
Mit Nathan Bitumazala bei Alemannia Aachen steht unmittelbar vor dem Start in die neue Drittligasaison ein weiterer Neuzugang fest. Der 23 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim Traditionsverein einen Vertrag über zwei Jahre bis 2028. Zusätzlich vereinbarten beide Seiten eine Option für eine weitere Saison. Bitumazala kommt ablösefrei, nachdem sein Vertrag bei der KAS Eupen am 30. Juni ausgelaufen war.
Bitumazalas Laufbahn begann beim Savigny-le-Temple FC südöstlich von Paris. 2015 wechselte er in die Nachwuchsakademie von Paris Saint-Germain und durchlief dort die weiteren Jugendmannschaften. Im September 2020 erhielt der damals 17-Jährige seinen ersten Profivertrag beim französischen Spitzenklub. In der Saison 2021/22 schaffte er es bis in den Profikader und feierte im September 2021 gegen Clermont Foot sein Debüt in der Ligue 1. Es blieb sein einziger Pflichtspieleinsatz für die erste Mannschaft. Für die PSG-Reserve kam er zudem neunmal zum Einsatz.
Im August 2022 verließ Bitumazala Paris und unterschrieb bei der KAS Eupen einen Vierjahresvertrag bis zum Sommer 2026. Der Klub spielte damals noch in der höchsten belgischen Liga. Eupen bestätigte bei seiner Verpflichtung, dass der flexibel einsetzbare Mittelfeldspieler direkt von PSG kam.
Bei Eupen benötigte Bitumazala zunächst Zeit, um sich dauerhaft im Profifußball festzusetzen. Insgesamt absolvierte er nach Angaben der Alemannia 53 Pflichtspiele für den belgischen Klub. Eupen stieg 2024 aus der Jupiler Pro League in die zweitklassige Challenger Pro League ab. In seiner letzten Saison 2025/26 kam Bitumazala laut Transfermarkt wettbewerbsübergreifend auf 24 Einsätze und drei Tore. Davon entfielen 22 Spiele und zwei Treffer auf die Liga sowie zwei Partien und ein Tor auf den belgischen Pokal.
Eine wichtige Verbindung nach Aachen entstand bereits in Belgien. Mersad Selimbegovic trainierte die KAS Eupen in der Saison 2024/25 und kennt den offensiv flexibel einsetzbaren Franzosen damit aus gemeinsamer Arbeit. Selimbegovic übernahm Alemannia Aachen im November 2025 und führte den zwischenzeitlich abstiegsgefährdeten Klub anschließend noch auf Rang sieben der 3. Liga.
Der zuletzt bei Transfermarkt geführte Marktwert Bitumazalas beträgt 250.000 Euro. Als Hauptposition wird dort Rechtsaußen angegeben, außerdem kann er auf dem linken Flügel und im offensiven Mittelfeld eingesetzt werden. Alemannia selbst stellt bei der Verpflichtung vor allem seine Geschwindigkeit, Technik und Verwendbarkeit auf den Außenbahnen sowie im Zentrum heraus.
Bitumazala ist nur ein Teil eines größeren Umbaus am Tivoli. Bereits fest verpflichtet wurden unter anderem Daniel Starodid von Eintracht Frankfurt, Torhüter Stefan Bajić von Racing Straßburg und Louis Köster von Holstein Kiel. Matti Wagner blieb nach seiner vorherigen Leihe dauerhaft in Aachen. Bei Mika Schroers zog die Alemannia die Kaufoption. Hinzu kamen im Sommer der frühere Leverkusener Ken Izekor, Meiko Wäschenbach vom Karlsruher SC und Anfang August Georg Ermolaev auf Leihbasis vom SC Paderborn.
Auf der anderen Seite verließen zahlreiche Spieler den Verein. Zu den Abgängen gehören unter anderem Nils Winter, Felix Meyer, Pierre Nadjombe, Lamar Yarbrough, Niklas Castelle, Gianluca Gaudino und Lars Gindorf. Auch Otschi Wriedt wechselte zum TSV Havelse. Anfang August löste Aachen zudem den Vertrag mit Jeremias Lorch auf und verlieh Emmanuel Elekwa für die Saison an die SG Barockstadt Fulda.
Besonders offensiv musste der Klub neu planen. Lars Gindorf hatte die vergangene Drittligasaison mit 28 Treffern als Torschützenkönig abgeschlossen. Gemeinsam mit Mika Schroers kam er auf 42 Tore und stellte damit nach Angaben der Alemannia einen Rekord für ein Spielerduo in einer Drittligasaison auf.
Nach Platz sieben und 64 Punkten in der Saison 2025/26 startet Aachen mit deutlich höheren Erwartungen aus dem Umfeld in die neue Spielzeit. Ein konkretes Tabellenziel oder gar den Aufstieg hat der Verein vor dem ersten Spieltag jedoch nicht offiziell ausgegeben. Selimbegovic trat angesichts der Euphorie zuletzt auf die Bremse.
Für den Auftakt gegen den SC Verl formulierte die Alemannia stattdessen zunächst ein unmittelbares Ziel: Mit einem Heimsieg soll die Grundlage für eine erfolgreiche Saison geschaffen werden. Gleichzeitig kündigt der Klub an, weiterhin mutigen, intensiven und attraktiven Fußball spielen zu wollen. Nach einer Saison, in der Aachen 76 Ligatore erzielte, soll die Mannschaft trotz zahlreicher personeller Veränderungen an die positive Entwicklung der Rückrunde anknüpfen.
Mit Bitumazala bekommt Selimbegovic dafür einen Spieler, dessen Fähigkeiten er bereits aus Eupen kennt. Für den 23-Jährigen bedeutet der Wechsel nach vier Jahren in Belgien zugleich das erste Engagement im deutschen Profifußball.






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