Stadt Münster stoppt Zaunwerbung: Neue Regeln treffen Sportvereine hart

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Antonio Tikvić hat sich bei seinem Debüt für Preußen Münster einen Kreuzbandriss zugezogen.
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Münster. Die Stadt Münster stellt die Praxis rund um Werbebanner Sportanlagen Münster auf eine neue Grundlage. Betroffen sind Sportvereine Münster, die städtische Plätze nutzen und dort bislang Zaunwerbung Münster angebracht haben. Das Sportamt hat die Vereine schriftlich aufgefordert, bestehende Banner an Ballfang- und Begrenzungszäunen zu entfernen und künftige Installationen nur noch unter klar definierten Bedingungen vorzunehmen.

Im Zentrum steht dabei nicht die Frage der Werbung selbst, sondern die technische Zulässigkeit und die Haftungsverteilung. Die Verwaltung verweist darauf, dass es sich um städtische Anlagen handelt, deren Nutzung an verbindliche Vorgaben geknüpft ist.

Technische Grundlage: Zäune sind für den Spielbetrieb ausgelegt

Nach Darstellung der Stadt Münster sind die vorhandenen Ballfang- und Begrenzungszäune konstruktiv für den regulären Trainings- und Spielbetrieb dimensioniert. Maßgeblich für die statischen Berechnungen seien Belastungen durch Ballaufprall gewesen. Zusätzliche Kräfte, die durch befestigte Werbebanner entstehen können, seien in diesen Nachweisen nicht enthalten.

Besonders im Fokus steht die Windbelastung. In Verbindung mit Niederschlägen, Schnee oder Eis könne sich die Beanspruchung erhöhen. Auch luftdurchlässige Mesh-Banner würden diese Einwirkungen lediglich reduzieren, jedoch nicht vollständig ausschließen.

Künftig soll eine Anbringung von Werbebannern nur noch im Einzelfall zulässig sein. Voraussetzung ist eine vorherige Abstimmung mit dem Sportamt Münster. Zudem soll eine statische Untersuchung vorgelegt werden, deren Kosten der jeweilige Verein trägt. In diesem Zusammenhang würde die Verantwortung einschließlich möglicher Haftungsfolgen auf den Verein übergehen.

In den Benutzungsbedingungen für städtische Sportstätten ist wirtschaftliche Werbung grundsätzlich nicht vorgesehen. Über Ausnahmen entscheidet die Verwaltung. Vor diesem Hintergrund versteht die Stadt ihr Vorgehen als Klarstellung bestehender Regelungen.

Finanzielle Bedeutung für Münsters Vereinsstruktur

Für zahlreiche Sportvereine in Münster stellen Werbebanner eine ergänzende Einnahmequelle dar. 

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Der Stadtsportbund Münster hat Gespräche mit der Verwaltung angekündigt, um die Auswirkungen zu prüfen. Hintergrund ist die Breite der betroffenen Vereinslandschaft. 

Auch politisch wird die Neuregelung thematisiert. Die CDU-Ratsfraktion kritisiert das Vorgehen des Sportamts in einer Presseinformation vom 26. Februar und fordert eine erneute Bewertung der Maßnahme.

Ob und in welcher Form die Verwaltung Anpassungen vornimmt, ist derzeit offen. Klar ist jedoch, dass die Debatte nicht nur eine Frage von Werbeflächen betrifft, sondern grundsätzliche Aspekte der Verkehrssicherungspflicht, der technischen Nachweisführung und der Finanzierung des organisierten Sports in Münster berührt.

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