
Drei Frauen stellen sich gegen einen der mächtigsten Medienmanager der USA: Das ZDF zeigt Bombshell – Das Ende des Schweigens am Samstag, 11. Juli 2026, um 23.30 Uhr. Das Drama erzählt vom Skandal um den langjährigen Fox-News-Chef Roger Ailes und von einer Unternehmenskultur, in der Abhängigkeit, Loyalität und Angst das Verhalten der Beschäftigten bestimmen. Charlize Theron, Nicole Kidman und Margot Robbie führen das hochkarätige Ensemble an. Die Ausstrahlung endet laut Programmplanung um 1.10 Uhr.
Regie führte Jay Roach, das Drehbuch schrieb Charles Randolph, der zuvor gemeinsam mit Adam McKay für The Big Short den Oscar gewonnen hatte. Bombshell kam zunächst am 13. Dezember 2019 in ausgewählte US-Kinos und startete eine Woche später landesweit. In Deutschland lief der 108 Minuten lange Film am 13. Februar 2020 an. Seine deutsche Free-TV-Premiere feierte das Drama am 1. November 2021 ebenfalls im ZDF. Roach verbindet die realen Ereignisse mit verdichteten Dialogen und der erfundenen Figur Kayla Pospisil, in der Erfahrungen mehrerer früherer Fox-News-Mitarbeiterinnen zusammengeführt wurden.
Die Handlung beginnt im Umfeld des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs 2015. Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly, gespielt von Charlize Theron, gehört zu den bekanntesten Gesichtern des konservativen Senders. Während einer republikanischen Fernsehdebatte konfrontiert sie Donald Trump mit abwertenden Äußerungen über Frauen. Trump reagiert öffentlich mit Angriffen gegen die Journalistin. Kelly wird daraufhin zur Zielscheibe seiner Anhänger, erhält Drohungen und wird von Fotografen verfolgt. Senderchef Roger Ailes, dargestellt von John Lithgow, versichert ihr zwar Unterstützung, betrachtet die Auseinandersetzung jedoch zugleich als quotenträchtiges Fernsehereignis. Kelly erkennt immer deutlicher, dass selbst ihre herausgehobene Position keinen Schutz vor dem Machtapparat des Senders bietet.
Parallel verfolgt der Film die Geschichte von Gretchen Carlson. Nicole Kidman spielt die erfahrene Moderatorin, die nach ihrer Zeit bei Fox & Friends in eine weniger bedeutende Nachmittagssendung versetzt wurde. Carlson versucht, Themen wie Sexismus und die Benachteiligung von Frauen im Berufsleben anzusprechen, stößt damit jedoch bei Ailes und anderen Führungskräften auf Widerstand. Weil sie mit ihrer Entlassung rechnet, dokumentiert sie Gespräche und lässt sich heimlich von Anwälten beraten. Ihr Plan ist riskant: Sie will nicht den gesamten Konzern, sondern Ailes persönlich verklagen. Dadurch soll verhindert werden, dass der Konflikt hinter verschlossenen Türen in einem internen Schiedsverfahren verschwindet. Als Fox News ihren Vertrag nicht verlängert, setzt Carlson ihren vorbereiteten Schritt um.
Zur dritten zentralen Figur wird die junge Produzentin Kayla Pospisil, gespielt von Margot Robbie. Kayla ist ehrgeizig, politisch konservativ und betrachtet Fox News zunächst als berufliche Heimat. Über ihre Kollegin Jess Carr, dargestellt von Kate McKinnon, gelangt sie in Megyn Kellys Redaktion. Ein persönlicher Termin bei Roger Ailes scheint ihr die Chance auf eine Karriere vor der Kamera zu eröffnen. Stattdessen zeigt der Film, wie Ailes seine Position ausnutzt und von Kayla verlangt, ihr Kleid immer weiter anzuheben. Anschließend macht er deutlich, dass beruflicher Erfolg von ihrer Verschwiegenheit und weiteren Loyalitätsbeweisen abhänge. Die Szene bildet den bedrückenden Kern des Films und verdeutlicht die Abhängigkeit junger Mitarbeiterinnen von einem nahezu unangreifbaren Chef.
Nach der Veröffentlichung von Carlsons Klage versucht Ailes, seine Macht zu sichern. Führende Moderatoren stellen sich demonstrativ hinter ihn, während seine Anwältin Susan Estrich die Vorwürfe abwehrt. Im Sender beginnt zugleich eine interne Untersuchung. Megyn Kelly wird gefragt, ob sie selbst unangemessene Erfahrungen mit Ailes gemacht habe. Zunächst zögert sie. Sie fürchtet um ihre Karriere und weiß, dass viele Kollegen jede Kritik am Senderchef als Verrat betrachten. Kayla wiederum ist enttäuscht, weil Kelly die Redaktion nicht früher vor Ailes gewarnt hat.
Schließlich berichtet Kelly den Ermittlern, Ailes habe auch ihr gegenüber zu Beginn ihrer Fox-Karriere unerwünschte Annäherungsversuche unternommen. Weitere Frauen melden sich. Damit kann der Sender die Affäre nicht länger als persönlichen Konflikt zwischen Carlson und Ailes darstellen. Rupert Murdoch und seine Söhne entscheiden, dass Ailes gehen muss. Der Film endet mit seinem Abgang, einer hohen Abfindung für den Medienmanager und einem Vergleich für Gretchen Carlson. Fox News entschuldigt sich bei ihr. Kayla verlässt den Sender, während Carlson telefonisch weitere betroffene Frauen ermutigt, nicht länger zu schweigen.
Der historische Ausgangspunkt des Films war Gretchen Carlsons Klage vom 6. Juli 2016. Sie warf Ailes sexuelle Belästigung und berufliche Vergeltung vor, nachdem sie seine Annäherungsversuche zurückgewiesen habe. Ailes bestritt die Anschuldigungen und erklärte damals, Carlsons Vertrag sei aus Gründen der Einschaltquoten nicht verlängert worden. Nach der Klage leitete der Fox-Mutterkonzern 21st Century Fox eine externe Untersuchung ein. Megyn Kelly soll den Ermittlern berichtet haben, Ailes habe sich ihr gegenüber Jahre zuvor ebenfalls unangemessen verhalten. Am 21. Juli 2016 legte Ailes seine Ämter bei Fox News nieder. Im September 2016 schloss der Konzern mit Carlson einen Vergleich über nach übereinstimmenden Berichten rund 20 Millionen Dollar und entschuldigte sich für ihre Behandlung. Ailes selbst soll bei seinem Ausscheiden etwa 40 Millionen Dollar erhalten haben.
Neben Charlize Theron als Megyn Kelly, Nicole Kidman als Gretchen Carlson und Margot Robbie als Kayla Pospisil spielt John Lithgow den Fox-News-Gründer Roger Ailes. Malcolm McDowell ist als Medienunternehmer Rupert Murdoch zu sehen, Connie Britton als Ailes’ Ehefrau Beth und Allison Janney als dessen Anwältin Susan Estrich. Kate McKinnon übernimmt die Rolle der Produzentin Jess Carr, die ihre politische Haltung und ihre sexuelle Orientierung innerhalb des konservativen Senders verbergen muss. Mark Duplass spielt Megyn Kellys Ehemann Douglas Brunt. Zum weiteren Ensemble gehören Alice Eve als Ainsley Earhardt, Alanna Ubach als Jeanine Pirro, Elisabeth Röhm als Martha MacCallum, Spencer Garrett als Sean Hannity, Ashley Greene als Abby Huntsman, Liv Hewson als Lily Balin und Rob Delaney als Gil Norman.
Gedreht wurde Bombshell überwiegend in Los Angeles. Zu den zentralen Produktionsorten gehörten die Los Angeles Center Studios, in denen Büros, Flure und Studios des New Yorker Fox-News-Hauptquartiers nachgebaut wurden. Auch Ailes’ Büro und weitere Schauplätze entstanden als sorgfältig rekonstruierte Sets. Produktionsdesigner Mark Ricker orientierte sich dabei an Bildern, Fernsehaufnahmen und Berichten früherer Mitarbeiter. Die Kamera führte Barry Ackroyd, die Musik komponierte Theodore Shapiro.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die äußerliche Verwandlung von Charlize Theron in Megyn Kelly. Bei der Oscarverleihung 2020 war Bombshell in drei Kategorien nominiert: Theron als beste Hauptdarstellerin, Margot Robbie als beste Nebendarstellerin sowie das Team für Make-up und Hairstyling. Den Oscar gewannen Kazu Hiro, Anne Morgan und Vivian Baker für ihre Arbeit an den teilweise kaum wiederzuerkennenden Darstellern. Damit wurde gerade jener gestalterische Bereich ausgezeichnet, der dem Film seine große Nähe zu den realen Personen verleiht.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu