
Die SpVgg Bayreuth hat in der Defensive nachgelegt. Der oberfränkische Traditionsklub gab Ende Mai die Verpflichtung von Niklas Jeck bekannt. Der 24-jährige Innenverteidiger wechselt vom ZFC Meuselwitz aus der Regionalliga Nordost zurück in die Regionalliga Bayern und unterschreibt einen mehrjährigen Vertrag in Bayreuth.
Für die Altstädter ist Jeck ein wichtiger Baustein für den Plan, in der kommenden Saison vorne anzugreifen. Cheftrainer Lukas Kling betonte bei der Vorstellung vor allem die „Größe, körperliche Robustheit und Regionalliga-Erfahrung“ des Spielers, der bereits zwei Saisons in Bayern bei FV Illertissen absolviert hatte.
Niklas Jeck wurde am 18. September 2001 in Stollberg geboren und durchlief die komplette Jugendabteilung des FC Erzgebirge Aue. Dort sammelte er erste Erfahrungen im Profibereich, ehe ihn sein Weg über den VfB Auerbach und Wormatia Worms ins luxemburgische Union Titus Pétange führte.
Es folgten zwei Saisons in der Regionalliga Bayern beim FV Illertissen, wo er sich endgültig als Innenverteidiger mit Aufbauqualität profilierte. Zum Jahreswechsel 2025/26 wechselte Jeck dann zum ZFC Meuselwitz und absolvierte dort in der Rückrunde der Regionalliga Nordost neun Pflichtspiele.
Mit Jeck reagiert die SpVgg Bayreuth gezielt auf die Schwächen der vergangenen Spielzeit. Trotz prominenter Spieler im Kader hatte das Team immer wieder Probleme in der eigenen Hälfte und verlor zu viele Punkte über defensive Stellungsfehler. Trainer Kling dürfte den Neuzugang als Stammspieler in der Innenverteidigung einplanen.
Auch im Aufbauspiel könnte Jeck eine Schlüsselrolle bekommen. Schon in Illertissen war er regelmäßig erster Aufbauspieler, suchte den Pass nach vorne und scheute auch ungewöhnliche Spielzüge nicht. Die SpVgg Bayreuth wechselt zuletzt mehrfach zwischen Dreier- und Viererkette — beide Systeme dürfte Jeck problemlos abdecken.
Die Bayreuther Verantwortlichen sprechen von einer „ambitionierten Saison“. Konkret bedeutet das: Ein Platz unter den Top 5 wäre ein Erfolg, ein Aufstiegskampf der nächste Schritt. Dafür muss der Kader breiter und in der Spitze besser werden. Mit den bisherigen Zugängen und mehreren Vertragsverlängerungen geht der Klub diesen Weg konsequent.
Spannend bleibt, ob die SpVgg Bayreuth in den kommenden Wochen weitere Neuzugänge präsentiert. Insbesondere im offensiven Mittelfeld und auf den Außenbahnen sieht das sportliche Führungsteam noch Nachholbedarf. Die finanziellen Möglichkeiten sind dabei begrenzt, der Klub setzt vor allem auf ablösefreie Spieler.
Für Niklas Jeck ist Bayreuth eine sportliche Rückkehr in vertraute Gefilde. Die Regionalliga Bayern gilt als physisch und taktisch anspruchsvoll, zudem genießt der Klub aufgrund seiner Historie einen anderen Stellenwert als viele Konkurrenten. Wer dort regelmäßig spielt, rückt schnell in den Fokus von Drittliga-Klubs.
Für Meuselwitz wiederum ist der Abgang ein Verlust an Substanz. Der ZFC muss in den kommenden Wochen reagieren, will man in der nächsten Saison nicht in den unteren Tabellenregionen versinken. Die Verpflichtung Jecks zeigt unterdessen: Die SpVgg Bayreuth meint es ernst — und liefert mit dem ersten Vorbereitungsspiel Mitte Juli den Beweis dafür.
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