
Münster. Mit einer erfundenen Geschichte über einen schweren Verkehrsunfall haben Betrüger eine 88-jährige Frau in Münster-Coerde um ihre Ersparnisse gebracht. Eine angebliche Polizistin behauptete am Telefon, die Tochter der Seniorin habe einen Unfall verursacht und müsse ins Gefängnis. Nur eine Kautionszahlung könne das verhindern. Die Frau glaubte der Geschichte und übergab ihr Bargeld an einen unbekannten Abholer.
Der Betrugsfall ereignete sich am Mittwochabend, 28. Oktober 2026. Nach Angaben der Polizei Münster erhielt die 88-Jährige einen Anruf von einer Frau, die sich als Polizeibeamtin ausgab. Die Anruferin behauptete, die Tochter der Seniorin sei in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen. Eine weitere Verkehrsteilnehmerin liege nach dem Unfall im Koma und werde möglicherweise sterben.
Um ihre Tochter vor einer angeblich drohenden Haftstrafe zu bewahren, müsse die Seniorin umgehend eine Kaution bezahlen. In mehreren Telefonaten setzten die Täter die Frau unter Druck und brachten sie schließlich dazu, ihre zu Hause aufbewahrten Ersparnisse an einen unbekannten Abholer zu übergeben. Wie viel Geld die Betrüger erbeuteten, teilte die Polizei nicht mit.
Die sogenannte Schockanruf-Masche ist seit Jahren bekannt. Betrüger geben sich dabei häufig als Polizisten, Staatsanwälte oder Angehörige aus und täuschen dramatische Notfälle vor. Mit erfundenen Unfällen und angeblich drohenden Haftstrafen versuchen sie, ihre Opfer zu schnellen Geldzahlungen zu bewegen.
Die Polizei Münster warnt deshalb erneut davor, unbekannten Personen Bargeld oder Wertgegenstände zu übergeben. Echte Polizeibeamte würden niemals telefonisch eine Kautionszahlung verlangen oder Geld durch einen Abholer entgegennehmen lassen. Betroffene sollten verdächtige Gespräche beenden und ihre Angehörigen über eine bekannte Telefonnummer kontaktieren. Im Zweifel empfiehlt die Polizei, den Notruf 110 zu wählen.
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