
Der Machtkampf in der nordrhein-westfälischen AfD trifft nun auch einen prominenten Funktionär aus dem Münsterland. Gegen Christian Blex aus dem Kreis Warendorf, Landtagsabgeordneten und Schatzmeister der AfD NRW, läuft nach Informationen des WDR ein Parteiausschlussverfahren. Der Bundesvorstand soll es am Montag, 21. September, eingeleitet haben. Blex weist die Vorwürfe zurück.
Im Mittelpunkt stehen demnach zwei Komplexe. Blex soll beim Listenparteitag der NRW-AfD in Marl Mitglieder eingeschüchtert haben. Zudem geht es um mögliche Unregelmäßigkeiten bei Zahlungen an die neue AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland. Zu den finanziellen Vorwürfen sind bislang nur wenige Details öffentlich bekannt.
Nach WDR-Informationen wurden Blex vorläufig Mitgliedsrechte entzogen. Damit kann er sein Amt als Landesschatzmeister zunächst nicht ausüben. Einen endgültigen Parteiausschluss bedeutet das allerdings nicht. Darüber muss das zuständige Parteischiedsgericht entscheiden.
Blex erklärte gegenüber dem WDR, er habe sich nichts vorzuwerfen und sei zuversichtlich, die Anschuldigungen entkräften zu können. Zum Zeitpunkt des Berichts habe er nach eigener Aussage noch keine offizielle Mitteilung erhalten. Erst im März 2026 war er erneut zum Schatzmeister des Landesverbandes gewählt worden. Auf der aktuellen Internetseite der AfD NRW wird er weiterhin in dieser Funktion geführt.
Das Parteiausschlussverfahren gegen Christian Blex fällt mitten in einen länger schwelenden Konflikt innerhalb des Landesverbandes. Beim Parteitag zur Aufstellung der Landesliste für die NRW-Wahl 2027 standen sich das Lager um Landeschef Martin Vincentz und innerparteiliche Gegner gegenüber. Mit der sogenannten „Operation Filibuster“ versuchten Mitglieder des gegnerischen Lagers, die Listenaufstellung durch zahlreiche Kandidaturen in die Länge zu ziehen. Auch die AfD-Bundesspitze schaltete sich in den Streit ein.
Blex stellt selbst einen zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Vorgehen gegen ihn und einem Beschluss des NRW-Landesvorstandes her. Dieser hatte nach seiner Darstellung zuvor prüfen wollen, ob Verantwortliche der Filibuster-Aktion wegen politischer und finanzieller Schäden zur Verantwortung gezogen werden könnten. Belegt ist ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Verfahren gegen Blex bislang nicht.
Der Fall hat auch einen deutlichen regionalen Bezug. Blex stammt aus dem Kreis Warendorf, gehört seit 2017 dem NRW-Landtag an und wird von der AfD zudem als stellvertretender Vorsitzender des Bezirks Münster geführt. Zu diesem Parteibezirk gehören unter anderem Münster sowie die Kreise Warendorf, Steinfurt, Coesfeld und Borken.
Für Blex ist es nicht die erste schwere Auseinandersetzung innerhalb der eigenen Partei. 2022 wurde er nach einer nicht abgestimmten Russland-Reise aus der AfD-Landtagsfraktion ausgeschlossen. Später wurde er wieder aufgenommen.






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