Vier Ahoi-Restaurants bleiben trotz Insolvenzantrags vorerst geöffnet

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Vier Restaurants der Marke Ahoi Steffen Henssler werden von einer Gesellschaft betrieben, für die ein vorläufiges Insolvenzverfahren läuft. Betroffen sind Lokale in Kiel, Marina Wendtorf, Bonn und Otterndorf. Nach bisherigen Angaben soll der Restaurantbetrieb zunächst weitergehen. Für rund 80 Beschäftigte und die Zukunft der Standorte steht damit eine wirtschaftliche Neuordnung an. Der Fernsehkoch Steffen Henssler, dessen Name weiterhin zur Marke gehört, hat seine Beteiligung an der Franchisegesellschaft bereits Ende 2024 verkauft.

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Gericht bestellt vorläufigen Sachwalter

Der Insolvenzantrag betrifft die Elbterrassen GmbH & Co. KG mit Sitz in Otterndorf im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven. Das Amtsgericht Cuxhaven ordnete am 19. Oktober 2026 die Bestellung eines vorläufigen Sachwalters an. Öffentlich bekannt gemacht wurde der Beschluss am 2. November. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 12 IN 125/26 geführt.

Die Gesellschaft darf ihr Vermögen nach der gerichtlichen Anordnung weiterhin selbst verwalten und darüber verfügen, allerdings unter Aufsicht des vorläufigen Sachwalters. Es handelt sich damit um eine vorläufige Eigenverwaltung. Eine endgültige Eröffnung des Insolvenzverfahrens lässt sich aus dem bislang veröffentlichten Beschluss nicht ableiten. Auch eine gerichtliche Entscheidung über eine Schließung einzelner Restaurants enthält die Bekanntmachung nicht.

Vier Standorte und rund 80 Arbeitsplätze betroffen

Die Insolvenz bei Ahoi-Restaurants betrifft konkret die Lokale an der Kieler Förde, in der Marina Wendtorf an der Ostsee, am Bonner Rheinufer und in Otterndorf an der Elbe. Auf der offiziellen Website der Marke ist die Elbterrassen GmbH & Co. KG bei allen vier Restaurants ausdrücklich als Betreiberin aufgeführt. Die betroffenen Betriebe liegen damit in drei Bundesländern.

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Nach Informationen des Hamburger Abendblatts sind rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von dem Insolvenzantrag betroffen. Sie sollen Insolvenzgeld erhalten. Die Restaurants sollen zunächst weiterhin Gäste empfangen. Eine sofortige Schließung der vier Häuser ist nach den bisher vorliegenden Angaben nicht geplant. Ob dies an allen Standorten dauerhaft möglich sein wird, ist noch offen.

Geschäftsführer Martin Aye verwies gegenüber dem Hamburger Abendblatt auf zu hohe Kosten und zu geringe Umsätze. Diese Einschätzung beschreibt die wirtschaftlichen Schwierigkeiten aus Sicht der Unternehmensleitung. Zahlen zur Höhe der Verbindlichkeiten, zum Umsatz der Betreibergesellschaft und zum Finanzierungsbedarf für eine Sanierung wurden bislang nicht veröffentlicht.

Sanierungsmöglichkeiten werden einzeln geprüft

Im Mittelpunkt des weiteren Verfahrens steht die Frage, welche Restaurants sich wirtschaftlich fortführen lassen. Nach Angaben aus dem Unternehmen soll jeder der vier Betriebe gesondert untersucht werden. Eine Entscheidung über mögliche Schließungen, Verkäufe oder die Fortführung aller Standorte ist bislang nicht bekannt.

Bei einer vorläufigen Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsleitung zunächst für den laufenden Betrieb zuständig. Der gerichtlich bestellte Sachwalter überwacht die Vermögensverwaltung. Anders als bei einer sofortigen Betriebseinstellung bedeutet der Insolvenzantrag deshalb nicht, dass die Restaurants geschlossen werden müssen. Ob eine tragfähige Lösung erreicht werden kann, hängt unter anderem davon ab, wie sich die Kosten und Einnahmen der einzelnen Häuser entwickeln.

Steffen Henssler seit Ende 2024 nicht mehr Eigentümer

Die Restaurantmarke wurde 2017 von Fernsehkoch Steffen Henssler und seinem Bruder Peter aufgebaut. Ende 2024 trennten sich beide von ihren Anteilen an der Ahoi Franchise GmbH. Käuferin war die Jaclavis GmbH unter Führung von Theo Bührmann. Sie war bereits zuvor mit 40 Prozent beteiligt und übernahm anschließend auch die übrigen 60 Prozent, die bis dahin von der Henssler Gastro GmbH gehalten worden waren.

Damit ist Steffen Henssler nicht mehr Gesellschafter der Ahoi Franchise GmbH. Die aktuelle Insolvenz betrifft zudem die rechtlich eigenständige Elbterrassen GmbH & Co. KG, nicht Henssler persönlich. Eine heutige operative Verantwortung des Fernsehkochs für die vier betroffenen Restaurants ist nicht belegt. Sein Name bleibt gleichwohl Bestandteil des Markenauftritts. Die Restaurants werden weiterhin unter der Bezeichnung Ahoi Steffen Henssler präsentiert.

Hamburger Restaurant nicht Teil des Verfahrens

Obwohl die Marke ihre Wurzeln in Hamburg hat, liegt keiner der vier vom Insolvenzantrag erfassten Standorte in der Hansestadt. Das Ahoi-Restaurant in der Spitalerstraße 12 nahe dem Hauptbahnhof wird auf der offiziellen Website weiterhin als eigener Standort geführt. Es gehört nicht zu den vier Betrieben der Elbterrassen GmbH & Co. KG.

Auch die Ahoi Franchise GmbH als Markengesellschaft ist von der jetzt bekannt gewordenen gerichtlichen Anordnung nicht erfasst. Die Trennung zwischen Franchisegesellschaft und einzelnen Betreibergesellschaften ist bei Restaurantketten entscheidend: Ein Verfahren gegen einen Betreiber bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Restaurants derselben Marke insolvent sind.

Für die betroffenen Beschäftigten und Gäste bleibt deshalb zunächst der laufende Betrieb maßgeblich. Wann die wirtschaftlichen Prüfungen abgeschlossen sein sollen und welche Perspektiven sich daraus für die einzelnen Restaurants ergeben, wurde bisher nicht mitgeteilt.

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