
Am heutigen Sonntag zeigt SAT.1 um 20.15 Uhr Der Schuh des Manitu – Extra Large. Die Westernkomödie von Michael Bully Herbig steht bis 22 Uhr im Programm. Gezeigt wird nicht die ursprüngliche Kinofassung, sondern eine verlängerte Version mit einer reinen Filmlaufzeit von rund 88 Minuten. Die Produktion aus dem Jahr 2001 entwickelte sich zum größten deutschen Kinoerfolg seit Beginn der einheitlichen Besucherstatistik und erhielt zahlreiche Publikums- und Branchenpreise.
Die ursprüngliche Kinofassung dauert rund 82 Minuten. Für eine Wiederaufführung im Jahr 2002 entstand die etwa sechs bis sieben Minuten längere Extra-Large-Fassung. Dafür wurde ein neuer Vorspann gedreht, der die Vorgeschichte der zentralen Figuren ausführlicher erzählt. Zu sehen ist unter anderem, wie Abahachi und sein Zwillingsbruder Winnetouch aufwachsen, wie Abahachi seine Schatzkarte erhält und wie er Ranger kennenlernt.
Michael Herbig übernimmt in den zusätzlichen Szenen neben seinen Rollen als Abahachi und Winnetouch auch die Figur des Großvaters Grauer Star. Zudem treten Darsteller auf, die in der ursprünglichen Fassung nicht zu sehen waren. Dazu gehören Anke Engelke, Herbert Feuerstein und Natalia Avelon. Die eigentliche Handlung des Kinofilms bleibt unverändert. Die zusätzlichen Minuten ordnen vor allem Beziehungen und frühere Ereignisse ein.
Im Mittelpunkt von Der Schuh des Manitu – Extra Large stehen der Apachenhäuptling Abahachi und sein Blutsbruder Ranger. Beide wollen bei dem Geschäftsmann Santa Maria ein Lokal für Abahachis Stamm kaufen. Der vermeintliche Immobilienhandel erweist sich jedoch als Falle. Santa Maria verschwindet mit dem Geld, während ein Stammesangehöriger bei der Übergabe ums Leben kommt.
Abahachi und Ranger müssen ihre Unschuld beweisen und zugleich das verlorene Geld beschaffen. Hoffnung macht eine Schatzkarte, die allerdings in mehrere Teile zerrissen und auf verschiedene Personen verteilt wurde. Die Suche führt die beiden unter anderem zu Winnetouch, dem griechischen Gastwirt Dimitri und Uschi. Santa Maria verfolgt währenddessen eigene Pläne und setzt die Gruppe zunehmend unter Druck.
Der Film verbindet eine einfache Abenteuerhandlung mit Sprachwitzen, Slapstick, Musiknummern und Zitaten aus dem Westerngenre. Großen Raum nehmen dabei die gegensätzlichen Charaktere und ihre ständig wiederkehrenden Auseinandersetzungen ein.
Michael Herbig führte Regie und spielte die Doppelrolle als Abahachi und dessen Zwillingsbruder Winnetouch. Christian Tramitz ist als Ranger zu sehen. Rick Kavanian verkörpert den Gastwirt Dimitri, Marie Bäumer spielt Uschi. Sky du Mont übernimmt die Rolle des Gegenspielers Santa Maria, Hilmi Sözer tritt als dessen Handlanger Hombre auf.
Zur weiteren Besetzung gehören Irshad Panjatan als Häuptling Listiger Lurch, Tim Wilde als John, Siegfried Terpoorten als Jim, Robinson Reichel als Joe und Oliver Wnuk als Jack. Alexander Held spielt in einem kurzen Auftritt den Schriftsteller Karl May. Friedrich Schoenfelder ist als Erzähler zu hören.
Das Drehbuch verfasste Herbig gemeinsam mit Rick Kavanian, Alfons Biedermann und Murmel Clausen. Die Figuren Abahachi, Ranger und Winnetouch waren bereits aus der ProSieben-Comedyshow Bullyparade bekannt. Dort gehörten Karl-May- und Westernparodien zu den wiederkehrenden Sketchreihen.
Die Produktion nimmt vor allem die deutschen Karl-May-Verfilmungen der 1960er-Jahre aufs Korn. Abahachi und Ranger erinnern in ihrer Figurenkonstellation an Winnetou und Old Shatterhand, die in den damaligen Kinofilmen von Pierre Brice und Lex Barker verkörpert wurden. Hinzu kommen Anleihen bei klassischen US-Western und dem Italo-Western.
Für die Außenaufnahmen reiste das Team nach Südspanien. Gedreht wurde unter anderem in der Wüste von Tabernas nahe Almería in Andalusien. Die trockene Landschaft und die dortigen Westernkulissen waren zuvor bereits für zahlreiche internationale Produktionen genutzt worden. Weitere Arbeiten fanden in Deutschland statt.
Der Schuh des Manitu startete am 19. Juli 2001 in den deutschen Kinos. Nach Angaben der Filmförderungsanstalt wurden seitdem rund 11,7 Millionen Eintrittskarten verkauft. Damit führt die Komödie die Statistik der meistbesuchten deutschen Produktionen mit Kinostart seit dem Jahr 2000 an. In Ranglisten, die auf der offiziellen bundesdeutschen Besucherzählung seit 1968 beruhen, wird sie ebenfalls als erfolgreichster deutscher Kinofilm geführt.
Der Publikumserfolg brachte der Produktion mehrere Auszeichnungen. 2001 erhielt das Ensemble den Bambi in der Kategorie Film National. Es folgten unter anderem der Deutsche Comedypreis als bester Film sowie Goldene Leinwände für mehrere erreichte Besuchermarken. Beim Deutschen Filmpreis 2002 gewann die Komödie einen Sonderpreis und den Publikumspreis. Auch beim Bayerischen Filmpreis wurde sie mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.
24 Jahre nach dem Kinostart erschien eine Fortsetzung. Das Kanu des Manitu kam am 14. August 2025 in die deutschen Kinos. Herbig führte erneut Regie und schrieb das Drehbuch mit Christian Tramitz und Rick Kavanian. Mehrere bekannte Figuren und Darsteller kehrten zurück.
Der Schuh des Manitu – Extra Large ist neben der heutigen Fernsehausstrahlung über Joyn abrufbar. Je nach Verfügbarkeit wird der Film außerdem bei weiteren digitalen Anbietern zum Leihen oder Kaufen angeboten.
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