ARD zeigt persoenliche Spurensuche nach der Flutnacht im Ahrtal

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal zeigt Das Erste die Dokumentation „Allein in der Flut – Mein Vater und die tödliche Nacht im Ahrtal“. Filmemacherin Susanne Jäger rekonstruiert darin den Tod ihres Vaters und lässt weitere Betroffene aus Bad Neuenahr zu Wort kommen.

Sendetermin und Erstausstrahlung im Ersten

„Allein in der Flut“ läuft am Montag, 13. Juli 2026, von 22.30 bis 23.15 Uhr im Ersten. Der 45-minütige Film gehört zur WDR-Reihe „Menschen hautnah“. In der ARD Mediathek ist die Dokumentation bereits seit dem 6. Juli abrufbar. Die Ausstrahlung im Ersten ist die deutsche TV-Erstausstrahlung. Untertitel und Audiodeskription werden angeboten.

Susanne Jäger sucht nach ihrem Vater

Im Juli 2021 befindet sich Susanne Jäger mit ihrer Familie im Urlaub in Italien. Am Morgen des 15. Juli erhält sie einen Anruf vom Mobiltelefon ihres Vaters. Ein Bekannter berichtet ihr, dass der 90-Jährige vermutlich in der Flut ums Leben gekommen sei. Jägers damals 87-jährige Mutter befinde sich ohne Strom und allein in der gemeinsamen Wohnung in Bad Neuenahr.

Die Filmemacherin reist sofort zurück. Ihre Mutter findet sie unter Schock, vom Vater fehlt zunächst jede Spur. Knapp zwei Wochen später wird sein Leichnam im Garten eines Hauses entdeckt. Der Fundort liegt mehr als einen Kilometer von der Wohnung der Eltern entfernt. Jäger rekonstruiert die letzten Stunden ihres Vaters und fragt, ob sein Tod hätte verhindert werden können.

Bewohner der Weststraße schildern die Flutnacht

Neben Jäger und ihrer Mutter stehen Bewohner der Weststraße im Mittelpunkt, in der ihre Eltern lebten. Sie berichten, wie schnell das Wasser in Häuser und Wohnungen eindrang, wie Menschen eingeschlossen wurden und welche Folgen die Nacht bis heute für sie hat.

Zu den im Film auftretenden Anwohnern gehören unter anderem Josefine Weber, Horst Felten, Heike Simon, Darko Arneri und Maurizio Rinaudo. Ihre Aussagen über fehlende oder verspätete Warnungen geben die Wahrnehmung der Betroffenen wieder. Sie seien nicht mit einer gerichtlich festgestellten persönlichen Verantwortung einzelner Amtsträger gleichzusetzen.

Regie, Buch und Produktion

Regie und Buch stammen von Susanne Jäger. Produziert wurde die Dokumentation von Jägerfilme für WDR und SWR. Die ARD bezeichnet den Film als Koproduktion beider Sender. Die redaktionelle Verantwortung lag bei Jessica Briegmann für den WDR und Claus Hanischdörfer für den SWR. Der Film entstand 2026.

Persönliche Dokumentation zum fünften Jahrestag

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 kamen im Ahrtal 135 Menschen ums Leben. Hunderte wurden verletzt, Häuser, Straßen, Bahnstrecken und Brücken wurden zerstört. „Allein in der Flut“ ordnet die Katastrophe nicht als umfassende Chronik auf, sondern konzentriert sich auf eine Straße und die persönliche Perspektive einer Angehörigen.

Die im Film gestellte Frage nach möglichen Versäumnissen bleibt rechtlich von der Frage einer nachweisbaren individuellen Strafbarkeit zu trennen. Die Staatsanwaltschaft Koblenz stellte ihre Ermittlungen gegen den damaligen Landrat und den damaligen Brand- und Katastrophenschutzinspekteur im April 2024 ein. Beschwerden dagegen wurden im Oktober 2025 zurückgewiesen. Das Oberlandesgericht Koblenz verwarf im Mai 2026 einen Klageerzwingungsantrag aus formellen Gründen als unzulässig. Eine strafgerichtliche Feststellung persönlicher Schuld liegt damit nicht vor.

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