
Warendorf. Das Spielwarengeschäft Warendorf „Pechers Spielparadies“ beendet Anfang Mai seinen Betrieb. Damit verschwindet aus der Innenstadt Warendorf ein inhabergeführtes Fachgeschäft, das seit über einem Jahrhundert Teil des lokalen Einzelhandel Warendorf war. Der Räumungsverkauf beginnt am 2. März am Standort Oststraße.
Mit der Entscheidung endet eine 103 Jahre währende Unternehmensgeschichte. Das Geschäft wurde in den frühen 1920er-Jahren gegründet und entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer festen Adresse für Spielwaren in Warendorf. Seit 1990 wird Pechers Spielparadies Warendorf von der Familie Hölscher geführt. Ein zweiter Standort des Unternehmens in Oelde bleibt bestehen.
Die Anfänge des Unternehmens liegen am Heumarkt, später erfolgte der Umzug an die Oststraße. Dort prägte das Geschäft über Jahrzehnte das Bild der Warendorfer Innenstadt. Seit 1971 gehören überdimensionierte Spielfiguren an der Fassade zum markanten Erscheinungsbild des Gebäudes.
Als inhabergeführtes Fachgeschäft setzte Pechers Spielparadies Warendorf auf persönliche Beratung und ein spezialisiertes Sortiment. Über Generationen hinweg war das Geschäft Bestandteil des innerstädtischen Handelsangebots. Mit der bevorstehenden Schließung verliert die Innenstadt Warendorf einen weiteren unabhängigen Anbieter im stationären Einzelhandel.
Die Zahl inhabergeführter Fachgeschäfte ist bundesweit rückläufig. Auch in mittelgroßen Städten verändert sich die Struktur der Innenstädte spürbar. Die Schließung in Warendorf reiht sich in diese Entwicklung ein.
Seit 2020 haben sich die Rahmenbedingungen für den stationären Einzelhandel Warendorf deutlich verschärft. Während der Corona-Pandemie musste der Fachhandel zeitweise schließen. Parallel dazu gewann der Onlinehandel weiter an Marktanteilen. Viele Kundinnen und Kunden änderten dauerhaft ihr Einkaufsverhalten.
Hinzu kamen steigende Kosten, veränderte Konsumgewohnheiten und eine insgesamt zurückhaltendere Nachfrage. Für kleinere Fachgeschäfte ohne Filialstruktur oder große Einkaufsgemeinschaften bedeutet diese Entwicklung eine besondere Herausforderung.
Auch Pechers Spielparadies investierte in Modernisierungen und Sortimentsanpassungen. Dennoch sank die Kundenfrequenz in den vergangenen Jahren. Eine Fortführung am Standort Warendorf erwies sich wirtschaftlich nicht mehr als tragfähig.
Parallel dazu wird die Innenstadt Warendorf seit rund zwei Jahren baulich umgestaltet. Nach Angaben der Stadt betreffen die Maßnahmen unter anderem Bereiche rund um Heumarkt, Krickmarkt sowie angrenzende Straßen. Ziel ist die Aufwertung und Neugestaltung der Fußgängerzone. In einzelnen Bauphasen kam es zu Sperrungen und veränderter Wegeführung.
Für Betriebe im direkten Umfeld bedeuteten die Bauarbeiten zeitweise eine erschwerte Erreichbarkeit. Das Ladenlokal an der Oststraße liegt im unmittelbaren Einflussbereich dieser Maßnahmen.
Eine Nachfolgelösung für Pechers Spielparadies Warendorf konnte nicht realisiert werden. Die Mitarbeiterinnen wechseln an den Standort in Oelde. Mit der Schließung endet in Warendorf eine über 100-jährige Handelsgeschichte im Herzen der Stadt.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu