Ölpreisrutsch setzt die VERBIO-Aktie unter Druck

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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VERBIO-Aktie fällt auf Dreimonatstief

Die VERBIO-Aktie ist am Freitag deutlich unter Druck geraten. Laut dpa-AFX fielen die Papiere des Biokraftstoffherstellers am Vormittag via Xetra um 4,8 Prozent auf 31,50 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit drei Monaten. VERBIO war damit Schlusslicht im SDAX. Die Verlustserie seit dem Zwischenhoch Anfang April summierte sich den Angaben zufolge auf rund ein Drittel, das Plus seit Jahresbeginn schrumpfte auf knapp 50 Prozent. Spätere Kursdaten zeigten um 12:45 Uhr einen Stand von 31,26 Euro, ein Minus von 5,56 Prozent. Das Tagestief lag bei 30,86 Euro.

Brent und WTI geben nach Iran-Entspannung kräftig nach

Auslöser war der erneute Rückgang der Ölpreise. Brent-Futures fielen um 4,22 Prozent auf 86,57 US-Dollar je Barrel. WTI gab um 4,33 Prozent auf 83,91 US-Dollar nach. Beide Sorten lagen damit auf dem niedrigsten Niveau seit dem 17. April. Hintergrund war die Entspannung im Iran-Konflikt, nachdem US-Präsident Donald Trump geplante Angriffe auf den Iran abgesagt hatte und ein mögliches Abkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus in Aussicht stand.

Warum fallende Ölpreise die VERBIO-Aktie belasten

Für VERBIO ist der Ölpreis ein wichtiger Stimmungsfaktor, weil Biokraftstoffe im Wettbewerb mit fossilen Kraftstoffen stehen. VERBIO profitiert von hohen Ölpreisen, weil Verbraucher an Tankstellen dann eher zu E10 statt zu teurerem Superbenzin greifen. VERBIO produziert unter anderem Bioethanol, das herkömmlichem Benzin beigemischt wird. Bei fallenden Spritpreisen sinkt dieser relative Vorteil. Für B7 und Biodiesel gilt ebenfalls, dass die Marge stark von Marktpreisen, Rohstoffkosten und Beimischungsanreizen abhängt. Eine konkrete Intraday-Marge für B7 wurde in den vorliegenden Daten nicht ausgewiesen.

Geschäftsmodell: Bioethanol, Biodiesel und Biomethan

VERBIO verarbeitet Rohstoffe und Reststoffe aus der Landwirtschaft in Bioraffinerien zu klimafreundlichen Kraftstoffen, grüner Energie und erneuerbaren Produkten für Chemie und Landwirtschaft. Das Unternehmen ist in Europa, Asien und Nordamerika aktiv und beschäftigt rund 1.400 Mitarbeitende. Zum Kerngeschäft gehören Biodiesel, Bioethanol und Biomethan. Im Mobilitätsbereich verweist VERBIO auf Bioethanol, Biodiesel sowie Biomethan als BioCNG und BioLNG.

Quartalszahlen zeigen starke Erholung im operativen Geschäft

Operativ lief das dritte Quartal 2025/26 deutlich besser als im Vorjahr. VERBIO erzielte im Zeitraum von Juli 2025 bis März 2026 einen Umsatz von 1,34 Milliarden Euro und ein EBITDA von 105,7 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das EBITDA nur 22,4 Millionen Euro betragen. Das Periodenergebnis lag bei 22,3 Millionen Euro nach einem Verlust von 40,5 Millionen Euro im Vorjahr. Im dritten Quartal allein erreichte der Umsatz 447,1 Millionen Euro, das EBITDA stieg auf 60,2 Millionen Euro.

Biomethan mit Rekordwert, Biodiesel in Europa stark

Die Produktion von Biodiesel und Bioethanol stieg in den ersten neun Monaten 2025/26 auf 888.691 Tonnen. Die Biomethanproduktion legte auf 1.040 GWh zu. VERBIO sprach dabei von neuen Produktionsrekorden bei Biomethan und Bioethanol. Im Biodieselsegment erreichte die Produktion in Europa im dritten Quartal erneut ein Rekordniveau. Gleichzeitig ging das Segment-EBITDA gegenüber dem Vorquartal von 24,1 Millionen Euro auf 18,5 Millionen Euro zurück. VERBIO begründete dies mit marktbedingten Faktoren.

Europa bleibt zentraler Markt für VERBIO

Die Marktposition von VERBIO in Europa ergibt sich vor allem aus der Breite des Geschäftsmodells. Der Konzern ist nicht nur in Bioethanol oder Biodiesel aktiv, sondern kombiniert diese Bereiche mit Biomethan und THG-Quoten. Für das dritte Quartal nannte VERBIO die Erholung des THG-Quotenmarktes, saisonal starke Nachfrage und höhere Biomethanabsatzmengen als wesentliche Treiber. Der Bundesrat hatte zudem die Neuregelung zur THG-Quote angenommen. Sie steigt von derzeit 12 Prozent auf 17,5 Prozent im Jahr 2027 und soll bis 2040 schrittweise auf 65 Prozent erhöht werden.

Ausblick bleibt abhängig von Ölpreis und Regulierung

Der Kursrutsch zeigt, wie stark Anleger die VERBIO-Aktie kurzfristig über Energiepreise und Kraftstoffmargen bewerten. Operativ hat das Unternehmen zuletzt bessere Zahlen geliefert und seine EBITDA-Erwartung für 2025/26 an das obere Ende der Spanne von 100 bis 140 Millionen Euro konkretisiert. Zugleich bleibt das Umfeld schwankungsanfällig. Sinkende Ölpreise können die relative Attraktivität von E10 und Biodiesel dämpfen, während THG-Quoten, Regulierung und Biomethanabsatz mittelfristig stützen können.

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