
Die Adidas-Aktie am 10. September 2026 hat ihren jüngsten Abwärtstrend fortgesetzt. Im frühen Xetra-Handel fiel das Papier des Sportartikelkonzerns deutlich und gehörte zeitweise zu den schwächeren Aktien im deutschen Leitindex. Nach Daten von finanzen.net notierte die Aktie um 9.07 Uhr auf Xetra bei 143,30 Euro. Das entsprach einem Minus von rund 2,2 Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs von 146,45 Euro am Mittwoch. Das bis dahin erreichte Tagestief lag bei 142,75 Euro. In den Handel war Adidas auf Xetra bei 144,50 Euro gestartet.
Auch im weiteren Vormittagsgeschäft blieb der Kurs unter Druck. Um 11.55 Uhr wurde die Adidas-Aktie nach Daten von EOD Historical Data bei 142,85 Euro geführt. Gegenüber dem Schlusskurs des Vortages entsprach das einem Rückgang von rund 2,5 Prozent. Damit entwickelte sich die Aktie deutlich schwächer als der DAX, der zu diesem Zeitpunkt lediglich leicht im Minus lag. Die Kursbewegung setzte eine bereits seit mehreren Handelstagen erkennbare Schwäche fort.
Der Rückgang vom Donnerstag ist Teil einer größeren Kurskorrektur. Noch am 29. Juli hatte die Adidas-Aktie vor der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen deutlich höher notiert. Einen Tag später reagierte der Markt außergewöhnlich negativ auf die Zahlen des zweiten Quartals. Die Aktie verlor am 30. Juli im Tagesverlauf zeitweise rund 19 Prozent und verzeichnete damit nach Reuters-Daten den stärksten Tagesverlust ihrer Börsengeschichte.
Auslöser war nicht ein Umsatzrückgang. Adidas hatte für das zweite Quartal einen währungsbereinigten Erlöszuwachs von 14 Prozent gemeldet und mit 6,7 Milliarden Euro einen Rekordumsatz erzielt. Das Betriebsergebnis stieg um fünf Prozent auf 574 Millionen Euro. Damit blieb Adidas jedoch unter den zuvor am Markt erwarteten rund 623 Millionen Euro. Gleichzeitig lagen die Marketingausgaben nach Angaben des Unternehmens allein im zweiten Quartal um 212 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau. Die Investitionen standen unter anderem im Zusammenhang mit den Aktivitäten rund um die Fußball-Weltmeisterschaft.
Für Anleger rückte damit insbesondere die Entwicklung der Profitabilität in den Mittelpunkt. Im ersten Halbjahr erreichte Adidas ein Betriebsergebnis von 1,279 Milliarden Euro, elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die operative Marge lag dennoch unverändert bei 9,6 Prozent. Im ersten Quartal hatte sie noch 10,7 Prozent erreicht und damit 0,8 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert gelegen.
Die Entwicklung erklärt, weshalb steigende Umsätze allein derzeit nicht ausreichen, um die Kursentwicklung zu stabilisieren. Adidas investiert erheblich in Marketing, Vertrieb und die Verfügbarkeit seiner Produkte. Die Marketing- und Point-of-Sale-Aufwendungen stiegen im ersten Halbjahr um 15 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro. Zugleich belasteten höhere US-Zölle und ungünstige Wechselkursentwicklungen die Profitabilität. Die Bruttomarge des ersten Halbjahres lag mit 51,8 Prozent nahezu auf dem Vorjahresniveau von 51,9 Prozent.
Das China-Geschäft wird an der Börse ebenfalls aufmerksam beobachtet. Dabei lässt sich aus den bislang veröffentlichten Geschäftszahlen kein Umsatzrückgang von Adidas in der Region ableiten. In Greater China stiegen die währungsbereinigten Erlöse im ersten Halbjahr 2026 nach Unternehmensangaben um 16 Prozent. Im ersten Quartal hatte das Wachstum sogar bei 17 Prozent gelegen.
Eine vorsichtigere Einschätzung kommt dagegen aus dem Analystenlager. RBC erklärte in einer am 9. September bekannt gewordenen Branchenstudie, die Nachfrage in China bleibe aus Sicht des Hauses insgesamt durchwachsen. Analyst Piral Dadhania sieht Adidas innerhalb des Sportartikelsektors dennoch vergleichsweise positiv und verwies unter anderem auf das lokale Geschäft und Modetrends. RBC bestätigte deshalb seine Einstufung Outperform und ein Kursziel von 200 Euro. Dabei handelt es sich um eine Einschätzung des Analysehauses und nicht um eine Prognose des Unternehmens.
Auch andere Häuser bewerten die mittelfristigen Aussichten weiterhin konstruktiv. Barclays nahm die Beobachtung der Adidas-Aktie Anfang September mit der Einstufung Overweight und einem Kursziel von 210 Euro auf. Analystin Viktoria Petrova verwies unter anderem auf die Produktentwicklung und die für den 23. und 24. September geplanten Innovationstage des Konzerns. Ob diese Veranstaltungen neue Mittelfristziele oder andere kursrelevante Informationen bringen werden, war zunächst offen.
Bereits unmittelbar nach den Quartalszahlen hatten mehrere Analystenhäuser ihre positiven Einstufungen grundsätzlich beibehalten. UBS führte Adidas Ende Juli mit Buy und einem Kursziel von 219 Euro, Deutsche Bank Research mit Buy und 210 Euro sowie JPMorgan mit Overweight und 230 Euro. RBC hatte sein Kursziel damals auf 200 Euro gesenkt, die Einstufung Outperform jedoch bestätigt. Die Kursziele spiegeln jeweils Erwartungen der Analysten wider und sind keine Garantie für die weitere Kursentwicklung.
Die Dimension der Neubewertung zeigt der Blick auf die vergangenen Wochen. Auf Xetra hatte Adidas am 9. September bei 146,45 Euro geschlossen. Am 1. September lag der Schlusskurs noch bei 147,95 Euro und am 10. August bei 167,35 Euro. Ende Juli wurde die Aktie vor Veröffentlichung der Quartalszahlen noch zu Kursen von mehr als 180 Euro gehandelt. Damit hat das Papier innerhalb weniger Wochen einen erheblichen Teil seines Börsenwerts eingebüßt.
Am Donnerstag kam zusätzlich ein schwaches Marktumfeld hinzu. Der DAX schloss am 10. September bei 25.361,15 Punkten und damit 0,84 Prozent unter dem Vortag. Steigende Ölpreise, höhere Anleiherenditen und die erneute Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank belasteten europäische Aktien insgesamt. Die Adidas-Aktie zeigte bereits am Vormittag eine deutlich stärkere negative Bewegung als der Gesamtmarkt.
Für die weitere fundamentale Beurteilung rücken nun die Zahlen zum dritten Quartal in den Mittelpunkt. Adidas will seine Neunmonatsergebnisse am 29. Oktober veröffentlichen. Dann wird sich insbesondere zeigen, wie sich Umsatzwachstum, Marketingausgaben, operative Marge und die Geschäfte in wichtigen Regionen wie China und Nordamerika entwickelt haben.
Bis dahin treffen bei der Adidas-Aktie zwei unterschiedliche Entwicklungen aufeinander. Operativ wächst der Konzern weiterhin deutlich und meldete für das erste Halbjahr zweistellige Zuwachsraten in mehreren wichtigen Märkten. Gleichzeitig hat die Börse nach den Halbjahreszahlen ihre Erwartungen an Profitabilität und künftiges Wachstum spürbar zurückgenommen. Der Kursrückgang vom 10. September fügt sich damit in eine bereits seit Ende Juli laufende Neubewertung des Sportartikelherstellers ein.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu