Waymo kommt nach München: Robotaxis sollen Ende 2027 starten

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Grzegorz Walczak

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Der US-Anbieter Waymo macht seine Pläne für den deutschen Markt konkret. In den kommenden Wochen sollen erstmals Fahrzeuge des zum Alphabet-Konzern gehörenden Unternehmens auf den Straßen Münchens unterwegs sein. Von einem regulären fahrerlosen Taxidienst ist die Stadt damit allerdings noch deutlich entfernt. Zunächst will Waymo das Münchner Straßennetz erfassen und seine Technik auf die Bedingungen vor Ort vorbereiten. Ein öffentlich zugänglicher, vollautonomer Fahrdienst ist nach derzeitiger Planung gegen Ende 2027 vorgesehen.

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Erste Waymo-Fahrzeuge werden noch von Menschen gesteuert

Waymo in Deutschland beginnt mit einem mehrstufigen Verfahren. In der ersten Phase sollen Fahrzeuge manuell durch München gefahren werden. Dabei entstehen hochauflösende Karten des Straßennetzes, die das autonome Fahrsystem für seine Orientierung nutzt. Anschließend sind Testfahrten mit speziell geschultem Personal am Steuer vorgesehen. Erst in späteren Phasen soll das System die Fahraufgabe vollständig übernehmen.

Damit unterscheidet sich der bevorstehende Start deutlich von dem Robotaxi-Betrieb, den Waymo bereits aus mehreren Städten in den USA kennt. Dort können Kunden in verschiedenen Regionen bereits Fahrzeuge bestellen, in denen kein menschlicher Fahrer mehr am Steuer sitzt. Nach Angaben des Unternehmens wurden inzwischen mehr als 20 Millionen Fahrten absolviert. Waymo verweist außerdem auf mehrere hunderttausend kommerzielle Fahrten pro Woche.

Für München nennt das Unternehmen bislang keine geplante Flottengröße und keine konkreten Stadtteile, in denen ein späterer Fahrdienst angeboten werden soll. Auch Preise und das genaue Geschäftsmodell für Deutschland wurden zunächst nicht festgelegt. Fest steht lediglich das Ziel, den kommerziellen Fahrdienst gegen Ende 2027 für die Öffentlichkeit zu öffnen.

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Deutschland erlaubt autonomes Fahren unter Bedingungen

Rechtlich beginnt Waymo in Deutschland nicht bei null. Der Bund hat bereits 2021 einen Rechtsrahmen für Kraftfahrzeuge mit autonomer Fahrfunktion geschaffen. Die dazugehörige Verordnung trat 2022 in Kraft und wurde zuletzt 2026 geändert. Sie ermöglicht autonome Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr, allerdings nicht ohne räumliche und technische Begrenzungen.

Für einen regulären autonomen Betrieb ist unter anderem eine Betriebserlaubnis des Kraftfahrt-Bundesamtes erforderlich. Zusätzlich muss für die Fahrzeuge ein festgelegter Betriebsbereich genehmigt werden. Die autonome Fahrfunktion darf anschließend nur innerhalb dieses genehmigten Gebiets eingesetzt werden. Vorgeschrieben sind außerdem technische und organisatorische Voraussetzungen sowie eine technische Aufsicht, die bestimmte Aufgaben aus der Ferne übernehmen kann.

Waymo erklärt, bereits mit Behörden auf kommunaler, bayerischer und bundesweiter Ebene über die notwendigen Genehmigungen und weiteren Schritte im Austausch zu stehen. Welche Genehmigungen für den geplanten Münchner Regelbetrieb bereits beantragt oder erteilt worden sind, war zunächst nicht im Detail öffentlich ausgewiesen. Die angekündigten ersten Fahrten mit menschlichen Fahrern sind deshalb nicht mit einer Zulassung für einen fahrerlosen kommerziellen Betrieb gleichzusetzen.

München wird zum Test für Waymos Europastrategie

Die Wahl Münchens ist auch wegen der Bedeutung der Region für die Automobilindustrie bemerkenswert. In Bayern sitzen mit BMW und Audi zwei große deutsche Automobilhersteller, hinzu kommen zahlreiche Zulieferer, Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen. Die bayerische Staatsregierung begrüßte die Waymo-Pläne ausdrücklich. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bezeichnete die angekündigten Testfahrten als wichtigen Schritt für das autonome Fahren im Freistaat.

Für Waymo ist München zugleich Teil einer internationalen Expansion. Das Unternehmen hat seinen fahrerlosen Fahrdienst vor allem in den Vereinigten Staaten aufgebaut und arbeitet auch in weiteren Märkten an Tests und Markteinführungen. Der Eintritt in Deutschland führt damit einen Anbieter in den europäischen Wettbewerb, der bereits umfangreiche Erfahrungen mit kommerziellen Robotaxi-Angeboten gesammelt hat.

MOIA testet bereits mit Fahrgästen in Hamburg

Waymo trifft in Deutschland allerdings nicht auf einen unbesetzten Markt. Die Volkswagen-Tochter MOIA arbeitet gemeinsam mit weiteren Partnern seit Jahren an autonomem Ridepooling. In Hamburg startete im Juli 2026 im Rahmen des Projekts ALIKE ein Testbetrieb, bei dem ausgewählte und registrierte Nutzer Fahrten mit einem selbstfahrenden Volkswagen ID. Buzz buchen können.

Das Hamburger Projekt ist noch kein flächendeckender kommerzieller Robotaxi-Regelbetrieb. Es zeigt aber, dass sich neben internationalen Technologieunternehmen auch deutsche Hersteller und Mobilitätsanbieter auf einen möglichen Markt für fahrerlose Personentransporte vorbereiten. Volkswagen verfolgt dabei einen anderen Ansatz als Waymo und verbindet autonome Fahrzeuge unter anderem mit Ridepooling und bestehenden Verkehrsangeboten.

Hinzu kommen Entwicklungen klassischer Autohersteller bei automatisierten Fahrsystemen. Diese sind jedoch nicht ohne Weiteres mit Robotaxis vergleichbar. Systeme der Stufen zwei oder drei erlauben automatisiertes Fahren nur unter bestimmten Bedingungen und verlangen teilweise weiterhin, dass ein Mensch die Fahraufgabe wieder übernimmt. Waymos Ziel ist dagegen ein System der Automatisierungsstufe vier, das innerhalb eines definierten Einsatzbereichs ohne menschlichen Fahrer auskommt.

Bis zum Robotaxi-Regelbetrieb bleiben mehrere Schritte

Der angekündigte Deutschland-Einstieg zeigt deshalb vor allem, dass die nächste Phase beim autonomen Fahren nicht mehr allein auf Teststrecken oder Entwicklungsfahrzeuge beschränkt ist. Unternehmen bereiten zunehmend konkrete Mobilitätsdienste für europäische Großstädte vor. Ob Waymo sein Ziel eines öffentlichen Starts in München gegen Ende 2027 erreicht, hängt neben der technischen Erprobung auch von den erforderlichen Zulassungen und der Genehmigung des vorgesehenen Betriebsgebiets ab.

Für die kommenden Wochen ist die Veränderung im Münchner Straßenbild zunächst deutlich kleiner: Waymo-Fahrzeuge sollen Daten sammeln und das System auf den lokalen Verkehr vorbereiten. Der eigentliche Schritt zum fahrerlosen Fahrdienst soll erst folgen, wenn Technik, Betriebsgebiet und behördliche Genehmigungen die Voraussetzungen dafür erfüllen.

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