Nach Anschlag auf Berliner CSD: Münster lädt zur Gedenkveranstaltung

Münster erinnert bei Gedenkveranstaltung an Opfer des CSD-Anschlags
© Stadt Münster / Michael Lyra

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Münster. Nach dem Angriff am Rande des Christopher Street Days in Berlin lädt die Stadt Münster zu einer Gedenkveranstaltung ein. Sie findet am Dienstag, 28. Juli 2026, um 16.30 Uhr im Rathausinnenhof statt und soll Raum für Trauer, Mitgefühl und Solidarität bieten. Als sichtbares Zeichen hat die Stadt außerdem eine Inter-Progress-Pride-Flagge mit Trauerflor am Stadtweinhaus gehisst.

CSD-Gedenkveranstaltung: Münster erinnert an die Opfer des Angriffs

Oberbürgermeister Tilman Fuchs verurteilte die Tat deutlich. „Der schreckliche Angriff in Berlin richtet sich gegen einen Grundwert unserer Gesellschaft: Freiheit“, erklärte er. Münster wolle der Opfer gedenken und zugleich zeigen, dass die Stadt weltoffen und tolerant bleibe. Fuchs erinnerte auch an den tödlichen Angriff am Rande des CSD in Münster vor vier Jahren, bei dem ein junger trans Mann tödlich verletzt wurde. „Wir stehen an der Seite der queeren Gemeinde“, betonte der Oberbürgermeister. Am Samstagabend, 25. Juli, war in Berlin ein Fahrzeug am Rande des CSD in eine Menschenmenge gefahren. Nach Angaben der Stadt Münster kam dabei eine Frau ums Leben, 29 weitere Menschen wurden verletzt.

Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen werden überprüft

Die Stadt Münster prüft gemeinsam mit der Polizei die Sicherheitsmaßnahmen für bevorstehende Großveranstaltungen. Dazu gehört auch der Nordrhein-Westfalen-Tag, der vom 28. bis 30. August in Münster stattfindet. Die bestehenden Konzepte sollen vor dem Hintergrund des Angriffs neu bewertet und bei Bedarf angepasst werden. Auch der CSD in Münster am 15. August soll stärker geschützt werden. Die Demonstration führt vom Aasee bis zum Prinzipalmarkt und wird nach Angaben der Stadt von zusätzlichen Polizeikräften begleitet.

Pride-Flagge mit Trauerflor am Stadtweinhaus

Die Inter-Progress-Pride-Flagge wurde am Sentenzbogen des Stadtweinhauses gehisst und soll auch während der Gedenkveranstaltung sichtbar bleiben. Neben den klassischen Regenbogenfarben enthält sie weitere Farbtöne, die unter anderem für den Einsatz gegen Rassismus sowie für die Emanzipationsbewegungen von trans und intergeschlechtlichen Menschen stehen. Der Christopher Street Day erinnert an die Stonewall-Aufstände im Juni 1969 in New York. Seit 1979 finden auch in Deutschland regelmäßig CSD-Veranstaltungen statt. Münster nimmt dabei eine besondere Rolle ein: Im April 1972 fand hier die erste öffentliche Homosexuellendemonstration in der Bundesrepublik Deutschland statt.

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