
Pickel und Mitesser gehören für viele Jugendliche zum Alltag. Doch Akne kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und auch Erwachsene betreffen. Während leichte Formen häufig mit geeigneter Hautpflege und rezeptfreien Präparaten kontrolliert werden können, sollte ausgeprägte oder länger anhaltende Akne ärztlich behandelt werden. Akne zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen: Rund 85 Prozent der Menschen sind im Laufe ihres Lebens zumindest zeitweise betroffen.
Besonders häufig entwickelt sich Akne während der Pubertät, wenn hormonelle Veränderungen die Talgproduktion der Haut beeinflussen. Sie kann bereits im Kindes- und frühen Jugendalter beginnen und klingt bei vielen Betroffenen bis zum dritten Lebensjahrzehnt wieder ab.
Verschwinden die Beschwerden nicht oder tritt die Erkrankung erst nach dem 25. Lebensjahr auf, wird von Erwachsenen- oder Spätakne gesprochen. Typisch sind dann unter anderem entzündliche Veränderungen im Bereich von Kinn, Kiefer und Hals.
Nicht jede Akne muss medizinisch behandelt werden. Etwa 40 Prozent der Jugendlichen haben eine vergleichsweise leichte Form. Bei stärker ausgeprägten Verläufen kann dagegen eine längerfristige dermatologische Behandlung notwendig werden.
Akne entsteht vor allem an Körperstellen mit vielen Talgdrüsen. Dazu zählen insbesondere Gesicht, Nacken, Schultern, Brust und Rücken.
Zu den typischen Hautveränderungen gehören Mitesser, medizinisch Komedonen genannt. Daneben können sich entzündete Papeln, mit Eiter gefüllte Pusteln oder bei schwereren Verläufen größere und teilweise schmerzhafte Knoten entwickeln.
Dermatologisch werden verschiedene Formen unterschieden. Bei einer Acne comedonica stehen vor allem Mitesser im Vordergrund. Bei einer Acne papulo-pustulosa kommen entzündliche Papeln und Pusteln hinzu. Die deutlich schwerere noduläre beziehungsweise Acne conglobata kann größere Entzündungen verursachen und Narben hinterlassen.
So verlockend es sein kann: Pickel und Mitesser sollten möglichst nicht selbst ausgedrückt werden. Durch unsachgemäßen Druck können Entzündungen verstärkt und Hautschäden oder Narben begünstigt werden.
Besondere Vorsicht gilt im Bereich zwischen Nase, Oberlippe und Augen. Wegen der dortigen Gefäßverbindungen können Infektionen in seltenen Fällen schwerwiegende Folgen haben. Bei einer professionellen manuellen Ausreinigung werden Mitesser dagegen gezielt und fachgerecht entfernt.
Bei sehr leichter Akne kann bereits eine auf den Hauttyp abgestimmte Pflege ausreichen. Bei stärkeren Beschwerden richtet sich die Therapie danach, welche Hautveränderungen auftreten und wie ausgeprägt die Erkrankung ist.
Ärztlich verordnete Behandlungen können Cremes, Gele oder Lösungen umfassen. Bei schweren Formen können zusätzlich Medikamente in Tablettenform eingesetzt werden. Welche Therapie geeignet ist, sollte individuell ärztlich entschieden werden.
Auch eine professionelle Ausreinigung oder chemische Peelings können ergänzend eingesetzt werden. Bei solchen Peelings kommen beispielsweise Säuren zum Einsatz, die gegen Mitesser und Entzündungen wirken können. Diese Anwendungen gehören allerdings in der Regel nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.
Auch die Ernährung kann bei manchen Betroffenen eine Rolle spielen. Sie ersetzt jedoch keine medizinisch notwendige Aknebehandlung. Entscheidend ist, ob sich beim einzelnen Menschen ein nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmitteln und einer Verschlechterung der Haut zeigt.
Als mögliche Einflussfaktoren gelten unter anderem Milch- und Molkeproteinprodukte sowie stark verarbeitete Lebensmittel mit vielen schnell verfügbaren Kohlenhydraten. Eine pauschale Akne-Diät gibt es deshalb nicht. Sinnvoller ist es, mögliche Zusammenhänge über einen längeren Zeitraum zu beobachten und Veränderungen bei Bedarf mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft zu besprechen.
Ein Arztbesuch empfiehlt sich vor allem, wenn sich zahlreiche entzündete Pickel, größere Knoten oder Narben entwickeln, die Beschwerden über längere Zeit bestehen oder die Hautveränderungen ungewöhnlich erscheinen. Auch wenn Akne psychisch stark belastet, sollte professionelle Unterstützung gesucht werden.
Die Diagnose lässt sich häufig bereits anhand des Hautbildes stellen. Zusätzlich können unter anderem Zeitpunkt und Verlauf der Beschwerden, verwendete Kosmetikprodukte, Medikamente, Ernährung und eine mögliche familiäre Häufung eine Rolle spielen.
Je früher eine ausgeprägte Akne fachgerecht behandelt wird, desto besser lassen sich anhaltende Entzündungen und mögliche Narben vermeiden. Selbstbehandlung hat deshalb dort ihre Grenzen, wo aus gelegentlichen Pickeln eine deutlich entzündliche oder dauerhaft belastende Hauterkrankung wird.
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