Justin Yek wird neuer Finanzchef bei Binance

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die weltweit größte Kryptobörse Binance bekommt einen neuen Finanzchef. Kaiser Ng verlässt das Unternehmen, Justin Yek übernimmt seine Position. Bekannt wurde die Personalentscheidung am Samstag, 7. November 2026, nur neun Tage nach einem milliardenschweren Hackerangriff. Bei der Attacke vom 29. Oktober wurden nach Unternehmensangaben Kryptowährungen im Wert von rund 6,34 Milliarden US-Dollar entwendet. Binance hat zugesagt, die finanziellen Verluste seiner Kunden vollständig auszugleichen.

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Binance hatte den Wechsel nach eigenen Angaben länger geplant

Der Finanzchefwechsel bei Binance sei bereits seit rund sechs Monaten vorbereitet worden. Das erklärte Co-Geschäftsführerin Yi He am Samstag. Kaiser Ng wolle sich nach mehr als fünf Jahren im Unternehmen einer neuen geschäftlichen Tätigkeit widmen. Die Vorbereitungen für seinen Abschied hätten demnach schon vor dem Hackerangriff begonnen. Einen Zusammenhang zwischen dem Sicherheitsvorfall und der Personalentscheidung bestätigte Binance nicht.

Ng hatte die Position des Finanzchefs seit Januar 2022 inne. Zuvor war er unter anderem für die konkurrierende Kryptobörse Kraken tätig. Sein Nachfolger Justin Yek verfügt über langjährige Erfahrung im Finanzmanagement und arbeitete zuletzt als Finanzvizepräsident beim Zahlungsdienstleister Airwallex. Einen genauen Termin für den Führungswechsel nannte Binance zunächst nicht.

Hacker erbeuteten Kryptowährungen im Milliardenwert

Der Angriff auf Binance ereignete sich am 29. Oktober 2026. Nach den vorläufigen Untersuchungsergebnissen des Unternehmens hatten sich die Angreifer über einen längeren Zeitraum Zugang zu internen Systemen verschafft. Dabei spielten manipulierte Software, kompromittierte Computer von Beschäftigten und fingierte Bewerbungsgespräche eine Rolle.

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Am Tag des Angriffs nutzten die Täter einen unberechtigten Zugang zu einem internen System, das Transaktionen aus digitalen Geldbörsen autorisiert. Dadurch konnten sie Kryptowährungen über verschiedene Blockchain-Netzwerke übertragen. Binance unterbrach daraufhin zeitweise die Auszahlungen und leitete Maßnahmen zur Sicherung der verbliebenen Vermögenswerte ein.

Der Gesamtwert der betroffenen Kryptowährungen lag nach Unternehmensangaben bei etwa 6,34 Milliarden Dollar. Bis zum 3. November seien digitale Vermögenswerte im Wert von rund 2,85 Milliarden Dollar eingefroren oder abgefangen worden. Wie viel Geld letztlich dauerhaft verloren bleibt, stand damit noch nicht fest.

Binance will Kundenverluste aus eigenen Mitteln ausgleichen

Für die betroffenen Kunden kündigte Binance eine vollständige Absicherung der gestohlenen Vermögenswerte an. Das Unternehmen will dafür eigene Finanzmittel sowie vorhandene Sicherungsreserven einsetzen. Bereits Ende Oktober hatte die Kryptobörse erklärt, ausreichende Mittel für den Ausgleich der Verluste bereitzustellen.

In einer Mitteilung vom 4. November bezifferte Binance den Anteil der bereits wieder aufgefüllten betroffenen Kryptobestände auf rund 98 Prozent. Die noch fehlenden Vermögenswerte sollten schrittweise beschafft werden. Dabei handele es sich insbesondere um Kryptowährungen, die nur in vergleichsweise geringen Mengen gehandelt würden.

Parallel dazu nahm Binance die zuvor unterbrochenen Auszahlungen schrittweise wieder auf. Am 6. November kündigte das Unternehmen die Freigabe weiterer Kryptowährungen und Netzwerke an. Einzelne Auszahlungen blieben von zusätzlichen Sicherheitsprüfungen abhängig.

FBI macht nordkoreanische Hackergruppe verantwortlich

Die US-Bundespolizei FBI führt den Angriff auf eine nordkoreanische Hackergruppe zurück, die unter der Bezeichnung TraderTraitor bekannt ist. In einer Mitteilung vom 31. Oktober erklärte die Behörde, die Gruppe sei für den Diebstahl von Kryptowährungen im Wert von mehr als sechs Milliarden Dollar verantwortlich.

Nach Erkenntnissen der US-Ermittler wurden Teile der erbeuteten Vermögenswerte bereits in andere Kryptowährungen umgewandelt. Das FBI forderte Unternehmen der Kryptobranche auf, Transaktionen im Zusammenhang mit identifizierten Adressen der Angreifer zu blockieren.

Die Attacke zählt nach den bisher bekannten Schadenssummen zu den größten Diebstählen in der Geschichte des Kryptomarktes. Zum Vergleich: Bei einem Angriff auf die Kryptobörse Bybit im Februar 2025 wurden digitale Vermögenswerte im Wert von rund 1,5 Milliarden Dollar entwendet.

Milliardenangriff stellt Sicherheitsstrukturen auf die Probe

Der Vorfall betrifft einen der wichtigsten internationalen Handelsplätze für digitale Vermögenswerte. Bei zentralisierten Kryptobörsen verwahrt der Plattformbetreiber einen Teil der Kundengelder in eigenen digitalen Geldbörsen und übernimmt die technische Abwicklung von Transaktionen.

Binance erklärte, die betroffenen Systeme seien abgesichert und teilweise neu aufgebaut worden. Zusätzlich seien strengere Zugangskontrollen und weitere Sicherheitsmechanismen eingeführt worden. Unabhängige Sicherheitsunternehmen sollen die Untersuchung begleiten.

Mit dem Wechsel an der Finanzspitze und der laufenden Wiederherstellung der Kundengelder stehen bei Binance nun zwei wesentliche Entwicklungen gleichzeitig an. Während die personelle Übergabe nach Unternehmensangaben bereits länger vorbereitet war, dauern die finanziellen und technischen Maßnahmen zur Bewältigung des Hackerangriffs an.

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