US-Inflation steigt auf 3,7 Prozent und erhöht den Druck auf die Notenbank

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Inflation in den USA hat im September 2026 erneut angezogen. Die Verbraucherpreise lagen 3,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, wie das US-Arbeitsministerium am Mittwoch, 14. Oktober, mitteilte. Besonders stark verteuerte sich Benzin. Gleichzeitig stieg auch die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden. Damit erhält die Diskussion über weitere Zinserhöhungen der amerikanischen Notenbank neuen Auftrieb.

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Verbraucherpreise steigen stärker als im August

Die US-Inflation im September 2026 ist gegenüber dem Vormonat deutlich gestiegen. Während die jährliche Teuerungsrate im August noch bei 3,4 Prozent gelegen hatte, erreichte sie im September 3,7 Prozent. Ökonomen hatten im Vorfeld überwiegend mit einem Anstieg auf 3,6 bis 3,7 Prozent gerechnet.

Gegenüber August erhöhten sich die Verbraucherpreise saisonbereinigt um 0,6 Prozent. Im August hatte der monatliche Anstieg noch 0,4 Prozent betragen. Damit beschleunigte sich die Preisentwicklung erneut.

Auch die Kerninflation fiel höher aus als erwartet. Ohne Lebensmittel und Energie stiegen die Preise gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent. Volkswirte hatten überwiegend mit 0,2 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich erhöhte sich die Kernrate von 2,4 auf 2,6 Prozent. Das zeigt, dass sich der Preisauftrieb nicht allein auf Energieprodukte beschränkt.

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Benzinpreise treiben die Inflation deutlich nach oben

Haupttreiber des Preisanstiegs waren die Energiekosten. Benzin verteuerte sich im September gegenüber August saisonbereinigt um 9,1 Prozent und war damit für mehr als die Hälfte des monatlichen Anstiegs der gesamten Verbraucherpreise verantwortlich. Energie insgesamt wurde um 5,2 Prozent teurer. Im Jahresvergleich lagen die Energiepreise sogar 20,4 Prozent höher.

Auch außerhalb des Energiesektors gab es Preissteigerungen. Die Wohnkosten erhöhten sich im September um 0,4 Prozent. Gebrauchtwagen verteuerten sich um 0,7 Prozent, Flugtickets um 1,2 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Preise für Freizeitangebote, Bildung und medizinische Dienstleistungen.

Bei Lebensmitteln zeigte sich dagegen eine stabilere Entwicklung. Insgesamt blieben die Lebensmittelpreise gegenüber August unverändert. Nahrungsmittel für den heimischen Verbrauch verbilligten sich leicht um 0,1 Prozent. Im Jahresvergleich lagen die Lebensmittelpreise allerdings weiterhin 2,5 Prozent höher.

Fed steht vor schwieriger Zinsentscheidung

Die neuen Inflationsdaten treffen die US-Notenbank Federal Reserve in einer angespannten Phase ihrer Geldpolitik. Erst am 16. September hatte sie den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Es war die erste Zinserhöhung seit 2023.

Mit diesem Schritt will die Notenbank die Inflation wieder näher an ihr langfristiges Ziel von zwei Prozent bringen. Die September-Daten zeigen jedoch, dass der Preisdruck weiterhin erheblich ist.

Besonders die gestiegene Kerninflation dürfte bei den Beratungen eine Rolle spielen. Sie deutet darauf hin, dass nicht ausschließlich die Energiepreise für den Anstieg verantwortlich sind. Höhere Zinsen können die Nachfrage dämpfen, Investitionen verteuern und damit mittelfristig den Preisauftrieb bremsen. Auf unmittelbar durch Energieengpässe verursachte Kostensteigerungen haben sie dagegen nur begrenzten Einfluss.

Die nächste reguläre Sitzung der Federal Reserve ist für den 27. und 28. Oktober angesetzt. Vor Veröffentlichung der Inflationszahlen rechneten die Finanzmärkte überwiegend damit, dass die Notenbank den Leitzins zunächst unverändert lassen würde. Weitere Zinserhöhungen im Jahresverlauf galten allerdings als möglich. Eine Entscheidung über den nächsten Zinsschritt ist noch nicht gefallen.

Finanzmärkte reagieren empfindlich auf Inflationsrisiken

Die Entwicklung der Verbraucherpreise beeinflusst die Erwartungen an die amerikanische Geldpolitik und damit auch Aktienkurse, Anleiherenditen und Wechselkurse. Bereits vor Veröffentlichung der September-Zahlen hatten Anleger ihre Zinserwartungen angepasst.

Nach einem am Mittwoch um 10:49 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit veröffentlichten Marktbericht des Wall Street Journal lagen die Terminkontrakte auf den Dow Jones rund 0,3 Prozent und auf den S&P 500 etwa 0,2 Prozent im Plus. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen war auf etwa 5,19 Prozent gesunken. Diese Werte stammen ausdrücklich aus der Zeit vor Bekanntgabe der Inflationsdaten.

Die stärkere Kerninflation liefert den Anlegern nun ein weiteres Argument, mit anhaltend hohen US-Zinsen zu rechnen. Eine unmittelbar durch die neuen Verbraucherpreisdaten ausgelöste Kursbewegung war zum Stand von 14:34 Uhr MESZ noch nicht verlässlich beziffert.

Steigende Preise belasten weiterhin die Kaufkraft

Für amerikanische Haushalte bedeuten die neuen Zahlen, dass sich die Lebenshaltungskosten erneut schneller erhöhen. Besonders die kräftigen Preissteigerungen bei Kraftstoffen machen sich unmittelbar im Alltag bemerkbar.

Auch international hat die Entwicklung Bedeutung. Die US-Zinspolitik beeinflusst globale Kapitalströme, die Finanzierungskosten für Unternehmen und Staaten sowie den Wechselkurs des Dollars. Weitere Zinserhöhungen könnten deshalb auch außerhalb der Vereinigten Staaten wirtschaftliche Folgen haben.

Die September-Zahlen verdeutlichen zugleich, dass eine sinkende Inflationsrate nicht mit fallenden Preisen gleichzusetzen ist. In den USA beschleunigt sich die Teuerung inzwischen wieder. Damit wächst der Druck auf die Federal Reserve, ihr Inflationsziel zu erreichen, ohne das Wirtschaftswachstum unnötig zu bremsen.

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