
Münster. Erneut ist es am Hamannplatz in Münster-Coerde zu einem gewalttätigen Vorfall gekommen. Ein 39-jähriger Mann soll am Mittwochmorgen einen Mitarbeiter einer Bäckerei mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, nachdem dieser ihn aufgefordert hatte, das Geschäft zu verlassen. Die Polizei nahm den alkoholisierten Tatverdächtigen wenig später in Gewahrsam. Bereits im September hatte eine schwere Messerattacke auf dem Platz für Verunsicherung gesorgt.
Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Vorfall am Mittwoch, 4. November, gegen 7.24 Uhr. Zuvor soll der 39-Jährige Kunden der Bäckerei belästigt und durch lautes Geschrei verängstigt haben. Als ein Mitarbeiter ihn aufforderte, die Filiale zu verlassen, schlug der Mann ihm demnach ins Gesicht und flüchtete anschließend. Der leicht verletzte Beschäftigte verständigte die Polizei.
Einsatzkräfte entdeckten den 39-Jährigen wenig später im Bereich Gleiwitzer Straße und Dachsleite. Da der Mann mit deutscher und britischer Staatsangehörigkeit nach Polizeiangaben bereits zuvor am selben Tag mehrfach strafrechtlich aufgefallen war, nahmen ihn die Beamten zur Verhinderung weiterer Straftaten in Gewahrsam. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab rund 1,2 Promille. Zudem wurde eine Blutprobe entnommen.
Die Körperverletzung am Hamannplatz ereignete sich knapp zwei Monate nach einer schweren Messerattacke vom 7. September. Damals soll ein 40-Jähriger einen 62-jährigen Mann vor einer Sportsbar mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben. Auch ein 74-Jähriger, der eingreifen wollte, wurde verletzt. Der Beschuldigte kam anschließend wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft.
Recherchen von ms-aktuell hatten bereits im September gezeigt, dass Gewerbetreibende am Hamannplatz seit Längerem über aggressives Verhalten und Sicherheitsprobleme berichten. Eine Bäckereifilialleiterin sowie Verantwortliche eines Supermarkts und einer Apotheke schilderten damals ihre Erfahrungen. Die Polizei hatte nach der Messerattacke angekündigt, den Austausch mit den Menschen im Stadtteil zu intensivieren.
Ein Zusammenhang zwischen dem aktuellen Vorfall und der Messerattacke ist nicht bekannt. Es handelt sich nach den vorliegenden Angaben um unterschiedliche Tatverdächtige.
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