
Borussia Dortmund arbeitet offenbar weiter an einer Verpflichtung von Roberto Scaglione zum BVB. Der 16 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler steht beim FC Genua unter Vertrag. Nachdem ein Wechsel zunächst bereits als weit fortgeschritten dargestellt worden war, deutet sich nun ein komplizierterer Verlauf an. Nach Informationen aus Italien soll Genua ein Angebot aus Dortmund abgelehnt haben. Eine Einigung zwischen den Vereinen war bis Samstag nicht offiziell bestätigt.
Die Berichte über einen möglichen Wechsel des italienischen Nachwuchsspielers hatten sich zuletzt deutlich verdichtet. Zunächst war davon die Rede, Borussia Dortmund könne Scaglione für eine Ablöse von ungefähr einer Million Euro verpflichten. Teilweise wurde der Transfer bereits als nahezu abgeschlossen dargestellt.
Dieser Stand hat sich jedoch offenbar verändert. Die „Gazzetta dello Sport“ berichtete, der FC Genua habe ein erstes Dortmunder Angebot von mehr als einer Million Euro zurückgewiesen. Der BVB wolle seine Bemühungen demnach dennoch fortsetzen. Wie groß der finanzielle Abstand zwischen den Vorstellungen beider Vereine sein könnte, wurde nicht verlässlich bekannt. Auch über mögliche Bonuszahlungen oder andere Vertragsbestandteile lagen zunächst keine bestätigten Angaben vor.
Eine offizielle Mitteilung von Borussia Dortmund oder dem FC Genua zu Verhandlungen über Scaglione gab es zunächst nicht. Damit bleibt auch offen, wie weit die Gespräche tatsächlich fortgeschritten sind.
Gesichert ist, dass Scaglione langfristig in den Planungen seines aktuellen Vereins berücksichtigt wurde. Der FC Genua teilte Ende Januar 2026 mit, mit dem damals gerade 16 Jahre alt gewordenen offensiven Mittelfeldspieler seinen ersten Vertrag im Profibereich abgeschlossen zu haben.
Scaglione gehört zum Nachwuchs des italienischen Klubs und wurde bereits für italienische Junioren-Nationalmannschaften eingesetzt. In der Saison 2024/25 stand er außerdem bei zwei Serie-A-Partien im Spieltagskader der Profimannschaft, ohne dabei eingesetzt zu werden. Einen Einsatz in der Serie A hatte er bis zu den aktuellen Transferberichten noch nicht absolviert.
Aufgrund seines Alters geht es bei einer möglichen Verpflichtung vor allem um eine langfristige Personalentscheidung. Eine unmittelbare Rolle in der Dortmunder Stammelf ließe sich daraus nicht ableiten. Auch der BVB selbst hat bislang nicht erklärt, für welchen Mannschaftsbereich Scaglione im Falle eines Transfers vorgesehen wäre.
Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch das gemeldete Interesse weiterer europäischer Vereine. Nach italienischen Berichten sollen sich neben Borussia Dortmund auch der FC Bayern München, Paris Saint-Germain, Juventus Turin und Inter Mailand mit Scaglione beschäftigen.
Ob sämtliche genannten Klubs bereits konkrete Gespräche mit Genua oder dem Umfeld des Spielers geführt haben, blieb offen. Bestätigte Angebote dieser Vereine wurden zunächst nicht bekannt. Die Namen zeigen daher vor allem, dass der mögliche Wechsel in Italien inzwischen über Borussia Dortmund hinaus Aufmerksamkeit erhält.
Für den BVB könnte die Situation damit komplizierter sein als zunächst angenommen. Ein schneller Abschluss zu einer vergleichsweise niedrigen Ablöse, wie er in ersten Berichten dargestellt worden war, ist nach der gemeldeten Ablehnung aus Genua zumindest nicht bestätigt.
Ein Interesse an Scaglione würde zur jüngeren Dortmunder Personalpolitik passen. Borussia Dortmund hat seinen Profikader in diesem Sommer erneut mit mehreren jungen Spielern ergänzt. Joane Gadou wechselte vom FC Salzburg zum BVB, Justin Lerma stieß wie langfristig geplant von Independiente del Valle zur Mannschaft. Auch Konstantinos Karetsas gehört inzwischen zum Dortmunder Aufgebot.
Der 18 Jahre alte Karetsas wurde vom belgischen Klub KRC Genk verpflichtet. Nach Medienberichten soll für ihn eine Ablöse im Bereich von rund 30 Millionen Euro zuzüglich möglicher Bonuszahlungen vereinbart worden sein. Borussia Dortmund selbst bestätigte die finanziellen Details nicht. Der griechische Nationalspieler unterschrieb einen Vertrag bis 2031.
Gadou und Lerma haben ebenfalls ihre erste Saisonvorbereitung mit der Dortmunder Profimannschaft absolviert. Der BVB hatte die Verpflichtung Lermas bereits lange vor dessen tatsächlichem Wechsel vereinbart. Die Personalien zeigen, dass Dortmund weiterhin Spieler in unterschiedlichen Entwicklungsstufen frühzeitig an den Klub binden will.
Parallel zu den Bemühungen um neue Spieler soll Borussia Dortmund seine internen Abläufe auf dem Transfermarkt verändert haben. Nach einem Bericht der WAZ sollen größere Personalentscheidungen künftig stärker gemeinsam getroffen werden. Demnach seien Alleingänge innerhalb der sportlichen Führung nicht mehr vorgesehen. Entscheidungen würden unter anderem zwischen Geschäftsführer Lars Ricken, Sportdirektor Ole Book und Trainer Niko Kovac abgestimmt.
Die Darstellung ist vom Verein in dieser konkreten Form bislang nicht öffentlich bestätigt worden. Sie würde allerdings in eine Phase passen, in der Dortmund seine sportliche Führungsstruktur neu aufgestellt hat. Ole Book übernahm 2026 das Amt des Sportdirektors und folgte auf Sebastian Kehl.
Als eine Personalie, die in diesem Zusammenhang wiederholt genannt wird, gilt Yan Couto. Der brasilianische Außenverteidiger war zunächst von Manchester City ausgeliehen worden. Durch die vereinbarte Kaufregelung wurde er anschließend dauerhaft Dortmunder Spieler. Insgesamt soll der BVB für Leihe und feste Verpflichtung rund 25 Millionen Euro aufgewendet haben. Die genaue Gesamtsumme wurde vom Klub nicht veröffentlicht.
Inzwischen hat Dortmund Couto für die Saison 2026/27 an Como 1907 verliehen. Der BVB bestätigte den Wechsel nach Italien, machte zu den finanziellen Bedingungen aber keine Angaben. Nach Berichten soll Como eine Kaufoption besitzen.
Für Roberto Scaglione bedeutet die aktuelle Entwicklung vor allem, dass eine Entscheidung noch nicht gefallen ist. Borussia Dortmund soll weiterhin an einer Verpflichtung arbeiten, der FC Genua hat nach italienischen Informationen jedoch ein erstes Millionenangebot abgelehnt.
Damit ist der Transfer deutlich weniger weit fortgeschritten, als es einige erste Meldungen vermuten ließen. Ob Dortmund sein Angebot erhöhen wird und ob einer der ebenfalls genannten europäischen Klubs konkret in die Verhandlungen einsteigt, war zunächst offen. Bis zu einer offiziellen Mitteilung der beteiligten Vereine bleibt Scaglione Spieler des FC Genua.
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