Ruhiger Dienstag in NRW, doch Trockenheit und Rheinpegel verschärfen die Lage

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Das Wetter in NRW am Dienstag bringt zunächst eine Verschnaufpause von großer Hitze und Unwettern. Für den 11. August 2026 erwartet der Deutsche Wetterdienst häufig Sonne, im Nordosten teilweise heiteren Himmel und keinen Niederschlag. Münster erreicht nach der aktuellen DWD-Städteprognose 24 Grad. Auch im Ruhrgebiet und in Ostwestfalen bleibt es ähnlich warm. Gleichzeitig wirken die Folgen der langen Trockenheit weiter: Der Rhein führt extrem wenig Wasser, in Münster ist die Entnahme aus zahlreichen Oberflächengewässern verboten und die Waldbrandgefahr bleibt erhöht. In der zweiten Wochenhälfte steigen die Temperaturen dann sehr deutlich an.

Wetter in NRW am Dienstag: Münster erreicht 24 Grad

Der Dienstag beginnt in Nordrhein-Westfalen regional ausgesprochen frisch. In der Nacht erwartet der DWD Tiefstwerte zwischen 14 und 10 Grad, im nördlichen Münsterland können die Temperaturen örtlich bis auf 8 Grad sinken. Tagsüber setzt sich Hochdruckwetter durch. Der DWD erwartet häufig sonniges Wetter, lediglich im Nordosten zeitweise mehr lockere Wolken. Regen ist nicht vorhergesagt. Landesweit steigen die Temperaturen auf etwa 23 Grad im Norden und bis 27 Grad im Süden, im Hochsauerland werden rund 20 Grad erwartet. Dazu weht schwacher, zeitweise mäßiger Wind aus Nord bis Nordost.

Für einzelne Städte liegen konkrete DWD-Werte vor. In Münster werden 24 Grad und heiteres Wetter erwartet. Essen erreicht als Orientierung für das zentrale Ruhrgebiet ebenfalls 24 Grad, dort sagt der DWD wolkenlosen Himmel voraus. Für Bad Lippspringe in Ostwestfalen werden 24 Grad und heiteres Wetter angegeben. Deutlich wärmer wird es im Rheinland. Düsseldorf kommt demnach auf 26 Grad, Köln auf 27 Grad und Aachen auf 25 Grad. Auf dem Kahlen Asten werden lediglich 20 Grad erwartet. Damit bleibt vor allem Westfalen am Dienstag noch deutlich von der Hitze entfernt, die sich zur Wochenmitte erneut aufbaut.

Ein erhöhtes Gewitter- oder Starkregenrisiko besteht für Nordrhein-Westfalen am Dienstag nach der aktuellen Prognose nicht. Im Warnlagebericht des DWD von Montag, 20.28 Uhr, heißt es, dass am Dienstag und Mittwoch voraussichtlich keine warnwürdigen Wettererscheinungen auftreten. Damit waren am Montagabend weder Gewitter noch Starkregen, Sturm oder andere warnrelevante Wetterereignisse für NRW angekündigt. Das ist allerdings keine Entwarnung für die Trockenheit: Weil für Dienstag gerade kein flächiger Regen erwartet wird, erhalten Böden, Wälder und Gewässer keinen nennenswerten Nachschub.

Rhein-Niedrigwasser bleibt trotz gemäßigter Temperaturen kritisch

Besonders deutlich zeigen sich die Wetterfolgen am Rhein. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung registrierte am Montagabend am Pegel Köln um 21 Uhr einen Wasserstand von 63 Zentimetern. Die am Montagmorgen veröffentlichte Prognose der Bundesanstalt für Gewässerkunde geht für Dienstag von einem weiteren Rückgang aus. Am frühen Dienstagmorgen werden rund 60 Zentimeter erwartet, am späten Abend nur noch etwa 57 Zentimeter. Zum Vergleich nennt ELWIS für Köln einen gleichwertigen Wasserstand von 139 Zentimetern und als bislang niedrigsten bekannten Wasserstand 69 Zentimeter vom 23. Oktober 2018. Pegelstände sind dabei nicht mit der tatsächlich verfügbaren Fahrrinnentiefe gleichzusetzen.

Auch am Niederrhein ist die Lage außergewöhnlich. In Duisburg-Ruhrort wurden am Montag um 21 Uhr 145 Zentimeter gemessen. Für Dienstag prognostiziert die Bundesanstalt für Gewässerkunde Werte von rund 141 Zentimetern in der Nacht und 139 Zentimetern am Abend. ELWIS führt für diesen Pegel einen gleichwertigen Wasserstand von 227 Zentimetern auf. Als niedrigster bekannter Wasserstand ist dort ein Wert von 153 Zentimetern aus dem Oktober 2018 verzeichnet. Das NRW-Umweltministerium bezeichnet die aktuelle Niedrigwasserlage am Rhein inzwischen als beispiellos und sieht den Fluss auf dem Weg zu einem Rekord-Niedrigwasser.

Für die Binnenschifffahrt hat das direkte Folgen. Bei geringeren Wasserständen können Schiffe weniger Ladung aufnehmen, ohne den erforderlichen Abstand zum Flussgrund zu unterschreiten. Das NRW-Verkehrsministerium erklärt, die niedrigen Wasserstände schränkten die Transportkapazitäten auf dem Rhein und anderen großen Wasserstraßen inzwischen so stark ein, dass Produktionsunterbrechungen und Probleme in Lieferketten drohten. Auf der Landesübersicht zur Dürre ist zudem von Unternehmen die Rede, die ihre Produktion bereits drosseln müssen. Welche einzelnen Waren oder Standorte davon in welchem Umfang betroffen sind, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Auch das Münsterland bekommt die Folgen indirekt zu spüren. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee hatte bereits Ende Juli darauf hingewiesen, dass das Niedrigwasser auf dem Rhein zu großräumigen Umleitungen in der Binnenschifffahrt führt und dabei auch der Dortmund-Ems-Kanal eine Rolle übernimmt. Damit wird deutlich, dass die Niedrigwasserlage nicht nur die Rheinanlieger betrifft, sondern Verkehrsströme im gesamten westdeutschen Wasserstraßennetz verändert.

NRW lockert Lkw-Fahrverbote wegen des Niedrigwassers

Um Transporte von der Wasserstraße teilweise auf die Straße verlagern zu können, hat Nordrhein-Westfalen das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für bestimmte Gütertransporte vorübergehend gelockert. Die Ausnahme gilt seit dem 7. August und zunächst bis zum 31. August 2026. Sie erfasst Transporte sowie dazugehörige Leerfahrten, die unmittelbar oder mittelbar mit der Bewältigung der Folgen des Rhein-Niedrigwassers zusammenhängen. Großraum- und Schwertransporte fallen nicht unter diese Ausnahme.

Zusätzlich hat das Land eine Ausnahme von den Beschränkungen der Ferienreiseverordnung erteilt. Die betroffenen Transporte dürfen dadurch in den kommenden drei Wochen auch samstags fahren. Das reguläre Sonn- und Feiertagsfahrverbot gilt normalerweise zwischen 0 und 22 Uhr für gewerblich eingesetzte Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sowie grundsätzlich für Lkw mit Anhänger. Mit der zeitweisen Lockerung soll verhindert werden, dass die reduzierte Kapazität der Binnenschifffahrt zu größeren Versorgungsproblemen führt. Eine generelle Aufhebung der Lkw-Fahrverbote für sämtliche Transporte gibt es jedoch nicht.

Waldbrandgefahr in NRW bleibt am Dienstag erhöht

Die ausbleibenden Niederschläge halten auch die Waldbrandgefahr hoch. Der Waldbrandgefahrenindex des DWD reicht von Stufe 1 für sehr geringe Gefahr bis Stufe 5 für sehr hohe Gefahr. Stufe 3 steht für eine mittlere, Stufe 4 für eine hohe Waldbrandgefahr. Für Dienstag zeigt die aktuelle DWD-Prognose Nordrhein-Westfalen im Wesentlichen in Stufe 3. Der Index beschreibt dabei das meteorologische Potenzial für Waldbrände und ist nicht mit einer von örtlichen Behörden festgesetzten Waldbrandwarnstufe gleichzusetzen.

Die Situation dürfte sich mit der erneuten Erwärmung verschärfen. Bereits die DWD-Karten für Mittwoch zeigen in Teilen Westdeutschlands einen Übergang zu Stufe 4. Für Donnerstag breitet sich die hohe Waldbrandgefahr weiter aus, auch über große Bereiche Nordrhein-Westfalens. Das passt zur Temperaturentwicklung, denn nach dem relativ gemäßigten Dienstag wird es innerhalb von nur zwei Tagen erheblich heißer.

Die Landesregierung hatte Ende Juli wegen der langen Trockenheit erneut zu besonderer Vorsicht in Wald und Natur aufgerufen. Rauchen, Grillen und offenes Feuer sind im Wald verboten. Fahrzeuge sollen nicht auf trockener Vegetation abgestellt werden, weil heiße Fahrzeugteile Brände auslösen können. Am Niederrhein überwacht das Kamerasystem FireWatch rund 62.000 Hektar Waldfläche. Die Überwachungszentrale in Wesel ist nach Angaben des Landes bereits ab Waldbrandgefahrenstufe 3 täglich besetzt.

Trinkwasser bleibt sicher, Bewässerung ist teilweise eingeschränkt

Trotz der außergewöhnlichen Dürre besteht nach Angaben des NRW-Umweltministeriums derzeit keine Gefährdung der allgemeinen Trinkwasserversorgung im Land. Das Ministerium erklärte Ende Juli, die Trinkwasserversorgung in Nordrhein-Westfalen sei sicher. Auch die Talsperren seien im Vergleich zu vielen anderen Regionen Deutschlands solide gefüllt. Das bedeutet allerdings nicht, dass Oberflächenwasser überall uneingeschränkt genutzt werden darf. Gerade kleinere Flüsse und Bäche leiden erheblich unter der lang anhaltenden Trockenheit.

In Münster gelten deshalb inzwischen konkrete Einschränkungen. Seit Freitag, 7. August, ist es im gesamten Stadtgebiet verboten, mit mechanischen oder elektrischen Pumpen Wasser aus Flüssen, Bächen und Seen zu entnehmen. Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 31. Oktober 2026. Sie erfasst sowohl größere Entnahmen, etwa für landwirtschaftliche Zwecke, als auch kleinere Entnahmen zur Gartenbewässerung. Begründet wird das Verbot mit den sehr niedrigen Wasserständen und der dadurch zunehmenden Gefährdung von Fischen, Kleinlebewesen und Pflanzen.

Ausnahmen bestehen unter anderem für das Tränken von Vieh sowie für das Schöpfen mit Handgefäßen wie Gießkannen. Private Grundwasserbrunnen werden von der Münsteraner Verfügung nicht erfasst. Ebenfalls ausgenommen sind der Dortmund-Ems-Kanal und die Ems, für die andere Zuständigkeiten gelten. Verstöße gegen das kommunale Entnahmeverbot können mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Das Entnahmeverbot ist ausdrücklich von der Trinkwasserversorgung zu unterscheiden. Die Stadtwerke Münster hatten zuletzt am 25. Juni erklärt, dass für die Trinkwasserversorgung auch bei hohen Temperaturen und längeren Trockenphasen keine Engpässe oder Einschränkungen bestünden. Rund 75 Prozent des Münsteraner Trinkwassers stammen aus den eigenen Wasserwerken, etwa ein Viertel wird von Gelsenwasser bezogen. Die Stadtwerke empfehlen dennoch einen sparsamen Umgang und raten während trockener Phasen unter anderem davon ab, Pools mit Trinkwasser zu füllen oder größere Gartenflächen damit zu bewässern.

Freibad und Freizeit im Münsterland: Dienstag bleibt trocken

Für Freibadbesuche, Radtouren und andere Aktivitäten im Freien bietet der Dienstag im Münsterland insgesamt günstige Wetterbedingungen. Regen oder Gewitter sind nicht angekündigt, in Münster werden 24 Grad erwartet. Wer früh startet, sollte allerdings den großen Unterschied zwischen Morgen und Nachmittag berücksichtigen. Im nördlichen Münsterland können die Temperaturen am frühen Morgen örtlich bis auf 8 Grad fallen. Für klassische Hochsommerhitze ist der Dienstag damit noch zu kühl, während sonnige Freizeitaktivitäten am Nachmittag gut planbar sind.

Bei Ausflügen an Gewässer gelten jedoch lokale Einschränkungen. Die Stadt Münster hat am Aasee und an der Aa stromabwärts im Bereich der Westerholtschen Wiese eine erhöhte Blaualgenkonzentration festgestellt. Menschen und Hunde sollen dort den Kontakt mit dem Wasser vermeiden. Hinzu kommt das Entnahmeverbot für zahlreiche Flüsse, Bäche und Seen. Für Waldspaziergänge und Radtouren bleibt wegen der Waldbrandgefahr besondere Vorsicht erforderlich. Grillen oder offenes Feuer im Wald kommen deshalb auch an einem vergleichsweise milden Dienstag nicht infrage.

Wochenausblick: Von 24 auf 34 Grad in Münster

Der gemäßigte Dienstag ist nur eine kurze Phase. Schon am Mittwoch legt die Temperatur deutlich zu. Der DWD erwartet für Münster 28 Grad, für Essen 29 Grad, für Bad Lippspringe 27 Grad, für Düsseldorf und Aachen jeweils 31 Grad und für Köln 32 Grad. Regen ist zunächst weiterhin kein Schwerpunkt der Vorhersage. Der Warnlagebericht für NRW nennt auch für Mittwoch voraussichtlich keine warnwürdigen Wettererscheinungen.

Am Donnerstag folgt ein regelrechter Temperatursprung. Der DWD prognostiziert sonniges und niederschlagsfreies Wetter bei verbreitet 30 bis 34 Grad. Entlang des Rheins können bis zu 36 Grad erreicht werden. In Münster stehen aktuell 34 Grad in der Städteprognose, ebenso in Essen. Düsseldorf erreicht demnach 36 Grad, Köln 35 Grad und Bad Lippspringe 33 Grad. Damit würde die Höchsttemperatur in Münster binnen zwei Tagen von 24 auf 34 Grad steigen. Auch die Nächte werden wärmer, zum Freitag erwartet der DWD Tiefstwerte zwischen 21 und 16 Grad, im Bergland und in Ostwestfalen teils 13 Grad.

Für den weiteren Wochenverlauf rückt neben der Hitze schließlich wieder das Gewitterrisiko in den Blick. In seiner Wochenvorhersage erwartet der DWD am Freitag in der Südwesthälfte Deutschlands eine starke Wärmebelastung. Für das Wochenende steigt die Gewittergefahr überregional. Am Samstag werden bevorzugt in der Nordwesthälfte starke Gewitter erwartet, lokal besteht Unwettergefahr. Damit könnte auch Nordrhein-Westfalen wieder in den Bereich einer unbeständigeren Wetterentwicklung geraten. Für genaue Orte, Zeiten und mögliche Warnungen ist es am Montagabend allerdings noch zu früh. Sicher ist zunächst: Der Dienstag bleibt trocken und mäßig warm, doch die Trockenheitsfolgen verschwinden dadurch nicht.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu