Wie Kinder mit Asthma leben lernen: Therapie, Reha und Notfallwissen

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Foto: Ben Wicks

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Asthma bei Kindern ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Die Therapie von Asthma bei Kindern umfasst medizinische Behandlung, gezielte Schulungen und praktische Übungen, damit Familien den Alltag sicher meistern können. In spezialisierten Einrichtungen lernen junge Patientinnen und Patienten spielerisch, was in ihren Atemwegen passiert und wie sie mit Atemnot umgehen. Solche Reha-Programme zeigen, wie eng medizinische Betreuung und pädagogische Konzepte miteinander verbunden sind, wenn es um kindgerechte Asthma-Therapie geht.

Warum Asthma bei Kindern so häufig ist

Nach übereinstimmenden medizinischen Fachinformationen entwickelt bis zu jedes zehnte Kind im Laufe der frühen Lebensjahre eine asthmatische Erkrankung. Meist treten erste Beschwerden bereits vor dem fünften Geburtstag auf. Typisch sind wiederkehrender Husten, pfeifende Atemgeräusche, Kurzatmigkeit oder ein Engegefühl in der Brust. Besonders nachts, bei körperlicher Belastung oder in emotionalen Situationen können sich die Symptome verstärken.

Asthma bei Kindern beruht auf chronisch entzündeten Bronchien, die überempfindlich auf Reize reagieren. Allergien gegen Hausstaubmilben, Pollen, Tierhaare oder Schimmelpilze zählen zu den häufigsten Auslösern. Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle. Wenn Eltern oder Geschwister betroffen sind, steigt das Risiko deutlich. Zusätzlich wird diskutiert, ob frühe schwere Atemwegsinfektionen das Erkrankungsrisiko erhöhen können.

Im akuten Fall verengen sich die Atemwege stark. Die Muskulatur rund um die Bronchien zieht sich zusammen, zusätzlich bildet sich Schleim. Für die Betroffenen fühlt sich das an, als würde die Luft nicht mehr richtig durchkommen. Ein solcher Asthmaanfall kann im Ernstfall lebensbedrohlich werden und erfordert schnelles Handeln.

Diagnose und medizinische Therapie

Die sichere Diagnose von Asthma bei Kindern ist nicht immer einfach. Gerade im Kleinkindalter lassen sich Lungenfunktionstests nur eingeschränkt durchführen, da die Untersuchung eine aktive Mitarbeit erfordert. Fachleute setzen unter anderem auf die sogenannte Fluss-Volumen-Spirometrie oder eine Bodyplethysmographie. Beide Verfahren messen die Atemleistung und geben Hinweise auf verengte Atemwege. Verlässlich sind diese Tests meist erst ab dem Vorschulalter.

Zur Standardtherapie gehören zwei Säulen: ein Notfallmedikament für akute Beschwerden sowie eine entzündungshemmende Dauertherapie. Der Wirkstoff Salbutamol erweitert im Anfall rasch die Bronchien. Tritt nach etwa zehn Minuten keine ausreichende Besserung ein, kann die Anwendung wiederholt werden. Bleibt die Atemnot bestehen, ist der Notruf 112 zu wählen.

Langfristig ist bei vielen Kindern eine inhalative Kortisontherapie notwendig. Sie wirkt entzündungshemmend und reduziert die Überempfindlichkeit der Atemwege. Fachgesellschaften weisen darauf hin, dass moderne Dosierungen in der Regel gut verträglich sind. Gelegentlich kann es zu Heiserkeit oder Pilzinfektionen im Mund kommen. Diese Risiken lassen sich minimieren, wenn Kinder nach dem Inhalieren den Mund ausspülen oder etwas trinken. Wichtig ist zudem die korrekte Anwendung der Inhalationsgeräte. Spezielle Inhalierhilfen, sogenannte Spacer, verbessern die Wirkstoffaufnahme in der Lunge erheblich.

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Spielerische Schulung in der Reha

Neben der medikamentösen Behandlung gewinnen Schulungsprogramme an Bedeutung. In spezialisierten Reha-Kliniken verbringen Kinder mit Asthma mehrere Wochen, häufig gemeinsam mit einem Elternteil. Ziel ist es, die Erkrankung verständlich zu erklären und Sicherheit im Umgang mit Symptomen zu vermitteln.

Therapeutische Konzepte setzen dabei auf anschauliche Methoden. Durch Bewegungsspiele oder symbolische Übungen lernen Kinder, wie sich verengte Bronchien anfühlen und was bei einem Asthmaanfall geschieht. Gleichzeitig werden Atemtechniken wie die Lippenbremse oder entlastende Körperhaltungen trainiert. Diese Strategien helfen, in Stresssituationen ruhiger zu atmen und Panik zu vermeiden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Elternschulung. Sie erhalten Informationen zu Medikamenten, Dosierungen und Notfallplänen. Ebenso wird geübt, wie Inhalatoren korrekt angewendet werden. Fachleute empfehlen, die Handhabung regelmäßig zu kontrollieren, da Anwendungsfehler die Wirksamkeit deutlich mindern können.

Solche Rehabilitationsangebote ergänzen die ambulante Versorgung durch Kinder- und Jugendpneumologen. Sie tragen dazu bei, dass Kinder trotz chronischer Erkrankung aktiv am Alltag teilnehmen, Sport treiben und Selbstvertrauen entwickeln können.

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