
Westfalen-Lippe (lwl). Im Westfalenparlament zeichnet sich ein politischer Kurswechsel ab. Nach fünf Jahren endet die Zusammenarbeit von CDU und Grünen in der Landschaftsversammlung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). Künftig soll eine Koalition aus CDU und SPD die Mehrheit stellen. Entsprechende Gespräche laufen, ein Start der neuen Zusammenarbeit gilt ab Ende Januar 2026 als wahrscheinlich.
Die CDU bleibt stärkste Kraft im Westfalenparlament und stellt künftig 39 Mitglieder. Die SPD kommt auf 27 Sitze. Zusammen verfügen beide Fraktionen über 66 Mandate. Bei insgesamt 114 Mitgliedern liegt die einfache Mehrheit bei 58 Sitzen – CDU und SPD hätten damit einen deutlichen Puffer.
Die neue Größe der Landschaftsversammlung ergibt sich aus aktuellen Stadtratsentscheidungen unter anderem in Bielefeld und Gelsenkirchen. Damit verändert sich auch die Zusammensetzung des Gremiums im Vergleich zur laufenden Wahlperiode deutlich.
Neben der möglichen neuen Koalition sind auch die übrigen Kräfte klar verteilt. Die AfD kommt auf 18 Sitze, die Grünen auf 14. Die Linke stellt künftig sechs Mitglieder. Kleinere Parteien sind ebenfalls vertreten: Die Tierschutzpartei und „Die PARTEI“ bilden gemeinsam eine Fraktion mit zwei Sitzen, FDP und Freie Wähler kommen gemeinsam auf sechs Mandate. BSW und Volt sind jeweils mit einem Sitz vertreten.
Diese Zusammensetzung macht deutlich, dass CDU und SPD künftig das politische Geschehen im Westfalenparlament maßgeblich prägen dürften.
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Aus dem Münsterland ziehen insgesamt 17 Direktmandate in die Landschaftsversammlung ein. Davon entfallen sieben auf die CDU, fünf auf die SPD, vier auf die Grünen und ein Mandat auf die AfD.
Die Sitze verteilen sich regional wie folgt: Der Kreis Steinfurt stellt fünf Mitglieder, der Kreis Borken vier. Je drei Mandate kommen aus dem Kreis Warendorf und aus der Stadt Münster. Der Kreis Coesfeld ist mit zwei Direktmandaten vertreten. Damit bleibt das Münsterland ein wichtiges politisches Gewicht innerhalb des LWL.
Die Landschaftsversammlung ist das oberste politische Gremium des LWL. Ihre Mitglieder werden nicht direkt gewählt, sondern von den Kreistagen und Räten der kreisfreien Städte entsandt. Zentrale Aufgabe des Westfalenparlaments ist die Festlegung politischer Grundlinien, die Wahl der Gremien und vor allem der Beschluss über Haushalt und Landschaftsumlage.
Gerade diese Umlage ist für Städte und Kreise von großer finanzieller Bedeutung, da sie wesentliche Aufgaben des LWL finanziert. Dazu zählen unter anderem die Eingliederungshilfe, psychiatrische Versorgung, der Maßregelvollzug, Förderschulen sowie zahlreiche kulturelle Einrichtungen.
Die endgültige Sitzverteilung für die neue Wahlperiode soll Mitte Dezember offiziell bekanntgegeben werden. Die konstituierende Sitzung der Landschaftsversammlung ist für den 22. Januar 2026 vorgesehen. Alles deutet darauf hin, dass CDU und SPD dann erstmals gemeinsam die politische Verantwortung im Westfalenparlament übernehmen.
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