
Münster. Die Reaktivierung der WLE-Strecke zwischen Münster und Sendenhorst macht Fortschritte – zumindest am Hauptbahnhof Münster. Das Eisenbahn-Bundesamt hat Mitte August 2025 den Planfeststellungsbeschluss für den Neubau des Bahnsteigs 5 gefasst. Dieser soll künftig den Endhalt für die Linie RB 68 bilden. Damit dürfen die Bauarbeiten offiziell beginnen. Die Maßnahme ist ein zentraler Baustein der geplanten „S-Bahn Münsterland“.
Während die Arbeiten am Hauptbahnhof nun rechtlich auf sicheren Füßen stehen, läuft das Planfeststellungsverfahren für die eigentliche Strecke weiterhin bei der Bezirksregierung Münster. Dort wurden zuletzt im Januar und Februar 2025 geänderte Unterlagen ausgelegt. Über Einwendungen von Bürgerinnen und Bürgern sowie mögliche Klagen ist noch nicht entschieden. Der Zeitplan für die Reaktivierung bleibt deshalb unsicher.
Nach aktuellem Stand soll die Linie RB 68 von Münster Hauptbahnhof über den neuen Halt MCC/Halle Münsterland, die Station Loddenheide, Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck bis nach Albersloh und Sendenhorst führen. Die Fahrzeit von Wolbeck in die Innenstadt soll rund 16 Minuten betragen, von Sendenhorst nach Münster etwa 30 Minuten. Damit will der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) Pendlerinnen und Pendlern eine schnelle Alternative zum Auto bieten.
Für die künftige Verbindung hat der NWL batterieelektrische Triebzüge beim spanischen Hersteller CAF bestellt. Die Fahrzeuge werden im Rahmen eines langfristigen Vertrags gewartet und sollen ab Inbetriebnahme zuverlässig und klimafreundlich unterwegs sein. Die Batterietechnik ermöglicht lokal emissionsfreien Betrieb, auch auf nicht durchgehend elektrifizierten Abschnitten.
Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt die Fortschritte am Hauptbahnhof, kritisiert jedoch den Widerstand einzelner Anwohnerinnen und Anwohner. In einer Pressemitteilung vom 18. September 2025 heißt es, eine kleine Gruppe verhindere mit Klagen den Fortschritt für viele. Pro Bahn verwendet dabei den Begriff „NIMBY“ („Not in my backyard“) und wirft den Gegnern eine einseitige Sichtweise vor. Diese Position ist eine Verbandsmeinung und Teil der öffentlichen Debatte.
Vor allem im Bereich Gremmendorf und Angelmodde gibt es Bürgerinitiativen, die sich gegen die Reaktivierung aussprechen. Sie führen unter anderem Lärmschutz, Querungsmöglichkeiten und ökologische Bedenken ins Feld. Damit steht die Politik weiterhin vor der Aufgabe, den Ausgleich zwischen regionaler Verkehrswende und lokalen Interessen zu finden.
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