
Münster. Mehrere ältere Menschen sind in Münster Opfer einer Betrugsserie geworden. Zwischen Freitag, 29. Mai, und Dienstag, 2. Juni, sollen bislang unbekannte Personen vier Senioren dazu gebracht haben, Bargeld und Wertgegenstände herauszugeben. Wie die Polizei Münster mitteilt, gaben sich die Betrüger am Telefon als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus.
Nach Angaben der Polizei Münster gingen die Unbekannten in mehreren Fällen nach einem bekannten Muster vor. Sie riefen ältere Menschen an und behaupteten, es gebe Ermittlungen gegen eine kriminelle Bande. Deshalb müssten Bargeld und Wertgegenstände angeblich vorsorglich gesichert werden. In einem weiteren Fall sollen die Anrufer behauptet haben, ein Familienmitglied des Betroffenen habe einen Verkehrsunfall verursacht. Anschließend sei eine angebliche Kaution verlangt worden.
Die Opfer übergaben daraufhin Geld und Wertgegenstände an Personen, die an verschiedenen Anschriften in Münster erschienen. Damit griffen die Betrüger auf eine Masche zurück, vor der die Polizei seit Jahren warnt. Gerade ältere Menschen werden dabei gezielt verunsichert, weil angebliche Amtspersonen Druck aufbauen und eine schnelle Entscheidung verlangen. Die echte Polizei fordert jedoch niemals dazu auf, Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände an unbekannte Personen zu übergeben.
Ob die vier Fälle miteinander zusammenhängen, ist laut Polizei Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Für die Ermittler sind nun Beobachtungen aus der Nachbarschaft besonders wichtig. Deshalb bittet die Polizei Münster Zeugen, die an den genannten Orten verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben, sich unter der Rufnummer 0251 275 0 zu melden.
Der erste bekannte Fall ereignete sich nach Polizeiangaben am Freitag, 29. Mai, zwischen 13 und 14 Uhr an einer Anschrift in der Brunostraße. Dort soll eine Frau erschienen sein. Sie wird als etwa 1,80 bis 1,85 Meter groß und 40 bis 50 Jahre alt beschrieben. Außerdem soll sie dunkles, langes Haar gehabt haben. Nach Angaben der Polizei war sie stark geschminkt und trug einen hellen, voluminösen Sommermantel.
Am Sonntag, 31. Mai, kam es gegen 18 Uhr zu einem weiteren Fall in der Linckensstraße. Dort soll ein unbekannter Mann Beute abgeholt haben. Er wird als etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß und circa 20 Jahre alt beschrieben. Zeugen schilderten ihn laut Polizei mit normaler Figur, dichtem schwarzem Haar und dunkler Kleidung. Sein Haarschnitt wurde als pilzförmig beschrieben.
Ebenfalls am Sonntag erschien gegen 20 Uhr ein Mann an einer Adresse in der Brunnenstraße. Er soll etwa 1,68 Meter groß und Mitte 30 gewesen sein. Die Geschädigte beschrieb ihn laut Polizei mit dunkelblauer Jacke, kleinen schwarzen Locken und kräftiger, aber nicht stark übergewichtiger Statur. Am Dienstag, 2. Juni, gegen 12 Uhr soll schließlich eine Frau am Einingweg erschienen sein. Sie wird als 25 bis 30 Jahre alt und 1,60 bis 1,65 Meter groß beschrieben. Nach Angaben der Polizei trug sie dunkle Haare als Zopf, ein helles Sweatshirt, eine dunkle Weste und eine dunkle Hose. Sie soll mit einem dunklen Auto geflüchtet sein.
Die Polizei warnt nach den aktuellen Fällen erneut vor falschen Polizeibeamten, angeblichen Staatsanwälten und ähnlichen Betrugsmaschen. Entscheidend ist nach Angaben der Ermittler, sich am Telefon nicht unter Druck setzen zu lassen. Wer einen verdächtigen Anruf erhält, sollte keine Angaben zu Geld, Schmuck, Konten oder anderen Vermögenswerten machen. Außerdem sollte das Gespräch beendet werden, sobald Zweifel an der Echtheit des Anrufs bestehen.
Wichtig ist auch, keine unbekannten Personen in die Wohnung zu lassen. Falls bereits jemand vor der Tür steht, sollten Betroffene die Tür geschlossen halten, eine Vertrauensperson hinzuziehen und im Zweifel die Polizei verständigen. Angebliche Amtspersonen können nach einem Dienstausweis gefragt werden. Dennoch sollten Bürger die Telefonnummer einer Behörde immer selbst heraussuchen und nicht eine Nummer zurückrufen, die ihnen am Telefon genannt wurde.
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