Wärme aus der Tiefe: Großes Geothermie-Projekt startet in Albachten-Ost

Geothermie Albachten-Ost: 102 Erdsonden versorgen 500 Wohneinheiten mit klimaneutraler Wärme aus 250 Metern Tiefe.
Für das Kalte Nahwärmenetz in Albachten-Ost bohren die Stadtwerke Münster in rund 250 Metern nach oberflächennaher Erdwärme. (Foto: baugrund süd)

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Münster. Im Neubaugebiet Albachten-Ost entsteht derzeit eines der größten Geothermieprojekte in Münster. Mit mehr als 100 Erdsonden, die bis zu 250 Meter tief ins Erdreich reichen, bauen die Stadtwerke ein zentrales Wärmesystem auf, das künftig rund 500 Wohneinheiten versorgen soll. Statt klassischer Heizungen setzt das Quartier auf ein kaltes Nahwärmenetz, das klimaneutrale Wärme effizient und langfristig bereitstellen soll. Auch eine neue Grundschule wird als erstes Gebäude an das Netz angeschlossen.

Geothermie in Albachten-Ost: Erdsondenfelder erschließen Energie

Auf der Baustelle sind aktuell mehrere Bohrtürme im Einsatz. Insgesamt sollen bis zu 102 Erdsonden in fünf Feldern installiert werden. Sie nutzen die konstante Temperatur des Erdreichs in etwa 250 Metern Tiefe und speisen die gewonnene Energie in ein zentrales Leitungsnetz ein.

Technisch arbeitet dieses Netz auf einem vergleichsweise niedrigen Temperaturniveau von rund zehn Grad Celsius. Anders als bei klassischen Fernwärmesystemen wird die Wärme nicht direkt heiß angeliefert, sondern dient als stabile Energiequelle für dezentrale Wärmepumpen in den angeschlossenen Gebäuden.

So funktioniert das Prinzip der kalten Nahwärme

Das Konzept der kalten Nahwärme basiert auf einem Temperaturniveau nahe der Umgebungstemperatur, typischerweise zwischen fünf und 35 Grad Celsius. In Albachten-Ost wird die Erdwärme über ein Sole-System transportiert. In jedem Haus hebt eine Sole-Wasser-Wärmepumpe die Temperatur auf das benötigte Niveau für Heizung und Warmwasser an.

Ein zusätzlicher Vorteil liegt im Sommerbetrieb. Das System kann auch zur Kühlung genutzt werden. Dabei wird überschüssige Wärme aus den Gebäuden ins Erdreich abgeführt, wodurch sich die Innenräume um einige Grad abkühlen lassen.

Investition von 8,5 Millionen Euro – 40 Prozent Förderung

Für das Projekt investieren die Stadtwerke Münster rund 8,5 Millionen Euro. Etwa 40 Prozent der förderfähigen Kosten sollen über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) gedeckt werden. Diese Förderquote entspricht den aktuellen Richtlinien für klimafreundliche Wärmenetz-Infrastruktur.

Die Stadt Münster verfolgt mit Albachten-Ost und dem parallel entstehenden Netz in Handorf-Kirschgarten eine klare Linie in der kommunalen Wärmewende. Neubaugebiete werden gezielt mit nachhaltigen, zentral organisierten Systemen ausgestattet.

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Zentrale Lösung mit langfristiger Bindung

Für Bauherren im Quartier bedeutet das Konzept Planungssicherheit. Eigene Heizsysteme sind nicht vorgesehen, stattdessen gilt eine 25-jährige Abnahmeverpflichtung. Individuelle Lösungen wie Gas- oder Ölheizungen sind ausgeschlossen. Lediglich Kamin- oder Kachelöfen bleiben als ergänzende Option für zusätzliche Behaglichkeit erlaubt.

Nach Angaben der Stadtwerke entfallen damit für Eigentümer Investitionen in eigene Heiztechnik sowie Wartungs- und Instandhaltungskosten. Auch der benötigte Strom für die Wärmepumpen soll als Ökostrom bereitgestellt werden.

Erste Versorgung startet mit neuer Grundschule

Als erstes Gebäude wird die neu errichtete Grundschule im Baugebiet an das Netz angeschlossen. Die Inbetriebnahme ist nach Fertigstellung im Sommer geplant. Anschließend folgen die Wohngebäude schrittweise.

Mit dem Projekt entsteht in Albachten-Ost ein großflächiges Geothermie-System, das langfristig auf klimaneutrale Wärmeversorgung ausgerichtet ist und als Modell für weitere Neubaugebiete in Münster dienen könnte.

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