
Paderborn. Vier Frühgeborene auf der Intensivstation der Frauen- und Kinderklinik St. Louise in Paderborn sind positiv auf Enterobacter getestet worden. Zwei von ihnen entwickelten eine schwere Sepsis, eines der Kinder starb trotz intensivmedizinischer Behandlung. Nun untersucht die Klinik, wie es zu den Infektionen kommen konnte und ob die Fälle miteinander zusammenhängen.
Das Frühgeborene starb am Dienstag, 18. August 2026. Ein weiteres Kind erkrankte ebenfalls schwer an einer Sepsis. Dessen zunächst kritischer Zustand hatte sich nach Angaben der Klinik bis Sonntag weiter stabilisiert.
Bei zwei weiteren Frühgeborenen wurde Enterobacter ebenfalls nachgewiesen. Sie zeigten bislang jedoch keine Krankheitssymptome. Deshalb ist die Unterscheidung wichtig: Bei vier Kindern wurde der Erreger festgestellt, erkrankt sind nach aktuellem Stand zwei von ihnen.
Die entsprechenden Laborbefunde lagen nach Klinikangaben am Donnerstag, 20. August, vor. Bei der Aufnahme der betroffenen Kinder waren die Screenings zunächst negativ ausgefallen. Nun soll geklärt werden, wann und auf welchem Weg es zu einer möglichen Übertragung gekommen ist.
Noch steht auch nicht abschließend fest, ob bei allen betroffenen Frühgeborenen derselbe Enterobacter-Stamm vorliegt. Dafür wurden molekulargenetische Untersuchungen veranlasst. Der bislang festgestellte Erreger ist nach Angaben der Klinik nicht multiresistent.
Die Klinik hat als Vorsichtsmaßnahme ihre Hygiene- und Schutzmaßnahmen verschärft. Dazu gehören zusätzliche mikrobiologische Untersuchungen, verstärkte Desinfektionsmaßnahmen sowie eine möglichst zimmergebundene Versorgung der betroffenen Kinder.
Für die neonatologische Intensivstation gilt vorübergehend ein Aufnahmestopp. Notfälle können weiterhin versorgt werden. Andere Bereiche der Frauen- und Kinderklinik St. Louise sind nicht generell geschlossen. Auch das Gesundheitsamt sowie Fachleute aus Krankenhaushygiene und Mikrobiologie sind in die Aufklärung eingebunden.
Die Klinik informierte nach einem aktuellen lokalen Bericht am Freitag, 21. August, die Polizei. Für Montag, 24. August, ist eine Obduktion des gestorbenen Frühgeborenen vorgesehen. Sie soll klären, woran das Kind genau gestorben ist.
Bei der Rolle der Staatsanwaltschaft ist weiterhin Zurückhaltung geboten. Die Staatsanwaltschaft Paderborn ist mit dem Todesfall befasst. Ob bereits ein förmliches strafrechtliches Ermittlungsverfahren geführt wird, ist nach dem öffentlich bekannten Stand jedoch nicht eindeutig bestätigt.
Entscheidend ist nun die Frage, ob die vier Nachweise auf eine gemeinsame Übertragung zurückgehen. Dazu sollen die mikrobiologischen und molekulargenetischen Untersuchungen weitere Hinweise liefern. Auch die Ergebnisse der Obduktion könnten für die weitere Aufklärung des Todesfalls wichtig werden.
Bis diese Untersuchungen abgeschlossen sind, lässt sich weder eine konkrete Infektionsquelle noch eine mögliche Verantwortlichkeit belastbar benennen.
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