
ITM Power startet mit einer wichtigen Finanzierungszusage in den Freitag. Die britische Regierung hat einen Zuschuss über 46,5 Millionen Pfund für den Ausbau der Elektrolyseur-Produktion in Sheffield formell bewilligt. An der Börse bleibt das Bild dennoch wechselhaft: Nach zwei deutlichen Verlusttagen erholte sich die Aktie am Donnerstag, liegt im Wochenvergleich aber weiterhin im Minus.
Die ITM Power Aktie beendete den Handel in London am Donnerstag bei 117,10 Pence. Das entsprach einem Tagesgewinn von 3,63 Prozent. Zeitweise erreichte der Kurs 122,30 Pence, fiel im Verlauf jedoch bis auf 114 Pence zurück. An den beiden vorherigen Handelstagen hatte das Papier jeweils mehr als fünf Prozent verloren. Gegenüber dem Schlusskurs vom Montag bei 126,10 Pence ergibt sich damit weiterhin ein Wochenminus von rund sieben Prozent.
Der Zuschuss des britischen Ministeriums für Energiesicherheit und Klimaneutralität war bereits im April angekündigt worden. Am 9. Juli bestätigte ITM Power nun die formelle Bewilligung der 46,5 Millionen Pfund. Zusammen mit einer Kapitalbeteiligung von Great British Energy über 40 Millionen Pfund soll das Geld den Aufbau einer weitgehend automatisierten Produktionslinie für die neue Chronos-Elektrolyseurplattform ermöglichen.
Die Linie soll innerhalb der bestehenden Werke in Sheffield entstehen und auf eine jährliche Fertigungskapazität von einem Gigawatt ausgelegt werden. Vorgesehen sind unter anderem Anlagen für Membranbeschichtung, Elektrodenschweißen, Stack-Montage und Reinraumprozesse.
Zum Halbjahresbericht Ende Januar bezifferte ITM Power den vertraglich gesicherten Auftragsbestand auf 152 Millionen Pfund. Zwei Jahre zuvor waren es 43,7 Millionen Pfund gewesen. Im März erreichte das 20-Megawatt-Projekt von MorGen Energy in Milford Haven die endgültige Investitionsentscheidung. ITM liefert dafür ein Poseidon-Modul und schloss einen Wartungsvertrag über zehn Jahre ab.
Die im Juni vereinbarte Zusammenarbeit mit Protium für das 15-Megawatt-Projekt Cromarty ist dagegen noch kein fester Lieferauftrag. Die Investitionsentscheidung wird für Dezember 2026 angestrebt. Auch die Vereinbarung mit DB Systemtechnik umfasst zunächst eine Absichtserklärung und eine geplante Machbarkeitsstudie.
In den sechs Monaten bis Ende Oktober 2025 erhöhte ITM Power den Umsatz von 15,5 auf 18 Millionen Pfund. Der bereinigte operative Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank von 16,8 auf 11,9 Millionen Pfund. Der Verlust nach Steuern verringerte sich von 28,9 auf 14,2 Millionen Pfund. Allerdings blieb bereits das Bruttoergebnis mit minus 6,5 Millionen Pfund negativ.
ITM Power hob die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 von 35 bis 40 Millionen auf 40 bis 43 Millionen Pfund an. Die Prognose für den bereinigten EBITDA-Verlust blieb bei 27 bis 29 Millionen Pfund. Nach dem Einstieg von Great British Energy erhöhte das Unternehmen seine erwartete Liquidität zum Geschäftsjahresende auf 210 bis 215 Millionen Pfund.
Der globale Elektrolyseurmarkt wächst, doch zahlreiche Projekte kommen langsamer voran als ursprünglich geplant. Laut Internationaler Energieagentur verdoppelte sich die weltweit installierte Elektrolyseleistung 2025 auf mehr als vier Gigawatt. Gleichzeitig schrumpfte die bis 2030 angekündigte Projektpipeline für emissionsarmen Wasserstoff auf 27 Millionen Tonnen. Bei Vorhaben mit fester Finanzierung sank die erwartete Produktion von zehn auf gut sechs Millionen Tonnen.
Als wichtigste Hemmnisse nennt die IEA hohe Produktionskosten, fehlende Abnahmeverträge, unklare Regulierung und mangelnde Infrastruktur. Nur rund 20 Prozent der 2025 neu vereinbarten Abnahmemengen waren durch feste Vertragszusagen abgesichert.
Für ITM Power kommt es deshalb darauf an, Partnerschaften und reservierte Kapazitäten in verbindliche Bestellungen umzuwandeln. Weitere Schlüsselfaktoren sind die termingerechte Abwicklung bestehender Großprojekte, bessere Bruttomargen und ein kontrollierter Produktionsanlauf der Chronos-Linie.
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