Blutbuche am Rostockweg in Münster steht offenbar vor der Fällung

Die Blutbuche am Rostockweg in Münster soll gefällt werden. Der Antrag auf Naturdenkmal-Schutz blieb offenbar ohne Erfolg.
Symbolbild mit KI erstellt

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Münster. Die alte Blutbuche am Rostockweg steht offenbar kurz vor der Fällung. Nach monatelangem Protest von Anwohnern und der Initiative „Platanenpower“ ist der Antrag auf Schutz als Naturdenkmal nach Angaben der Initiative abgelehnt worden. Die Gruppe teilte am Montagabend in einer Instagram-Story mit, der Baum werde am Mittwoch gefällt. Wer die Blutbuche noch einmal sehen wolle, habe nun die letzte Gelegenheit.

Eine eigene aktuelle Pressemitteilung der Stadt Münster zu diesem konkreten Schritt war zunächst nicht öffentlich auffindbar. Der Fall hatte bereits im März für Aufmerksamkeit gesorgt, weil die geplante Fällung eines alten, ortsbildprägenden Baumes viele Menschen im Viertel mobilisierte.

Prüfung war letzte Hoffnung für den Baum

Die Blutbuche am Rostockweg war bereits vor Monaten zum Streitfall geworden. Anwohner hatten sich gegen die geplante Fällung ausgesprochen, weil der große alte Baum das Wohnumfeld sichtbar prägt. Auch die Initiative „Platanenpower“ setzte sich öffentlich für den Erhalt ein.

Zwischenzeitlich wurde geprüft, ob die Blutbuche als Naturdenkmal geschützt werden kann. Diese Prüfung galt als entscheidender Punkt im Verfahren. Nach dem nun bekannt gewordenen Stand bleibt dieser Schutz offenbar aus. Damit ist der rechtliche Spielraum für einen Erhalt deutlich kleiner geworden.

Streit zeigt Konflikt zwischen Wohnraum und Baumschutz

Der Fall steht beispielhaft für einen Konflikt, der Münster immer häufiger beschäftigt. Die Stadt wächst, Bauflächen sind knapp und Nachverdichtung gilt als wichtiges Instrument gegen Wohnungsmangel. Gleichzeitig geraten alte Bäume unter Druck, die für Schatten, Stadtklima und Lebensqualität eine wichtige Rolle spielen.

Am Rostockweg prallen diese Interessen besonders deutlich aufeinander. Auf der einen Seite steht ein privates Bauvorhaben. Auf der anderen Seite steht ein Baum, den viele Menschen im Viertel als erhaltenswert ansehen. Die Baumschutzsatzung kann solche Bäume grundsätzlich schützen. Sie verhindert eine Fällung aber nicht automatisch, wenn rechtliche Ausnahmen greifen.

Ersatzpflanzungen können alten Baum nur langfristig ausgleichen

Bei genehmigten Fällungen werden häufig Ersatzpflanzungen angeordnet oder vereinbart. Solche Maßnahmen können den Verlust eines alten Baumes jedoch nur langfristig ausgleichen. Junge Bäume brauchen viele Jahre, bis sie eine vergleichbare Wirkung für Schatten, Kühlung und Lebensraum entfalten.

Für die Unterstützer der Blutbuche dürfte die Entscheidung deshalb enttäuschend bleiben. Die Initiative bedankte sich in ihrer Mitteilung bei den Anwohnern und allen, die sich für den Baum eingesetzt hatten.

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