
Die Heizung bleibt kalt, obwohl das Thermostat aufgedreht ist: Zum Beginn der Heizsaison fällt das besonders auf. Doch nicht jeder kühle Heizkörper ist defekt. Entscheidend ist zunächst, ob der Raum tatsächlich zu kalt bleibt. Danach lässt sich eingrenzen, ob die Einstellung, Luft im Heizkörper oder die zentrale Anlage die Ursache sein könnte.
Ein Thermostat regelt die gewünschte Temperatur im Zimmer. Ist diese erreicht, drosselt es den Zufluss des Heizwassers. Dann darf der Heizkörper abkühlen. Stufe drei entspricht bei vielen Modellen ungefähr 20 Grad. Die Skala ist allerdings eine Orientierung und kein geeichtes Thermometer.
Messen Sie deshalb die Temperatur im Raum und kontrollieren Sie programmierte Heizzeiten. Bei elektronischen Thermostaten lohnt auch der Blick auf Batterieanzeige und Betriebsmodus. Die Verbraucherzentrale erklärt die Funktion der Thermostatventile: Sie reagieren auf die Temperatur in ihrer Umgebung. Ein schwerer Vorhang vor dem Regler kann deshalb die Regelung beeinträchtigen.
Vergleichen Sie mehrere Räume. Bleibt nur ein Heizkörper kühl, während andere warm werden, ist das eine andere Ausgangslage als ein Ausfall in der gesamten Wohnung. Notieren Sie außerdem, ob Warmwasser verfügbar ist und seit wann das Problem besteht. Diese Beobachtungen helfen bei der Meldung an die Hausverwaltung.
Rücken Sie Möbel und lange Vorhänge vom Heizkörper ab. Sie behindern die Wärmeabgabe. Wer sofort alle Regler auf die höchste Stufe dreht, erfährt dagegen wenig über die Ursache. Der Regler ersetzt keine Prüfung der Anlage.
Gluckernde Geräusche und ungleichmäßige Erwärmung können auf Luft hinweisen. Vor dem Entlüften einer Zentralheizung im Mehrfamilienhaus ist eine Abstimmung mit der Verwaltung sinnvoll: Der Anlagendruck muss vor und nach dem Vorgang kontrolliert werden.
Die Verbraucherzentrale beschreibt das Entlüften mit geöffnetem Thermostat, Auffanggefäß und Lappen. Das dafür vorgesehene Ventil wird vorsichtig geöffnet und geschlossen, sobald Wasser statt Luft austritt. Vorsicht vor heißem Wasser. Schrauben Sie das Ventil nicht vollständig heraus. Wer das Entlüftungsventil nicht sicher erkennt, sollte die Arbeit einem Fachbetrieb überlassen.
Hilft Entlüften nicht oder kehrt das Problem rasch zurück, ist weiteres Probieren keine dauerhafte Lösung. Eine ungünstige Verteilung des Heizwassers kann dazu führen, dass einige Räume überversorgt werden und andere zu wenig Wärme erhalten. Ein hydraulischer Abgleich stimmt die Anlage auf den Wärmebedarf der einzelnen Räume ab. Ob er erforderlich ist, prüft ein Fachbetrieb.
Mieter sollten der Verwaltung betroffene Räume, gemessene Temperaturen und die bisherigen Beobachtungen mitteilen. Arbeiten an Pumpen, Leitungen oder der zentralen Regelung gehören in fachkundige Hände.
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