Ein oft unbekannter Risikofaktor: Warum Lp(a) wichtig ist

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Foto : Vitaly Gariev / unsplash

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Cholesterinwerte kennen viele Menschen – Lipoprotein(a) dagegen deutlich weniger. Dabei kann ein hoher Lp(a)-Wert unabhängig von anderen Blutfetten das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Anders als viele klassische Risikofaktoren lässt sich die Höhe des Wertes durch Ernährung oder Bewegung kaum verändern, denn sie ist weitgehend genetisch festgelegt.

Der Wert verändert sich im Leben meist nur wenig

Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein Fett-Eiweiß-Partikel im Blut und strukturell mit LDL verwandt. Hohe Konzentrationen können Ablagerungen in den Gefäßwänden begünstigen und stehen mit einem höheren Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall in Verbindung.

Fachgesellschaften empfehlen, eine Bestimmung von Lp(a) mindestens einmal im Erwachsenenleben zu erwägen. Besonders relevant kann die Untersuchung sein, wenn Herzinfarkte oder Schlaganfälle in einer Familie ungewöhnlich früh auftreten oder bereits Gefäßerkrankungen bestehen.

Bei der Bewertung muss auf die Maßeinheit geachtet werden. Labore geben den Wert beispielsweise in Milligramm pro Deziliter oder Nanomol pro Liter an. Mit steigender Konzentration nimmt das Herz-Kreislauf-Risiko zu; ein einzelner Grenzwert bildet dieses Risiko deshalb nur vereinfacht ab.

Neue Medikamente müssen ihren Nutzen erst beweisen

Eine Besonderheit von Lp(a) ist, dass ein gesunder Lebensstil den eigentlichen Laborwert meist kaum senkt. Trotzdem bleibt er besonders wichtig: Wer einen erhöhten Lp(a)-Spiegel hat, kann sein gesamtes Herz-Kreislauf-Risiko beeinflussen, indem andere Faktoren wie LDL-Cholesterin, Bluthochdruck, Rauchen, Bewegungsmangel oder Übergewicht gezielt angegangen werden.

Für die gezielte Senkung von Lipoprotein(a) werden mehrere neue Wirkstoffe erforscht. Ein wichtiger Rückschlag wurde Anfang September 2026 bekannt: Der Wirkstoff Pelacarsen senkte in der Phase-III-Studie Lp(a), erreichte aber den primären Studienendpunkt zur Verringerung schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse nicht. Nach Angaben des Herstellers gibt es weiterhin keine zugelassene gezielte Therapie gegen erhöhtes Lp(a).

Ein erhöhter Wert bedeutet dabei nicht, dass automatisch ein Herzinfarkt oder Schlaganfall folgen wird. Er ist vielmehr ein zusätzlicher Risikofaktor, der gemeinsam mit Blutdruck, LDL-Cholesterin, Vorerkrankungen, Rauchen und weiteren Faktoren eingeordnet werden muss.

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