
In Albstadt-Ebingen im baden-württembergischen Zollernalbkreis ist es am Montagabend, 26. Oktober 2026, zu einem Brand auf dem Gelände eines Recyclingunternehmens gekommen. In einem Behälter gelagerte Akkus und Batterien hatten sich selbst entzündet. Die Feuerwehr konnte die Flammen schnell löschen. Menschen wurden nicht verletzt. Der Sachschaden wird vorläufig auf rund 1.500 Euro geschätzt.
Der Brand bei Korn Recycling in Albstadt-Ebingen führte am späten Montagabend zu einem Einsatz von Feuerwehr und Polizei. Wie das Polizeipräsidium Reutlingen am Dienstag, 27. Oktober, mitteilte, hatte die automatische Brandmeldeanlage kurz vor Mitternacht ausgelöst.
Ausgangspunkt des Feuers war ein Container mit einer Grundfläche von ungefähr einem Quadratmeter. Darin befanden sich gesammelte Akkus und Batterien, die nach den Erkenntnissen der Polizei selbst in Brand geraten waren.
Die alarmierte Feuerwehr rückte mit zahlreichen Einsatzkräften an. Den Feuerwehrleuten gelang es, das Feuer innerhalb kurzer Zeit zu löschen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Nach Angaben der Polizei bestand zu keinem Zeitpunkt die Gefahr, dass die Flammen auf angrenzende Gebäude übergreifen könnten. Verletzte gab es nicht.
Die wirtschaftlichen Folgen des Brandes blieben nach den ersten Feststellungen vergleichsweise gering. Das Polizeipräsidium Reutlingen bezifferte den entstandenen Sachschaden in seiner Mitteilung vom Dienstag auf voraussichtlich 1.500 Euro.
Die Summe beruht auf einer ersten Schätzung. Genauere Angaben zur beschädigten Ausrüstung oder zur Menge der betroffenen Batterien wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Auch die genaue Zusammensetzung der gelagerten Akkus ging aus der Polizeimeldung nicht hervor. Bestätigt wurde die Selbstentzündung der im Container gelagerten Batterien und Akkus. Welche technischen oder chemischen Vorgänge den Brand unmittelbar ausgelöst hatten, wurde nicht näher erläutert.
Das betroffene Unternehmen Korn Recycling betreibt seinen Hauptstandort in der Straße Unter dem Malesfelsen in Albstadt-Ebingen. Dort werden unterschiedliche Abfälle angenommen, sortiert und für die weitere Verwertung aufbereitet.
Der Vorfall betrifft ein Unternehmen, das bereits erheblich in die Vermeidung von Bränden durch Batterien investiert hat.
Seit März 2025 nutzt Korn Recycling in seiner Sortieranlage ein System, das Lithium-Ionen-Akkus mithilfe von Röntgenstrahlen und künstlicher Intelligenz im Abfallstrom erkennt. Entwickelt wurde die als BatterySort bezeichnete Technologie gemeinsam mit dem Würzburger Unternehmen WeSort AI.
Das System untersucht die angelieferten Materialien während des Sortiervorgangs. Erkennt die Software einen Akku, kann dieser automatisch aus dem Materialstrom entfernt werden. Ziel ist es, Batterien vor der weiteren mechanischen Verarbeitung auszusortieren.
Nach früheren Angaben des Südwestrundfunks verarbeitet die Anlage etwa 25 Tonnen Material pro Stunde. Die Investitionskosten für die Technologie und ihren Einbau beliefen sich auf rund 1,3 Millionen Euro.
Korn Recycling erklärte im März 2026, dass die Technik seit einem Jahr im regulären Betrieb eingesetzt werde. Das Unternehmen sieht darin einen wichtigen Bestandteil seines Brandschutzkonzepts.
Der aktuelle Brand ist nicht der erste Feuerwehreinsatz bei dem Recyclingunternehmen in diesem Jahr.
Am 5. Juni 2026 kam es auf dem Gelände in Albstadt-Ebingen zu einem Brand im Bereich einer Zerkleinerungsanlage. Damals hatte ebenfalls die automatische Brandmeldeanlage Alarm ausgelöst.
Beschäftigte des Unternehmens begannen bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr mit den Löscharbeiten. Anschließend kontrollierten die Einsatzkräfte die Anlage und deren Förderbänder auf mögliche Glutnester.
Der Einsatz dauerte rund 90 Minuten. Die Ursache des damaligen Feuers war zunächst ungeklärt. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Brandereignissen ist nicht festgestellt worden.
Brände durch Batterien und Akkus stellen für die deutsche Entsorgungswirtschaft ein wiederkehrendes Problem dar. Besonders Lithium-Ionen-Akkus können sich unter bestimmten Bedingungen stark erhitzen und entzünden.
Solche Energiespeicher befinden sich unter anderem in Mobiltelefonen, Laptops, Elektrowerkzeugen, Spielzeugen und elektrischen Zigaretten. Werden sie gemeinsam mit anderen Abfällen entsorgt, können sie bei Transport, Verdichtung oder Sortierung beschädigt werden.
Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass insbesondere mechanische Beschädigungen, Überhitzung und Kurzschlüsse zu gefährlichen Reaktionen führen können.
Bei einem Kurzschluss können innerhalb einer Batteriezelle hohe Temperaturen entstehen. Unter ungünstigen Bedingungen entwickelt sich daraus eine sich selbst verstärkende thermische Reaktion, die auch benachbarte Materialien entzünden kann.
Für Recyclingunternehmen entsteht dadurch ein Risiko, das sich nicht allein auf die eigentliche Abfallsortierung beschränkt. Auch bei der Sammlung, Lagerung und Beförderung von Altbatterien müssen entsprechende Schutzmaßnahmen berücksichtigt werden.
Welche dieser technischen Vorgänge bei dem Feuer in Albstadt eine Rolle spielten, blieb zunächst offen.
Die Brandgefahr durch Lithium-Ionen-Akkus hat auch Auswirkungen auf die Abfallentsorgung privater Haushalte.
Nach den Vorgaben des deutschen Batterierechts dürfen Batterien und Akkus nicht über den Restmüll oder die Verpackungssammlung entsorgt werden. Stattdessen müssen Verbraucher ausgediente Energiespeicher bei geeigneten Rücknahmestellen abgeben.
Dafür stehen unter anderem Sammelstellen im Einzelhandel und kommunale Wertstoffhöfe zur Verfügung. Die Rückgabe entsprechender Altbatterien ist grundsätzlich kostenlos.
Bei lithiumhaltigen Batterien empfiehlt das Umweltbundesamt außerdem, die Pole vor der Entsorgung abzukleben. Dadurch soll das Risiko eines äußeren Kurzschlusses verringert werden. Beschädigte oder aufgeblähte Akkus sollten nicht weiterverwendet und bei der Rückgabe dem Fachpersonal ausdrücklich als defekt gemeldet werden.
Neben dem Brandschutz dient die getrennte Sammlung auch der Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe. Aus Altbatterien können unter anderem Nickel, Kobalt, Lithium und Kupfer zurückgewonnen werden.
Der Brand in Albstadt-Ebingen verdeutlicht damit ein Problem, das zahlreiche Entsorgungsbetriebe in Deutschland betrifft: Selbst gesammelte und für die Weiterverarbeitung vorgesehene Batterien können unter ungünstigen Bedingungen eine Brandgefahr darstellen.
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