Rat Münster vor Sitzung: Atommüll, Wohnungsbau und das Ende von @muenster.de

Ratssitzung im Festsaal des Rathauses
Foto: Erich Westendarp

Teilen:

Der Rat der Stadt Münster kommt am Mittwoch, 11. Februar 2026, zu einer inhaltlich dicht gepackten Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stehen mehrere Entscheidungen mit spürbaren Auswirkungen auf die Stadtgesellschaft. Diskutiert werden unter anderem ein fraktionsübergreifender Antrag gegen Uran- und Castor-Transporte durch Münster, neue Leitlinien für schnelleres Bauen sowie das geplante Aus für die bekannten @muenster.de-E-Mail-Adressen. Die Sitzung beginnt um 16.15 Uhr im Rathaus am Prinzipalmarkt.

Breite Mehrheit stellt sich erneut gegen Atomtransporte

Politisch besonders brisant ist ein gemeinsamer Antrag von Grünen, SPD, Volt, Linken sowie der Ratsgruppe Die PARTEI/ÖDP. Die Fraktionen wollen die Risiken im Umgang mit Atommüll weiter minimieren und sprechen sich klar gegen Uran- und Castor-Transporte durch das Stadtgebiet aus.

Der Rat soll die Verwaltung beauftragen, sowohl gegenüber dem Unternehmen Urenco als auch gegenüber Landes- und Bundesbehörden auf einen Verzicht entsprechender Transporte hinzuwirken. Begründet wird der Vorstoß mit anhaltenden Sicherheitsrisiken, fehlenden Endlagerlösungen sowie der besonderen Gefährdung dicht besiedelter Räume. Münster hatte bereits in der Vergangenheit entsprechende Transporte abgelehnt – nun soll diese Haltung erneut bekräftigt werden.

Wohnungsbau: Neue Gesetze sollen schnelleres Bauen ermöglichen

Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung liegt auf dem Thema Wohnungsbau. Der Rat entscheidet über Leitlinien zur Anwendung des neuen Bundesgesetzes zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung. Die Stadt will die neuen rechtlichen Möglichkeiten gezielt nutzen, um Bauprojekte schneller zu realisieren.

Dabei betont die Verwaltung, dass es in Münster weniger an verfügbaren Flächen als an der Umsetzung genehmigter Projekte hapert. Steigende Baukosten und Finanzierungshemmnisse gelten als zentrale Bremsfaktoren. Die neuen Instrumente sollen helfen, Verfahren zu verkürzen, ohne dabei städtebauliche Qualität, Klimaschutz oder soziale Standards aufzugeben. Ein besonderer Fokus liegt weiterhin auf bezahlbarem Wohnraum.

@muenster.de: Kostenlose E-Mail-Adressen sollen auslaufen

Für viele Bürgerinnen und Bürger direkt relevant ist die Entscheidung über die Zukunft der @muenster.de-E-Mail-Adressen. Nach dem Vorschlag der Verwaltung soll der kostenlose städtische E-Mail-Service zum 31. Juli 2026 beendet werden. Hintergrund sind hohe Folgekosten und die veränderte Marktlage, da kostenlose Maildienste inzwischen flächendeckend verfügbar sind.

Nutzerinnen und Nutzer sollen jedoch die Möglichkeit erhalten, ihre Adresse kostenpflichtig über einen externen Anbieter weiterzuführen. Die Stadt will die Domain behalten und eine Übergangsphase ermöglichen. Insgesamt nutzten zuletzt noch rund 10.400 Personen das Angebot.

Das lesen andere gerade

Klimabilanz: Münster senkt Emissionen, Ziel bleibt anspruchsvoll

Mit dem kommunalen Klimacontrolling 2025 legt die Verwaltung dem Rat einen umfassenden Sachstandsbericht vor. Demnach konnte Münster seine Treibhausgasemissionen seit 1990 um rund 37 Prozent senken. Allein gegenüber der letzten Vergleichsbilanz ergibt sich ein deutlicher Rückgang.

Gleichzeitig macht der Bericht deutlich, dass die angestrebte Klimaneutralität bis 2030 nur mit zusätzlichen, tiefgreifenden Maßnahmen erreichbar ist. Neu ist, dass das Klimacontrolling künftig auch stärker Klimaanpassung und finanzielle Steuerungsinstrumente berücksichtigt, um politische Entscheidungen besser priorisieren zu können.

Weitere Anträge: Baustellen, Silvester und Grundsteuer C

Neben den großen Vorlagen befasst sich der Rat mit einer Vielzahl weiterer Anträge. Die CDU bringt unter anderem Vorschläge für ein zentrales Baustellenmanagement, ein digitales Zeitfenster-System für Recyclinghöfe sowie ein neues Konzept für den Umgang mit Silvesterfeuerwerk ein. Ziel ist es, Belastungen für Anwohnende zu reduzieren und Abläufe besser zu koordinieren.

Grüne, SPD und Volt beantragen unter anderem die Prüfung einer Grundsteuer C, um Bodenspekulation mit unbebauten, aber baureifen Grundstücken einzudämmen, sowie stadtweite Leitlinien für eine sichere und zugleich umweltverträgliche Beleuchtung.

Personalentscheidungen und Wirtschaftsplan

Auch organisatorische Themen stehen auf der Tagesordnung. Der Rat entscheidet über die Bestellung einer neuen allgemeinen Vertreterin des Oberbürgermeisters sowie über Umbesetzungen in Ausschüssen und Gremien. Zudem soll der Wirtschaftsplan von Münster Marketing für 2026 beschlossen werden.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu