
Bei Rossmann läuft weiterhin ein Lebensmittelrückruf, nachdem Salmonellen in Rossmann-Apfelchips nachgewiesen worden sind. Betroffen sind die „GENUSS PLUS KIDS Bio Fruchtchips Apfel“ in der 35-Gramm-Packung mit der EAN 4068134196903 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 24.02.2027. Rossmann veröffentlichte den Rückruf am 29. Juli 2026, einen Tag später erschien die Warnung auch auf dem amtlichen Portal Lebensmittelwarnung.de. Nach Angaben des Unternehmens wurden die Salmonellen bei Eigenkontrolluntersuchungen festgestellt. Verbraucher sollen das betroffene Produkt nicht mehr essen und insbesondere von Kindern fernhalten.
Zurückgerufen wird ausschließlich das Produkt „GENUSS PLUS KIDS Bio Fruchtchips Apfel“. Die Packung enthält 35 Gramm und wird von Rossmann als Snack für Kinder ab drei Jahren angeboten. Als Lebensmittelunternehmer und Inverkehrbringer ist die Dirk Rossmann GmbH mit Sitz in Burgwedel angegeben. Einen davon abweichenden Produktionshersteller nennt die amtliche Rückrufmeldung nicht.
Entscheidend für die Identifizierung sind die EAN 4068134196903 sowie das Mindesthaltbarkeitsdatum 24.02.2027. Das MHD befindet sich nach Angaben zum Rückruf auf der Rückseite der Verpackung. Eine gesonderte numerische Chargennummer veröffentlichen Rossmann und Lebensmittelwarnung.de nicht. Zwar spricht das Unternehmen von der „betroffenen Charge“, identifiziert diese in der Verbraucherinformation aber über EAN und Mindesthaltbarkeitsdatum. Kunden sollten deshalb genau diese beiden Angaben auf ihrer Packung prüfen.
Die betroffenen Fruchtchips wurden bundesweit über Rossmann vertrieben. Damit können Packungen grundsätzlich in allen 16 Bundesländern gekauft worden sein: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Weitere deutsche Handelsketten werden in der Rückrufinformation für dieses Produkt nicht genannt.
Rossmann betreibt nach eigenen Unternehmensangaben mehr als 2.300 Märkte in Deutschland. Entsprechend groß ist das mögliche Vertriebsgebiet. Der Rückruf bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Apfelchips der Marke oder andere GENUSS-PLUS-KIDS-Produkte betroffen sind. Maßgeblich ist die Kombination aus Produktbezeichnung, EAN und dem genannten Mindesthaltbarkeitsdatum.
Rossmann fordert Kunden ausdrücklich dazu auf, betroffene Packungen nicht zu verzehren. Wer die Apfelchips zu Hause hat, soll sie nach Angaben des Unternehmens außerdem außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Das ist besonders relevant, weil das Produkt ausdrücklich für Kinder vermarktet wird und Kleinkinder zu den Personengruppen gehören, bei denen eine Salmonellose schwerer verlaufen kann.
Die Rückgabe ist unkompliziert möglich. Betroffene Packungen können laut Rossmann in einer Filiale zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird auch dann erstattet, wenn kein Kassenbon mehr vorhanden ist. Für Fragen nennt das Unternehmen seinen Kundenservice unter 0800 76 77 62 66. Die Rückgabe ist gegenüber einem Wegwerfen auch deshalb sinnvoll, weil Kunden dadurch den Kaufpreis zurückerhalten.
Der Nachweis der Salmonellen erfolgte nach Angaben von Rossmann im Rahmen unternehmenseigener Kontrollen. In der Veröffentlichung des Unternehmens und in der amtlichen Meldung auf Lebensmittelwarnung.de werden keine Erkrankungsfälle genannt, die mit dem Verzehr der betroffenen Apfelchips in Verbindung gebracht worden wären. Eine öffentlich dokumentierte behördliche Mitteilung über bestätigte Erkrankungen durch genau dieses Produkt lag am Donnerstagvormittag ebenfalls nicht vor.
Das bedeutet nicht, dass ein belastetes Produkt bedenkenlos konsumiert werden kann. Lebensmittelwarnung.de führt den Nachweis von Krankheitserregern als Grund für die öffentliche Warnung. Entscheidend für Verbraucher ist deshalb nicht, ob bereits Erkrankungen bekannt geworden sind, sondern ob ihre Packung zu der zurückgerufenen Ware gehört. Ist das der Fall, sollte sie nach der Empfehlung von Rossmann nicht gegessen werden.
Salmonellen sind Bakterien, die eine akute Magen-Darm-Erkrankung verursachen können. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt als typische Krankheitszeichen plötzlich einsetzenden Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen, allgemeines Unwohlsein und gelegentlich Erbrechen. Häufig kommt leichtes Fieber hinzu. Die Beschwerden halten meist mehrere Tage an und klingen bei unkompliziertem Verlauf von selbst wieder ab.
Zwischen Aufnahme der Bakterien und Beginn der Beschwerden können nach den Angaben des Bundesinstituts 6 bis 72 Stunden liegen. Am häufigsten treten Symptome nach etwa 12 bis 36 Stunden auf. Das Bundesportal gesund.bund gibt für einen üblichen unkomplizierten Krankheitsverlauf eine Dauer von etwa vier bis zehn Tagen an. Auch nachdem die Beschwerden verschwunden sind, können Salmonellen noch längere Zeit mit dem Stuhl ausgeschieden werden.
Besondere Vorsicht gilt bei Säuglingen und Kleinkindern sowie bei älteren oder abwehrgeschwächten Menschen. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit weist darauf hin, dass der Flüssigkeitsverlust durch starken Durchfall und Erbrechen bei diesen Gruppen schneller zu Komplikationen führen kann. Auch Rossmann weist in seiner Rückrufinformation darauf hin, dass schwere oder länger anhaltende Beschwerden ärztlich abgeklärt werden sollten.
Schwangeren wird ebenfalls empfohlen, bei einer entsprechenden Erkrankung frühzeitig ärztliche Hilfe einzuholen. Gleiches gilt für Säuglinge, kleine Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Unabhängig vom Alter sollte medizinischer Rat eingeholt werden, wenn Durchfall oder Erbrechen stark oder anhaltend sind, hohes Fieber auftritt, der Kreislauf beeinträchtigt ist oder Anzeichen einer deutlichen Austrocknung bestehen.
Für Menschen ohne besondere Risikofaktoren verläuft eine Salmonellose dagegen meist ohne Komplikationen. Wichtig ist vor allem, den Verlust von Flüssigkeit und Salzen auszugleichen. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt bei starkem Durchfall und Erbrechen ausreichend zu trinken. Elektrolytlösungen aus der Apotheke können bei größerem Flüssigkeitsverlust sinnvoll sein.
Salmonellosen zeigen in Deutschland einen ausgeprägten saisonalen Verlauf. Das Robert Koch-Institut beschreibt einen Erkrankungsgipfel typischerweise im Spätsommer. Dafür gibt es einen nachvollziehbaren biologischen Grund: Salmonellen können sich in Lebensmitteln bei höheren Temperaturen vermehren. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass eine Vermehrung oberhalb von etwa sieben Grad Celsius möglich ist. Je länger geeignete Lebensmittel ungekühlt bleiben, desto stärker kann das Risiko steigen.
In der warmen Jahreszeit kommen mehrere Faktoren zusammen. Lebensmittel erreichen bei Transport, Picknick, Gartenfesten oder Grillabenden schneller Temperaturen, bei denen sich Bakterien vermehren können. Das BfR empfiehlt deshalb, kühlpflichtige Speisen auch im Freien konsequent gekühlt zu halten. Unter sieben Grad können sich Salmonellen nach Angaben des Instituts in Lebensmitteln nicht vermehren.
Salmonellose gehört in Deutschland weiterhin zu den häufigeren meldepflichtigen bakteriellen Magen-Darm-Erkrankungen. Im jüngsten abgeschlossenen Infektionsepidemiologischen Jahrbuch des Robert Koch-Instituts für 2024 werden 12.390 Salmonellose-Fälle genannt, die der RKI-Referenzdefinition entsprechen. Zum Vergleich: Für 2023 weist das RKI 10.690 entsprechende Fälle aus. Die Fallzahlen waren damit 2024 wieder deutlich höher als im Vorjahr.
Daneben können in anderen amtlichen Auswertungen höhere Zahlen erscheinen, weil nicht jede Statistik dieselben Fallkriterien verwendet. Das Bundesportal gesund.bund nennt auf Grundlage einer RKI-SurvStat-Auswertung für 2024 insgesamt 15.274 gemeldete Salmonellen-Erkrankungen. Für Vergleiche ist deshalb entscheidend, ob sämtliche Meldungen oder ausschließlich Fälle nach der engeren RKI-Referenzdefinition gezählt werden. Die laufenden Meldedaten werden zudem nachträglich ergänzt und korrigiert.
Das RKI veröffentlicht auch 2026 wöchentlich vorläufige Meldedaten. Das Epidemiologische Bulletin 32/2026 enthält den Stand bis zur 31. Meldewoche mit Datenstand 5. August 2026. Die Zahlen des laufenden Jahres sind noch nicht als endgültiger Jahreswert zu verstehen.
Salmonellen können nicht nur über Eier oder Fleisch übertragen werden. Auch pflanzliche Lebensmittel können mit den Bakterien belastet sein, wie der aktuelle Rückruf von getrockneten Apfelchips zeigt. Entscheidend ist deshalb eine konsequente Lebensmittelhygiene. Das BfR empfiehlt, leicht verderbliche Lebensmittel möglichst durchgehend kalt zu halten und den Kühlschrank auf höchstens sieben Grad, besser etwa fünf Grad einzustellen.
Rohe Lebensmittel sollten außerdem getrennt von bereits verzehrfertigen Speisen verarbeitet werden. Messer, Schneidebretter, Teller und Arbeitsflächen müssen nach Kontakt mit rohem Fleisch oder anderen möglicherweise belasteten Lebensmitteln gründlich gereinigt werden. Hände sollten vor der Essenszubereitung und nach Kontakt mit rohen tierischen Produkten sorgfältig gewaschen werden. Damit lässt sich verhindern, dass Bakterien über sogenannte Kreuzkontaminationen auf Salate, Brot oder andere Lebensmittel gelangen, die anschließend nicht mehr erhitzt werden.
Bei Lebensmitteln, die erhitzt werden können, ist ausreichendes Durchgaren ein wichtiger Schutz. Das BfR nennt als Orientierung eine Kerntemperatur von mindestens 70 Grad Celsius für mindestens zwei Minuten. Besonders bei Fleisch, Geflügel und Eierspeisen sollte diese Temperatur erreicht werden. Kühlpflichtige Lebensmittel sollten nach dem Einkauf möglichst schnell in den Kühlschrank gelangen und bei sommerlichen Temperaturen nicht längere Zeit im Auto, auf dem Tisch oder beim Picknick ungekühlt liegen bleiben.
Für die aktuell zurückgerufenen Rossmann-Apfelchips gilt allerdings eine einfachere Regel: Betroffene Packungen mit der EAN 4068134196903 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 24.02.2027 sollten nicht gegessen werden. Rossmann nimmt die Ware zurück und erstattet den Kaufpreis auch ohne Kassenbon.






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