Was hinter den Türen von Tierversuchslaboren geschieht

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
Tech Daily

Teilen:

Die 37 Grad Geheimsache Tierversuche-Dokumentation beschäftigt sich am Dienstagabend mit einem Bereich der Forschung, der für die Öffentlichkeit häufig nur schwer einsehbar ist. Das ZDF zeigt „Geheimsache Tierversuche – Unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ heute, 29. September 2026, um 22:15 Uhr. Die 30-minütige Dokumentation läuft bis 22:45 Uhr und wird erstmals im Fernsehen ausgestrahlt. Autor des Films ist Manfred Karremann. In Episodendaten wird die Ausgabe als Folge 1249 der langjährigen Reihe „37°“ geführt.

Der Film stellt die Frage, wie Tierversuche gesellschaftlich und wissenschaftlich beurteilt werden können, wenn die konkrete Arbeit in Laboren nur begrenzt öffentlich sichtbar ist. Karremann versuchte nach Angaben des ZDF über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr, mit Tierversuchslaboren ins Gespräch zu kommen. Auch das Angebot, Einrichtungen anonym zu zeigen, habe vielfach nicht zu einem Zugang geführt.

Stefan Schlatt öffnet sein Labor für die Dokumentation

Eine zentrale Rolle in dem Film übernimmt Professor Stefan Schlatt von der Universität Münster. Nach Angaben des ZDF war er bereit, über Tierversuche und die Gründe für seine Forschung zu sprechen. Die Dokumentation zeigt damit auch die Perspektive eines Wissenschaftlers, der solche Versuche für seine Arbeit einsetzt.

Dabei geht es nicht ausschließlich um die grundsätzliche ethische Debatte. Der Film beschäftigt sich auch damit, für welche wissenschaftlichen Zwecke Tiere eingesetzt werden und welche Alternativen inzwischen entwickelt werden.

Das ZDF verwendet außerdem Aufnahmen aus einem britischen Labor. Darauf sind nach Senderangaben Hunde, Affen, Kaninchen und Ratten bei Sicherheitstests zu sehen. Die gezeigten Prüfverfahren orientieren sich demnach an OECD-Richtlinien. Zu den dargestellten Verfahren gehören die Verabreichung von Substanzen über die Atemwege oder über Magensonden.

1,33 Millionen Tiere wurden 2024 in Versuchen eingesetzt

Die aktuellen amtlichen Zahlen zeigen zugleich einen deutlichen Rückgang der Versuchstiernutzung in Deutschland. Nach der Versuchstierstatistik des Bundesinstituts für Risikobewertung wurden 2024 rund 1,33 Millionen Wirbeltiere und Kopffüßer tatsächlich in Tierversuchen verwendet. Gegenüber dem Vorjahr sank diese Zahl um neun Prozent.

Rund 78 Prozent der eingesetzten Tiere waren Nagetiere. Mäuse machten allein 72 Prozent aus, Ratten weitere sechs Prozent. 17 Prozent der verwendeten Tiere entfielen auf regulatorische Zwecke, beispielsweise die Qualitätskontrolle medizinischer Produkte oder Sicherheitsprüfungen von Chemikalien. Sieben Prozent wurden zur Erhaltung genetisch veränderter Tierlinien eingesetzt.

Die reine Zahl der Tiere in Versuchen bildet allerdings nicht die gesamte amtliche Statistik ab. Werden zusätzlich Tiere berücksichtigt, die für wissenschaftliche Zwecke getötet wurden, lag die Zahl 2024 insgesamt bei rund 1,95 Millionen Tieren. Das waren 8,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Damit sank dieser Wert erstmals unter die Marke von zwei Millionen.

Hinzu kommen Tiere, die für wissenschaftliche Zwecke gezüchtet, letztlich aber nicht eingesetzt und anschließend getötet wurden. Für 2024 weist das BfR rund 1,1 Millionen solcher Tiere aus. Auch diese Zahl ging deutlich zurück, und zwar um rund 264.000 Tiere beziehungsweise 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das BfR weist darauf hin, dass die Versuchstierzahlen inzwischen seit mehreren Jahren sinken. Zwischen 2020 und 2024 ging die Gesamtzahl fünf Jahre hintereinander zurück. Eine im September 2026 veröffentlichte Analyse des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Entwicklung nicht mit einer einzelnen Ursache erklären lässt. Vielmehr seien mehrere Faktoren dafür verantwortlich.

Alternativen zu Tierversuchen sind ebenfalls Thema

„Geheimsache Tierversuche“ beschäftigt sich nicht nur mit bestehenden Versuchen. Der Film zeigt auch Verfahren, die Tierversuche ersetzen oder reduzieren können. Dazu zählen nach Angaben des ZDF unter anderem menschliche Zellkulturen, künstlich hergestellte Hautmodelle und sogenannte Organ-on-a-Chip-Systeme.

Als Beispiel nennt die Dokumentation BASF. Dort wurden nach ZDF-Angaben alternative Verfahren etwa für Untersuchungen zur Haut- und Augenreizung entwickelt. Solche Methoden können bestimmte Tierversuche ersetzen. Welche Methode eingesetzt werden kann, hängt allerdings vom jeweiligen wissenschaftlichen oder regulatorischen Zweck ab.

Eine öffentliche Informationsmöglichkeit über genehmigte Tierversuchsvorhaben existiert bereits. Das Bundesinstitut für Risikobewertung betreibt seit 2014 die Datenbank „AnimalTestInfo“. Dort werden nichttechnische Projektzusammenfassungen genehmigter Tierversuche veröffentlicht. Erfasst werden Vorhaben von Universitäten, anderen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Einrichtungen des Bundes.

„37°: Geheimsache Tierversuche“ heute im ZDF

Die Erstausstrahlung von „37°: Geheimsache Tierversuche – Unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ beginnt am Dienstag, 29. September 2026, um 22:15 Uhr im ZDF. Das reguläre Programm sieht das Ende um 22:45 Uhr vor. Anschließend folgt „Markus Lanz“.

Bereits seit 5:00 Uhr am Dienstag steht die Dokumentation im Streaming-Angebot des ZDF zur Verfügung. Nach Angaben des Senders soll sie dort fünf Jahre abrufbar bleiben. Damit reicht der angekündigte Verfügbarkeitszeitraum bis zum 29. September 2031. Zusätzlich wird der Film mit Untertiteln, Deutscher Gebärdensprache und Audiodeskription angeboten.

Eine weitere lineare Ausstrahlung ist bereits angekündigt: 3sat zeigt die Dokumentation am Montag, 5. Oktober 2026, von 23:50 Uhr bis 00:20 Uhr. Dort wird die ZDF-Ausstrahlung vom 29. September ausdrücklich als Erstsendung geführt.

Die Reihe „37°“ gehört seit dem 1. November 1994 zum ZDF-Programm. Mehr als 1.100 Filme wurden nach Senderangaben inzwischen ausgestrahlt. Der Sender zeigt derzeit jährlich etwa 30 bis 36 neue Ausgaben der Reihe, regulär dienstags um 22:15 Uhr.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu