Alkoholfreier Glühwein bekommt offiziellen Namen: Das kostet die Tasse 2026

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Zur Weihnachtsmarktsaison 2026 gelten neue Regeln für Glühwein ohne Alkohol. Getränke auf Basis entalkoholisierter Weine dürfen erstmals offiziell als alkoholfreier Glühwein verkauft werden. Möglich macht das eine Änderung des europäischen Weinrechts. Gleichzeitig stehen für zahlreiche deutsche Weihnachtsmärkte bereits die Glühweinpreise fest. In vielen Städten bleiben sie gegenüber dem vergangenen Jahr weitgehend unverändert.

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Neue EU-Regel erlaubt alkoholfreien Glühwein

Das Deutsche Weininstitut hat am Sonntag, 8. November 2026, auf die neue Rechtslage hingewiesen. Demnach dürfen entsprechend hergestellte Getränke aus entalkoholisiertem Rotwein, Weißwein oder Roséwein unter der Bezeichnung alkoholfreier Glühwein angeboten werden. Voraussetzung ist nach Angaben des Instituts ein Alkoholgehalt von weniger als 0,5 Volumenprozent.

Rechtliche Grundlage ist die EU-Verordnung 2026/471 vom 24. Februar 2026, die am 18. März in Kraft trat. Sie verändert unter anderem die Vorschriften für aromatisierte Weinerzeugnisse. Diese dürfen künftig auch dann unter ihren vorgesehenen Bezeichnungen vermarktet werden, wenn die verwendeten Weinbauerzeugnisse zuvor ganz oder teilweise entalkoholisiert wurden und dadurch die bisherigen Mindestalkoholgehalte unterschritten werden.

Für klassischen Glühwein gilt grundsätzlich weiterhin ein Mindestalkoholgehalt von sieben Volumenprozent. Die neue Regelung schafft eine Ausnahme für Produkte auf Basis entalkoholisierter Weine. Sie gilt unmittelbar in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

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Warum die Bezeichnung bisher nicht erlaubt war

Bislang konnten Hersteller ihre alkoholfreien Glühweinalternativen nicht ohne Weiteres unter dem bekannten Produktnamen verkaufen. Stattdessen verwendeten sie andere Bezeichnungen wie Glühpunsch oder eigene Produktnamen. Der Begriff Glühwein war an die gesetzlichen Anforderungen für aromatisierte weinhaltige Getränke gebunden.

Mit der Änderung wird eine Unterscheidung zwischen Glühwein aus entalkoholisiertem Wein und anderen alkoholfreien Heißgetränken möglich. Ein gewürztes Getränk aus Fruchtsaft wird dadurch allerdings nicht automatisch zum alkoholfreien Glühwein. Entscheidend bleibt unter anderem die verwendete Grundlage.

Auch die Angabe alkoholfrei bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Getränk überhaupt keinen Alkohol enthält. Die vom Deutschen Weininstitut genannte Grenze liegt unter 0,5 Volumenprozent. Verbraucher sollten deshalb insbesondere bei Produkten, die ausdrücklich ohne jeden Restalkohol auskommen sollen, auf die konkrete Kennzeichnung achten.

Glühweinpreise 2026 auf Weihnachtsmärkten bleiben oft stabil

Während sich bei der Bezeichnung alkoholfreier Varianten etwas ändert, zeichnet sich bei den Preisen für klassischen Glühwein vielerorts Kontinuität ab. Befragungen von Weihnachtsmarktbetreibern und Händlern zeigen, dass zahlreiche Anbieter ihre Preise gegenüber 2025 nicht erhöhen wollen. Eine bundesweit einheitliche Preisvorgabe gibt es nicht.

In Magdeburg soll eine Portion klassischer Glühwein 2026 zwischen 3,50 und 4 Euro kosten. Nach Angaben der Marktverantwortlichen bestimmen die einzelnen Händler ihre Verkaufspreise selbst. In Dresden werden auf dem Striezelmarkt bei vielen Anbietern fünf Euro für 0,2 Liter erwartet. Auch einzelne Anbieter auf dem Augustusmarkt haben diesen Preis genannt.

In Stuttgart beginnen die angekündigten Preise für 0,2 Liter bei 3,50 Euro. Die meisten Händler verlangen nach Angaben der Veranstaltungsgesellschaft zwischen vier und 4,50 Euro. In Frankfurt am Main nennt die Stadt für den Weihnachtsmarkt eine Preisspanne von 4,50 bis fünf Euro pro Becher.

Auf mehreren großen Kölner Weihnachtsmärkten liegt der angekündigte Glühweinpreis ebenfalls bei fünf Euro. Einzelne Märkte weichen davon ab. Auf der Heavenue soll eine Portion 4,90 Euro kosten, im Stadtgarten liegt der Preis bei 5,60 Euro. Damit unterscheiden sich die Angebote auch innerhalb einer Stadt deutlich.

Pfand kommt zum Getränkepreis hinzu

Zusätzlich zum Glühweinpreis müssen Besucher vieler Weihnachtsmärkte ein Pfand für das Trinkgefäß bezahlen. In Stuttgart liegt dieses 2026 bei drei Euro für eine Tasse und fünf Euro für ein Stielglas. Bei Rückgabe wird das Pfand erstattet.

Die aktuellen Preisankündigungen zeigen zugleich, dass die Kostenentwicklung der vergangenen Jahre nicht überall zu weiteren Erhöhungen führt. Händler und Veranstalter verweisen allerdings weiterhin auf höhere Ausgaben für Personal, Energie, Transport, Wareneinkauf und Standmieten. Deshalb kann die Preisgestaltung je nach Anbieter unterschiedlich ausfallen.

Die bislang veröffentlichten Beträge beziehen sich überwiegend auf klassischen Glühwein. Für alkoholfreie Varianten lässt sich daraus kein allgemeiner Verkaufspreis ableiten. Auch innerhalb einzelner Weihnachtsmärkte können sich die Preise nach Produkt und Ausschankmenge unterscheiden.

Alkoholfreier Glühwein unterscheidet sich bei der Haltbarkeit

Bei den Zutaten ähneln sich die klassischen und alkoholfreien Varianten häufig. Typisch sind Gewürze wie Zimt, Nelken und Sternanis sowie Schalen von Orangen oder Zitronen. Die Grundlage bildet bei der alkoholfreien Variante entsprechend behandelter Wein, dessen Alkoholgehalt durch Entalkoholisierung reduziert wurde.

Ein wesentlicher Unterschied betrifft die Haltbarkeit. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts muss diese bei alkoholfreiem Glühwein auf dem Etikett angegeben werden. Geöffnete Flaschen sollten möglichst zeitnah verbraucht oder im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Für die Weihnachtsmarktsaison 2026 verändert sich damit vor allem die Kennzeichnung einer bislang unter anderen Namen angebotenen Getränkekategorie. Verbraucher können Glühwein aus entalkoholisiertem Wein künftig leichter erkennen. Bei den Preisen bleibt dagegen der jeweilige Verkaufsstand entscheidend.

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