Warendorf plant klimaneutrale Wärme aus der Ems für die Altstadt

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Foto: Makalu

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Warendorf. In Warendorf entsteht mit dem Projekt Emswärme Warendorf ein neues Konzept für die Wärmeversorgung der Innenstadt. Die Stadt plant, Energie aus dem Wasser der Ems zu gewinnen und über ein neues Wärmenetz Warendorf an Gebäude in der historischen Altstadt zu verteilen. Ziel ist eine klimaneutrale Heizversorgung für zahlreiche Häuser im Zentrum. Das Energieprojekt Warendorf stößt bereits über die Stadt hinaus auf Interesse, weil viele Kommunen nach Alternativen zu fossilen Heizsystemen suchen.

Vertreter aus verschiedenen Städten haben sich vor Ort über den aktuellen Stand informiert. Nach übereinstimmenden Medienberichten nahmen Delegationen aus 14 Kommunen an einem Termin auf der Baustelle teil, um das Projekt näher kennenzulernen. Der Austausch zeigt, dass die Nutzung von Flusswasser für Heizsysteme zunehmend als mögliche Lösung für kommunale Wärmeplanung betrachtet wird.

Die zentrale Idee hinter der Wärme aus der Ems Warendorf besteht darin, die im Fluss gespeicherte Energie technisch nutzbar zu machen. Die Ems verläuft direkt durch die Innenstadt, was den Zugang zu dieser Energiequelle erleichtert. Über eine Anlage zur Wärmegewinnung soll die Energie aus dem Wasser entzogen und anschließend über Leitungen an Gebäude weitergegeben werden.

Wärmenetz soll historische Gebäude der Innenstadt versorgen

Ein wichtiger Grund für das Projekt ist die besondere Struktur der Warendorfer Altstadt. Dort befinden sich nach Angaben der Stadt rund 300 denkmalgeschützte Gebäude. Viele dieser Häuser lassen sich nur schwer mit einzelnen Wärmepumpen ausstatten, weil Platz fehlt oder bauliche Vorgaben bestehen. Das geplante Wärmenetz Warendorf soll deshalb eine zentrale Lösung für die Wärmeversorgung bieten.

Technisch basiert das System auf einem ähnlichen Prinzip wie bekannte Wärmepumpen. Statt Energie aus der Umgebungsluft zu nutzen, wird jedoch Wärme aus dem Wasser der Ems gewonnen. Diese Energie wird anschließend in einer zentralen Anlage aufbereitet und über ein Leitungsnetz zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert.

Die Umsetzung des Projekts erfolgt schrittweise. Derzeit laufen Bauarbeiten an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet. Gruben und Leitungsarbeiten zeigen bereits, wo künftig Teile der Infrastruktur entstehen sollen. Ziel ist es, das Wärmenetz Warendorf bis Ende des Jahres 2027 in Betrieb zu nehmen.

Investitionen von rund 50 Millionen Euro geplant

Der Aufbau der Infrastruktur für die Emswärme Warendorf ist mit erheblichen Investitionen verbunden. Insgesamt rechnet die Stadt mit Kosten von etwa 50 Millionen Euro. Ein Teil der Summe wird durch Fördermittel des Bundes finanziert. Nach aktuellen Angaben sollen rund 40 Prozent der Kosten aus Bundesmitteln stammen, während der restliche Anteil von der Stadt getragen wird.

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Für die Umsetzung müssen mehrere Kilometer Leitungen verlegt werden, damit die gewonnene Wärme aus dem zentralen Wärmewerk in die Altstadt transportiert werden kann. Die Arbeiten erfolgen teilweise parallel zu ohnehin geplanten Baumaßnahmen in der Innenstadt.

In Warendorf stehen in den kommenden Jahren ohnehin mehrere Straßen und Bereiche der Fußgängerzone zur Erneuerung an. Dadurch können Leitungen für das neue Wärmenetz teilweise direkt im Zuge dieser Bauarbeiten mitverlegt werden. Für Anwohner und Geschäftsleute bedeutet dies jedoch auch längere Bauphasen in Teilen der Innenstadt.

Projekt wird von anderen Kommunen und Forschung beobachtet

Das Energieprojekt Warendorf wird auch außerhalb der Stadt aufmerksam verfolgt. Mehrere Kommunen interessieren sich für die Erfahrungen mit der Wärme aus der Ems Warendorf, weil ähnliche Lösungen auch in anderen Städten denkbar sein könnten.

Auch wissenschaftliche Einrichtungen beschäftigen sich mit der Entwicklung solcher Wärmenetze. Forschende der Fachhochschule Münster untersuchen unter anderem Möglichkeiten der kommunalen Wärmeversorgung und die Rolle zentraler Netze für eine klimafreundliche Energiepolitik.

In Deutschland existieren bereits einzelne Projekte, bei denen Wärme aus Flüssen genutzt wird. Beispiele finden sich unter anderem in Mannheim. Dennoch gilt das Warendorfer Vorhaben derzeit als eines der auffälligeren Projekte dieser Art.

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