
Auf der A1 bei Bremen steht im November 2026 ein wichtiger Wechsel der Verkehrsführung bevor. Im Zuge der umfangreichen Sanierung der Weserbrücke wird der Verkehr auf die inzwischen instandgesetzte südliche Brückenhälfte verlegt. Dafür sind zwischen dem 7. und 15. November insgesamt vier nächtliche Vollsperrungen sowie weitere Einschränkungen vorgesehen. Betroffen sind beide Fahrtrichtungen, allerdings an unterschiedlichen Tagen. Die zuständige Projektgesellschaft DEGES veröffentlichte den Zeitplan am Dienstag, 27. Oktober 2026.
Die Arbeiten an der A1-Weserbrücke bei Bremen sollen anschließend auf der nördlichen Brückenhälfte fortgesetzt werden. Bis zum geplanten Abschluss der Sanierung Ende 2027 bleibt die Autobahn damit eine Großbaustelle auf einer wichtigen Verkehrsverbindung zwischen Nord- und Westdeutschland.
Die angekündigten Vollsperrungen betreffen die A1 im Bereich der Weserbrücke zwischen den Anschlussstellen Bremen-Arsten und Bremen-Hemelingen. In den ersten beiden Sperrnächten wird die Fahrtrichtung Hamburg geschlossen. Eine Woche später folgen zwei Vollsperrungen in Richtung Osnabrück.
Nach dem Zeitplan der DEGES vom 27. Oktober beginnen die Einschränkungen am Samstagabend, 7. November. Die letzten beiden angekündigten Vollsperrungen fallen auf das Wochenende vom 13. bis 15. November.
Die Maßnahmen dienen der Vorbereitung und abschließenden Einrichtung einer neuen Verkehrsführung. Während derzeit der Verkehr beider Fahrtrichtungen auf der nördlichen Brückenhälfte gebündelt ist, soll künftig die sanierte südliche Hälfte genutzt werden. Dort werden zunächst weiterhin zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung zur Verfügung stehen.
Die erste nächtliche Vollsperrung ist für Samstag, 7. November, 22 Uhr, bis Sonntag, 8. November, 5 Uhr, angekündigt. In diesem Zeitraum wird die A1 zwischen Bremen-Arsten und Bremen-Hemelingen in Fahrtrichtung Hamburg vollständig geschlossen.
Als Grund nennt die DEGES unter anderem Vermessungsarbeiten für die neue Verkehrsabsicherung. Außerdem sollen vorläufige Fahrbahnmarkierungen vorbereitet und vorhandene Markierungen in bestimmten Randbereichen entfernt werden.
Eine zweite Vollsperrung folgt unmittelbar in der Nacht von Sonntag, 8. November, auf Montag, 9. November. Sie beginnt ebenfalls um 22 Uhr und endet um 5 Uhr. Wieder ist die Fahrtrichtung Hamburg zwischen Bremen-Arsten und Bremen-Hemelingen betroffen.
Zusätzlich wird in dieser Nacht der Überholfahrstreifen in Fahrtrichtung Osnabrück gesperrt. Die verbleibende Verkehrsführung auf dieser Seite soll währenddessen aufrechterhalten werden.
Für beide Nächte ist dieselbe Umleitung vorgesehen. Der Verkehr in Richtung Hamburg wird ab Bremen-Arsten über die ausgeschilderte Bedarfsumleitung U31 geführt. Sie verläuft über die B6n, die A281 und die B6 bis zum Zubringer Bremen-Hemelingen.
Nach Abschluss der zweiten nächtlichen Vollsperrung beginnt eine Übergangsphase. Vom 9. bis 11. November soll der Verkehr zunächst auf beide Brückenhälften verteilt werden.
In diesem Zeitraum stehen nach Angaben der DEGES jeweils zwei Fahrstreifen auf der nördlichen beziehungsweise südlichen Brückenhälfte zur Verfügung. Gleichzeitig wird insbesondere die Mittelstreifenüberfahrt im Bereich Bremen-Arsten baulich angepasst.
Weitere Einschränkungen sind für die beiden folgenden Nächte vorgesehen:
In der Nacht vom 11. auf den 12. November wird zwischen 20 Uhr und 6 Uhr der jeweilige Überholfahrstreifen in beiden Fahrtrichtungen gesperrt.
Die gleiche Einschränkung gilt in der Nacht vom 12. auf den 13. November, ebenfalls zwischen 20 Uhr und 6 Uhr.
Während dieser Arbeiten sollen transportable Schutzeinrichtungen auf der südlichen Brückenseite abgebaut und auf der nördlichen Seite neu eingerichtet werden. Sie dienen dazu, den fließenden Verkehr vom Baustellenbereich zu trennen.
Zum Abschluss der Verkehrsumstellung sind zwei weitere Vollsperrungen geplant. Anders als zu Beginn der Arbeiten betreffen sie die Fahrtrichtung Osnabrück.
Die erste Sperrung ist für die Nacht von Freitag, 13. November, auf Samstag, 14. November, vorgesehen. Die zweite folgt in der Nacht von Samstag, 14. November, auf Sonntag, 15. November.
Konkrete Anfangs- und Endzeiten für diese beiden Vollsperrungen hat die DEGES in ihrer Mitteilung vom 27. Oktober nicht veröffentlicht.
Die Umleitung soll ab der Anschlussstelle Bremen-Hemelingen in umgekehrter Richtung über die bereits für die Gegenrichtung genutzte Strecke bis Bremen-Arsten führen. Eine eigene Umleitungsnummer für diese Fahrtrichtung wurde in der aktuellen Mitteilung nicht genannt.
Mit den Arbeiten soll die Verkehrsverlagerung abgeschlossen werden. Anschließend wird die nördliche Brückenhälfte selbst zum Baufeld. Dort sollen die bisherigen Sanierungsmaßnahmen in vergleichbarer Form fortgesetzt werden.
Als Zeitraum für diese abschließende größere Bauphase nennt die DEGES die Zeit bis Ende Dezember 2027.
Die A1-Weserbrücke gehört zu den wichtigen Straßenverbindungen im Raum Bremen. Sie führt den Fernverkehr über die Weser und verbindet die Regionen Hamburg und Bremen mit Osnabrück sowie weiteren Wirtschaftsräumen in Westdeutschland.
Nach Projektangaben der DEGES ist die gesamte Brückenkonstruktion rund 540 Meter lang. Davon entfallen 280 Meter auf die Stahlbrücke über den Fluss und 260 Meter auf die anschließende Vorlandbrücke aus Spannbeton.
Das Bauwerk wurde 1963 errichtet und 1977 erweitert. Inzwischen weist es unter anderem Ermüdungserscheinungen an Stahlbauteilen sowie Korrosionsschäden auf.
Die Instandsetzung umfasst deshalb nicht nur die Fahrbahnoberfläche. Auch Schweißverbindungen, Teile der Tragkonstruktion, Betonbereiche und Schutzeinrichtungen müssen bearbeitet werden.
Nach Angaben der DEGES vom 27. Oktober sind die Arbeiten an den Schweißnähten im Inneren der südlichen Brückenhälfte ebenso abgeschlossen wie die Sanierung der dortigen Chloridschäden. Zudem wurden Teile der Brückenkappen erneuert und ein neuer Fahrbahnbelag eingebaut.
Die bevorstehenden Vollsperrungen betreffen eine stark genutzte Autobahn. Nach den Projektangaben der DEGES liegt die durchschnittliche Verkehrsbelastung der Weserbrücke bei rund 130.000 Fahrzeugen täglich. Der Anteil des Schwerverkehrs wird mit etwa 24 Prozent angegeben.
Die A1 hat damit sowohl für den regionalen Berufsverkehr als auch für den überregionalen Gütertransport eine erhebliche Bedeutung. Bereits die eingeschränkte Verkehrsführung mit zwei Fahrstreifen je Richtung reduziert die nutzbare Kapazität auf dem Brückenabschnitt.
Bei den angekündigten Vollsperrungen müssen Fahrzeuge der jeweils betroffenen Fahrtrichtung die ausgeschilderte Umleitung nutzen. Konkrete Prognosen dazu, wie stark die zusätzlichen Verkehrsbelastungen auf den Umleitungsstrecken ausfallen oder welche Zeitverluste Pendler und Lkw-Fahrer einplanen müssen, wurden in der DEGES-Mitteilung vom 27. Oktober nicht veröffentlicht.
Die Projektgesellschaft verwies zugleich auf die Verkehrssicherheit im Baustellenbereich. Besonders an den Zufahrten zur Weserbrücke komme es wiederholt zu Rückstaus.
Für den weiteren Bauablauf seien daher Maßnahmen zur Verringerung der Geschwindigkeit in den Anfahrtsbereichen abgestimmt worden. Außerdem appellierte die DEGES an Autofahrer und Lkw-Fahrer, die geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote einzuhalten.
Mit der Verlagerung des Verkehrs auf die südliche Brückenhälfte erreicht die laufende Sanierung einen neuen Abschnitt. Die Arbeiten an der künftig gesperrten Nordseite sollen anschließend bis Ende 2027 fortgesetzt werden.
Dabei will die DEGES nach ihrer Mitteilung vom 27. Oktober weiterhin Fahrstreifenbreiten von 3,65 beziehungsweise 3,38 Metern anbieten. Die Verkehrsführung wurde demnach gegenüber früheren Planungen angepasst, um die bisherige Breite der Fahrstreifen auch während der folgenden Bauphase zu erhalten.
Der Abschluss der Instandsetzung und Ertüchtigung ist nach dem aktuellen Zeitplan für Ende 2027 vorgesehen. Bis dahin bleiben auf der Weserbrücke Einschränkungen bestehen.
Für Autofahrer beginnt die nächste Phase zunächst mit den vier angekündigten nächtlichen Vollsperrungen im November. Die erste Sperrung startet am 7. November um 22 Uhr in Fahrtrichtung Hamburg. Nach den abschließenden Sperrnächten am 13./14. und 14./15. November soll der Verkehr dauerhaft über die sanierte südliche Brückenhälfte geführt werden.
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