Olympia-Bewerbung in NRW bekommt Rückenwind: Bürgerentscheide fallen positiv aus

Bezirksregierung Münster unterstützt die Olympia-Bewerbung von KölnRheinRuhr mit Gelsenkirchen, Recklinghausen und Herten.
Recklinghausens Bürgermeister Axel Tschersich, Bodo Menze, Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze, Regierungspräsident Andreas Bothe und Hertens Bürgermeister Fred Toplak machen sich vor der VELTINS-Arena in Gelsenkirchen für die Olympia-Bewerbun / ©Stadt Gelsenkirchen – Gerd Kaemper

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Die Olympia-Bewerbung „KölnRheinRuhr“ hat in NRW eine wichtige Hürde genommen. In allen 17 beteiligten Kommunen stimmte eine Mehrheit für das Projekt. Nur in Herten reicht das deutliche Ja am Ende nicht aus, weil das notwendige Quorum verfehlt wurde. Damit kann die Region mit breiter Rückendeckung in das weitere Auswahlverfahren gehen. Münster selbst war an den Abstimmungen nicht beteiligt, liegt aber im regionalen Umfeld der Bewerbung.

Breite Zustimmung für das Projekt in Nordrhein-Westfalen

Nach Angaben der Landesregierung haben sich rund 1,4 Millionen Menschen an den Abstimmungen beteiligt. Dieses Votum gilt als wichtiger Schritt für die Bewerbung, weil das Konzept nun mit einer breiten demokratischen Legitimation in die nächste Phase gehen kann. Die Bürgerentscheide waren vor allem deshalb von Bedeutung, weil das Projekt in vielen Städten und Regionen des Landes verankert werden soll.

Köln nimmt im Konzept eine Schlüsselrolle ein

Besonders genau wurde auf das Ergebnis in Köln geschaut. Die Stadt gilt im Konzept als „Leading City“ der Bewerbung und hat mit 56,88 Prozent zugestimmt. Vorgesehen sind dort unter anderem das temporäre Leichtathletikstadion, das Olympische und Paralympische Dorf sowie der Media-Hub. Damit wäre Köln eines der organisatorischen Zentren möglicher Spiele an Rhein und Ruhr.

Herten fällt trotz klarer Mehrheit aus dem Konzept

Die einzige Kommune, in der das Projekt praktisch scheitert, ist Herten. Zwar stimmten dort 73,79 Prozent der Teilnehmenden mit Ja, doch das gesetzlich notwendige Quorum wurde verfehlt. Nur 12,55 Prozent aller Stimmberechtigten votierten für die Bewerbung. Damit fällt Herten aus dem bisherigen Konzept heraus, obwohl dort gemeinsam mit Recklinghausen Mountainbike-Wettbewerbe geplant waren.

Bewerbung setzt auf vorhandene Infrastruktur

Ein zentrales Argument der Olympia-Bewerbung ist der Verzicht auf große dauerhafte Neubauten. Nach Angaben der offiziellen Bewerbungsseite sind alle benötigten Sportstätten bereits vorhanden oder nur temporär vorgesehen. Für die Durchführung werden rund 4,8 Milliarden Euro angesetzt, während die erwarteten Einnahmen bei etwa 5,2 Milliarden Euro liegen sollen. Die Initiatoren stellen das Projekt damit als wirtschaftlich tragfähig und infrastrukturell realistisch dar.

Für Münster gibt es derzeit keine direkte Rolle

Münster gehört nicht zu den 17 beteiligten Olympia-Kommunen und ist im bisherigen Konzept weder als Abstimmungsort noch als Wettkampfstätte vorgesehen. Der Bezug zur Bewerbung bleibt deshalb vor allem indirekt. Sichtbarer ist das Thema im Regierungsbezirk Münster eher über Städte wie Gelsenkirchen, Recklinghausen und Herten, die im Konzept ausdrücklich auftauchen.

Entscheidung über die deutsche Bewerbung fällt erst später

Mit den Bürgerentscheiden ist die Olympia-Bewerbung noch nicht entschieden. Der nächste wichtige Termin ist die außerordentliche DOSB-Mitgliederversammlung am 26. September 2026. Dort wird festgelegt, welche deutsche Region in das internationale Auswahlverfahren gehen soll. Eine endgültige Entscheidung des IOC wird frühestens ab 2027 erwartet.

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