
Die Delta-Air-Lines-Aktie reagiert mit deutlichen Verlusten auf einen eigentlich überzeugenden Quartalsbericht. Obwohl die US-Fluggesellschaft sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Gewinn über den Erwartungen lag und einen starken Ausblick auf das dritte Quartal vorlegte, verlor das Papier am Freitag zeitweise rund 2,9 Prozent auf etwa 86,50 Dollar. Neben den weiterhin hohen Treibstoffkosten dürften dabei auch Gewinnmitnahmen nach der starken Kursentwicklung der vergangenen Monate eine Rolle spielen. Seit Jahresbeginn hatte die Aktie vor dem jüngsten Rücksetzer rund 28 Prozent zugelegt.
Delta erwirtschaftete im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 17,73 Milliarden Dollar. Das waren 19 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Nettogewinn sank wegen der erheblich gestiegenen Kosten allerdings um 25 Prozent auf 1,60 Milliarden Dollar. Der verwässerte Gewinn je Aktie verringerte sich entsprechend von 3,27 auf 2,44 Dollar. Auf bereinigter Basis belief sich der Umsatz auf 17,67 Milliarden Dollar und lag damit 13,9 Prozent über dem Vorjahreswert.
Delta profitierte im zweiten Quartal von der starken Nachfrage in den margenstarken Segmenten Premium und Loyalty. Die Erlöse aus Premium-Kabinen wuchsen deutlich schneller als das klassische Ticketgeschäft. Auch die Einnahmen aus dem Vielfliegerprogramm SkyMiles und der Kreditkartenkooperation mit American Express legten kräftig zu. Das internationale Streckennetz entwickelte sich ebenfalls besser als der eher schwächere US-Inlandsmarkt.
Für das dritte Quartal 2026 stellt Delta einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,25 bis 1,75 Dollar in Aussicht. Beim Gesamtjahr hielt der Konzern an seinem bisherigen Zielkorridor eines bereinigten Gewinns je Aktie von 5,25 bis 6,25 Dollar fest. An der Börse reichte diese Prognose jedoch nicht für weitere Kursgewinne. Nach dem starken bisherigen Jahresverlauf hatten Anleger offenbar auf eine Anhebung der Jahresziele gehofft. Hinzu kommt, dass die bereinigte operative Marge im zweiten Quartal von 13,3 auf 8,8 Prozent zurückging.
Im Vergleich zu den wichtigsten US-Konkurrenten erscheint Delta finanziell weiterhin robust. United Airlines hatte seine Gewinnprognose für 2026 wegen der höheren Treibstoffpreise auf sieben bis elf Dollar je Aktie reduziert. Das Unternehmen plant für das zweite Halbjahr nur noch eine weitgehend stabile bis um zwei Prozent steigende Kapazität. American Airlines befindet sich in einer deutlich schwächeren Position. Der Konzern erwartet für 2026 einen bereinigten Verlust je Aktie und einen deutlich geringeren freien Cashflow als Delta.
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