
Die Hays-Aktie hat am Freitag mit einem deutlichen Kurssprung auf den neuen Jahresausblick des britischen Personaldienstleisters reagiert. Zeitweise legte das Papier rund 13,8 Prozent zu. Im späteren Handelsverlauf wurden in London Kurse von etwa 41 bis 42 Pence angezeigt. Vor der Mitteilung hatte die Aktie bei 35,86 Pence geschlossen. Die Börsenbewertung stieg dadurch auf rund 650 Millionen Pfund. Auslöser war eine überraschend robuste Gewinnprognose. Hays erwartet für das Ende Juni abgeschlossene Geschäftsjahr 2025/26 einen Betriebsgewinn vor Sondereffekten am oberen Ende der Analystenspanne.
Der verbesserte Ausblick ist weniger auf eine deutliche Erholung des Personalmarktes als auf die internen Sparmaßnahmen zurückzuführen. Hays erzielte im Geschäftsjahr annualisierte Kostensenkungen von rund 50 Millionen Pfund. Allein im Schlussquartal kamen weitere Einsparungen von etwa 20 Millionen Pfund hinzu. Seit Beginn des Geschäftsjahres 2023/24 summieren sich die strukturellen Einsparungen nach Unternehmensangaben auf rund 115 Millionen Pfund.
Gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Nettohonorarproduktivität der Personalberater im vierten Quartal um acht Prozent. Hays verbesserte diese Kennzahl damit das elfte Quartal in Folge. Der Konzern konzentriert seine Berater stärker auf höher bezahlte Stellen, profitablere Fachbereiche und Märkte mit besseren Wachstumsaussichten.
Das operative Geschäft schrumpfte im Schlussquartal weiter, allerdings weniger stark als von Analysten befürchtet. Die Nettohonorare gingen auf vergleichbarer Basis um fünf Prozent zurück. Erwartet worden war ein Rückgang von etwa sechs Prozent. Das Geschäft mit Zeitarbeit und Vertragskräften verlor drei Prozent, während die Honorare aus der Vermittlung unbefristeter Stellen um sieben Prozent sanken.
Hays vermittelt weltweit Fach- und Führungskräfte und bietet neben der klassischen Personalvermittlung auch Zeitarbeit, projektbezogene Vertragsmodelle sowie ausgelagerte Personalbeschaffung an. Im Geschäftsjahr 2024/25 vermittelte das Unternehmen rund 43.000 Menschen in Festanstellungen und etwa 212.000 Personen in temporäre oder vertraglich befristete Tätigkeiten. Die Nettohonorare lagen bei 972,4 Millionen Pfund.
Deutschland ist für Hays der wichtigste Einzelmarkt. Im vergangenen Geschäftsjahr entfielen rund 32 Prozent der konzernweiten Nettohonorare auf das Deutschlandgeschäft. Nach Angaben der deutschen Gesellschaft verfügte Hays im Oktober 2025 bundesweit über 23 Standorte und rund 2.657 Beschäftigte. Der ausgewiesene deutsche Umsatz lag bei 2,08 Milliarden Euro.
Der weltweite Arbeitsmarkt zeigt 2026 ein gemischtes Bild. Die Internationale Arbeitsorganisation erwartet zwar eine stabile globale Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Einstellungsaktivität in vielen Industrieländern schwach. Unternehmen reagieren auf geopolitische Unsicherheit, Handelskonflikte und hohe Kosten häufig mit kurzfristigen Verträgen statt mit dauerhaften Neueinstellungen. Hinzu kommt der Einfluss künstlicher Intelligenz auf die Nachfrage nach bestimmten Berufsbildern.
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