte kaum bitterer enden können.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu