Zwei schwere A1-Unfälle bei Stuhr legen den Verkehr lahm

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Bei zwei schweren Unfällen auf der A1 bei Stuhr südlich von Bremen ist am Dienstag ein Mensch ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen wurden leicht verletzt. Die Autobahn blieb in Fahrtrichtung Hamburg über Stunden gesperrt. Auch am frühen Mittwochmorgen war der Abschnitt zwischen dem Autobahndreieck Stuhr und Bremen-Brinkum noch nicht wieder freigegeben.

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Sattelzug fährt nahezu ungebremst auf Stauende

Der erste Unfall ereignete sich am Dienstag gegen 16.15 Uhr zwischen dem Autobahndreieck Stuhr und der Anschlussstelle Bremen-Brinkum. Nach Angaben der Autobahnpolizei fuhr ein 33 Jahre alter Sattelzugfahrer in Richtung Hamburg und bemerkte aus bislang ungeklärter Ursache ein Stauende zu spät.

Der Sattelzug prallte nahezu ungebremst auf einen Pkw. Ein unmittelbar davor fahrender 49-jähriger Fahrer eines Lastwagens mit Anhänger versuchte noch, auf den mittleren Fahrstreifen auszuweichen. Der Sattelzug schob den Pkw jedoch auf das Gespann. Der Anhänger wurde durch die Kollision vom Lastwagen getrennt. Lastwagen und Anhänger kamen quer auf der Fahrbahn zum Stillstand.

Der Lastwagen wurde anschließend gegen einen Pkw auf dem linken Fahrstreifen und gegen einen weiteren Sattelzug auf dem rechten Fahrstreifen geschoben. Insgesamt waren damit drei Lastwagen und zwei Autos an dem Unfall beteiligt.

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Der Fahrer des zuerst getroffenen Pkw wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt und tödlich verletzt. Seine Identität war am frühen Mittwochmorgen noch nicht geklärt. Der 33-jährige Sattelzugfahrer und ein 32 Jahre alter Autofahrer erlitten leichte Verletzungen. Beide wurden medizinisch behandelt und anschließend in Krankenhäuser gebracht.

Die Polizei schätzt den Sachschaden auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag. Nahezu alle beteiligten Fahrzeuge wurden beschädigt und waren teilweise nicht mehr fahrbereit.

Zweiter Unfall entsteht im Rückstau

Etwa eineinhalb Stunden später kam es gegen 17.45 Uhr zwischen der Anschlussstelle Groß Ippener und dem Autobahndreieck Stuhr zu einem weiteren schweren Unfall.

Ein 31 Jahre alter Fahrer war dort mit einem Tiertransporter in Richtung Hamburg unterwegs. Nach Angaben der Polizei übersah er das durch den ersten Unfall entstandene Stauende und fuhr auf einen abbremsenden Transporter auf.

Der Transporter eines 43-Jährigen wurde dadurch auf einen vorausfahrenden Sattelzug geschoben und prallte anschließend gegen die Mittelschutzplanke. Der Tiertransporter kippte um und blockierte die Richtungsfahrbahn.

Der Fahrer des Tiertransporters und der 43-jährige Transporterfahrer wurden leicht verletzt. Der dritte beteiligte Fahrer blieb nach den bislang vorliegenden Angaben unverletzt. Die Polizei bezifferte den Schaden bei diesem Unfall auf etwa 45.000 Euro.

In dem Tiertransporter befanden sich Rinder. Die Tiere konnten umgeladen werden. Zwei Rinder verendeten an der Unfallstelle.

Damit waren nach der aktuellen Mitteilung der Autobahnpolizei drei Fahrzeuge am zweiten Unfall beteiligt. Frühere Angaben, nach denen auch bei diesem Zusammenstoß fünf Fahrzeuge betroffen gewesen seien, wurden durch die detaillierte Polizeimeldung vom Mittwochmorgen nicht bestätigt.

Sperrung reicht bis in den Mittwochmorgen

Nach dem ersten Unfall wurde die A1 ab dem Autobahndreieck Stuhr in Richtung Hamburg vollständig gesperrt. Durch den zweiten Unfall musste die Sperrung zeitweise bis zur Anschlussstelle Groß Ippener ausgeweitet werden.

Die Bergung gestaltete sich insbesondere im Bereich des zweiten Unfallortes schwierig, weil dort zusätzlich eine Baustelle die Arbeiten und die Rückführung der im Stau eingeschlossenen Fahrzeuge erschwerte. Der Abschnitt zwischen Groß Ippener und dem Dreieck Stuhr konnte später wieder freigegeben werden.

Am Mittwochmorgen gegen 7.30 Uhr bestand die Vollsperrung zwischen dem Autobahndreieck Stuhr und Bremen-Brinkum jedoch weiterhin. Noch waren nicht alle Fahrzeuge geborgen. Einen verbindlichen Zeitpunkt für die vollständige Freigabe gab es zunächst nicht.

Zeitweise hatte sich der Verkehr auf rund sechs Kilometern gestaut. Auch die Überleitung von der A28 aus Richtung Oldenburg auf die A1 war betroffen. Als Umfahrungen wurden unter anderem Strecken über die B322, B51 und B6 sowie über die A28, B75, A281 und B6 in Richtung Bremen empfohlen.

Eine genaue Zahl der bei den beiden Unfällen eingesetzten Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Polizeibeamten wurde zunächst nicht veröffentlicht.

Unfälle bei Bockel und Stuckenborstel sind andere Ereignisse

Die beiden A1-Unfälle bei Stuhr sind von mehreren weiteren schweren Ereignissen auf der A1 nördlich von Bremen zu unterscheiden.

Am Dienstagmorgen gegen 5.30 Uhr waren einige hundert Meter vor der Anschlussstelle Elsdorf in Richtung Hamburg drei Fahrzeuge zusammengestoßen. Nach Angaben der Polizei hatte ein 29-jähriger Autofahrer während der Fahrt eine Hustenattacke erlitten und war mit dem Wagen einer 60-Jährigen kollidiert. Ein nachfolgender Transporter prallte ebenfalls in das Fahrzeug und überschlug sich. Der 47-jährige Transporterfahrer wurde schwer, die 60-Jährige leicht verletzt. Der 29-Jährige blieb unverletzt.

Dieser Unfall lag zwischen Bockel und Elsdorf im Landkreis Rotenburg und damit deutlich weiter nördlich als die späteren Ereignisse bei Stuhr.

Davon wiederum zu unterscheiden sind mehrere Unfälle im Bereich Stuckenborstel, über die die Polizei am Montag berichtet hatte. Sie hatten sich bereits am Wochenende ereignet. Bei einem Unfall kurz hinter Stuckenborstel am Samstagabend waren drei Fahrzeuge beteiligt. Mehrere Menschen wurden leicht verletzt, der Schaden wurde auf etwa 150.000 Euro geschätzt. Die Bergungsarbeiten dauerten dort bis in den frühen Sonntagmorgen.

A1 rund um Bremen trägt besonders viel Verkehr

Die A1 gehört im Raum Bremen zu den wichtigsten Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen im deutschen Fernstraßennetz. Südlich der Stadt trifft sie am Dreieck Stuhr auf die A28 aus Richtung Oldenburg. Östlich von Bremen kreuzt sie am Bremer Kreuz die A27 zwischen Bremerhaven und Hannover.

Hinzu kommen erhebliche regionale Pendlerströme und ein hoher Anteil des Güterverkehrs. Bereits ältere amtliche Verkehrsanalysen weisen für die A1 auf Bremer Gebiet Größenordnungen von etwa 90.000 bis 110.000 Fahrzeugen pro Tag aus. Für die Weserquerung wurden später rund 114.000 Fahrzeuge täglich genannt, darunter ein erheblicher Anteil an Schwerverkehr.

Der Abschnitt ist zugleich durch umfangreiche Bauarbeiten belastet. Unter anderem wird die A1-Weserbrücke erneuert und saniert. Auch an weiteren Stellen im Bremer Autobahnnetz laufen längerfristige Arbeiten. Dadurch können Unfälle und kurzfristige Sperrungen auf der ohnehin stark beanspruchten Strecke schnell weitreichende Rückstaus bis auf angrenzende Autobahnen und Bundesstraßen auslösen.

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